Bruhrainer Zeitung

Arbeiterwohlfahrt Vorsitzender aus Wiesental kündigt baldigen Rückzug an / Größter Anbieter von Seniorenwohnanlagen im Landkreis / 2000 Mitglieder

Roland Herberger macht nur noch vier Jahre

Bruchsal/Wiesental.Ganz am Ende der über sechsstündigen Kreiskonferenz der Arbeiterwohlfahrt (Awo) Karlsruhe-Land im Bruchsaler Bürgerzentrum ließ Roland Herberger die Katze aus dem Sack. "In vier Jahren werde ich nicht mehr kandidieren", sagte der 69-jährige Wiesentaler, nachdem er ohne Gegenstimme erneut zum Kreisvorsitzenden des Sozialverbandes gewählt wurde.

Seit mehr als drei Dekaden ist Herberger im Kreisvorstand und seit 20 Jahren deren Vorsitzender. "Die Awo hat die Mangelerscheinungen der Sozialpolitik im Blick", sagte Bruchsals Oberbürgermeisterin Cornelia Petzold-Schick, die darauf hinwies, dass die Arbeiterwohlfahrt als erster Verband die Notwendigkeit einer Betreuung der unter dreijährigen Kinder erkannt hatte.

Sozialdezernent Peter Kappes lobte in Vertretung von Landrat Christoph Schnaudigel die starke Verwurzelung in den Kommunen: "Mehr als drei Viertel aller Gemeinden im Landkreis Karlsruhe haben einen Awo-Ortsverband".

Soli für soziale Zwecke verwenden

Auch Wilhelm Schmidt, Bundesvorsitzender der Arbeiterwohlfahrt, war nach Bruchsal gekommen. Der Braunschweiger forderte die Beibehaltung des Solidaritätszuschlags und die Verwendung dieser Mittel für soziale Bereiche sowie ein besseres Rentenkonzept. Mit Blick auf den eigenen Verband empfahl der oberste Awo-Chef, dass sich die Arbeit an Werten und nicht an kommerziellen Interessen orientieren müsse.

Kreisvorsitzender Roland Herberger bilanzierte die Arbeit der letzten vier Jahre. "Der 1975 gegründete Kreisverband mit 22 Ortsvereinen und über 2000 Mitgliedern ist heute ein modernes Dienstleistungsunternehmen sowie der größte und erfolgreichste Anbieter betreuter Wohnanlagen", betonte er. "Im Mittelpunkt unserer Arbeit steht immer der Mensch mit seinen Bedürfnissen, Sorgen und Problemen." Ausführlich berichteten die Geschäftsführerinnen Angelika Nosal und Elke Krämer über ihre jetzt zweieinhalbjährige Tätigkeit an der Verwaltungsspitze des Verbandes mit heute 836 hauptamtlichen Mitarbeitern.

Im Finanzbericht ging Kurt Herbster auf die negativen Bilanzen der Jahre 2012 bis 2014 ein, die Folge einer schlechten Geschäftspolitik der angeschlossenen Gesellschaften waren. Er dankte den 15 Ortsvereinen, die dem Kreisverband teils zinslose Darlehen gewähren. Mit großer Mehrheit beschlossen die 73 Delegierten die von Achim Feil vorgebrachten Satzungsänderungen und stimmten sieben Anträgen zu.