Bruhrainer Zeitung

Pegelstände Niedrigwasser schränkt Schifffahrt ein / EnBW drosselt Kraftwerksproduktion

Rheinfrachter fahren nur mit halber Ladung

Archivartikel

Karlsruhe-Maxau.Die niedrigen Wasserstände der Flüsse schränken mancherorts bereits die Schifffahrt ein. Auf dem Oberrhein könnten die Frachter nur noch die Hälfte oder weniger der normalen Ladung transportieren, sagte der Leiter des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Mannheim, Jörg Vogel, am Donnerstag. Am Pegel Maxau bei Karlsruhe darf ein Schiff bei dem aktuellen Pegelstand von knapp vier Metern nur noch etwas mehr als zwei Meter tief eintauchen.

Ein 110 Meter langes Rheinschiff taucht nach Vogels Angaben leer bereits 60 bis 80 Zentimeter tief ein und braucht 10 Zentimeter Wassertiefe je 100 Tonnen Fracht. Statt mit 3000 Tonnen oder mehr würden viele Schiffe jetzt nur knapp 1500 Tonnen laden. Für die Schiffseigner gebe es in dieser Situation etwas mehr Geld, für die, die Waren transportieren wollen, werde es aber deutlich teurer.

Bei der anhaltenden tagelangen Hitze hat sich das Wasser des Rheins auf Werte um 25 Grad erwärmt. Der Energieversorger EnBW drosselte nach Angaben einer Unternehmenssprecherin inzwischen die Leistung eines Kraftwerksblocks in Karlsruhe. So wird der Eintrag von Wärme in den Fluss über das Kühlwasser reduziert.

Nach Messungen der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) betrug die Wassertemperatur in Karlsruhe am Donnerstagvormittag schon 25,9 Grad, der Sauerstoffgehalt lag bei 7,6 Milligramm pro Liter. Sauerstoffwerte unter 4 Milligramm gelten als kritisch für Fische.

Neckar und Donau liegen besser

Die anderen beiden großen Flüsse im Land, Neckar und Donau, haben je nach Messstelle einige Grad geringere Wassertemperaturen und Sauerstoffwerte zwischen 5 und mehr als 10 Milligramm je Liter.

Die anhaltende Trockenheit lässt die Wasserstände in vielen Flüssen Baden-Württembergs aber langsam und stetig weiter sinken. Von Niedrigwasser betroffen seien hauptsächlich kleine und mittlere Gewässer, teilte die Hochwasservorhersagezentrale Baden-Württemberg am Donnerstag mit. Von Februar bis Juni seien im Südwesten nur rund zwei Drittel des nach dem langjährigen Mittel zu erwartenden Niederschlags gefallen. An rund 45 Prozent der Pegel sei der Wasserstand bereits unter den niedrigsten Wert eines durchschnittlichen Jahres gefallen.

Am Bodensee in Konstanz lag der Pegel am Donnerstagmorgen bei 3,39 Metern und damit um 65 Zentimeter unter dem üblichen Mittelwert für Juli. Im Untersee bei Radolfzell ist der Wasserstand auf den bisher niedrigsten Stand überhaupt in einem Juli gesunken.

Für die kommenden Tage erwartet die Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) wegen des anhaltenden trockenen und heißen Wetters weiter sinkende Wasserstände. Einzelne Schauer oder Gewitter könnten zwar zu lokalen Anstiegen führen, an der Niedrigwassersituation insgesamt aber nichts ändern. dpa