Bruhrainer Zeitung

Gemeinschaftsschule Informationstag liefert Einblicke in unterschiedlichste Ausbildungen

Schüler lernen Beruf des Polizisten kennen

Archivartikel

Oberhausen-Rheinhausen.Nach der Schule ist vor der Ausbildung. Gemäß diesem Motto veranstaltete die Gemeinschaftsschule Oberhausen ein halbtägiges Ausbildungsforum für die interessierten Acht- und Neuntklässler. Susanne Gabat-Rothardt konnte hierfür elf Unternehmen und Institutionen aktivieren, die den Schülern Einblicke in den Berufsalltag gaben. Darunter Weltfirmen wie der Ludwigshafener Chemieriese BASF, McDonald’s oder SEW Bruchsal. Vertreten waren auch die Agentur für Arbeit, das Hauptzollamt, die Polizei, die AOK, die Volksbank und das Finanzamt. Besonders stark gefragt war der viermal durchgeführte Arbeitskreis „Coaching 4 Future“. Hier wurden praktische Einblicke in verschiedene Berufsfelder, beispielsweise in die Welt der Bionik, gewährt.

Erleben konnten die Jugendlichen auch den Polizei-Alltag. Nach einer ersten Einweisung durften sie selbst Körperkontrollen durchführen. Bekannt wurde zudem, dass der Bedarf an Nachwuchskräften bei der Polizei riesengroß sei. „Viele der vor 40 Jahren während der RAF-Zeit eingestellten Beamten gehen in Kürze in den Ruhestand“, betonte Markus Schüttler, Einstellungsberater beim Polizeipräsidium Karlsruhe bei seinem Vortrag. Voraussetzung für den interessanten und abwechslungsreichen Beruf des Polizeibeamten sei die mittlere Reife mit einem Notendurchschnitt von 3,2 oder das Abitur, das mit einem Durchschnitt von 3,0 zum Studium an der Polizeihochschule berechtigt.

Erstaunt über die vielen Chancen

Verändert haben sich beim Ausbildungsforum auch die Vorstellungen über die Arbeitswelt bei McDonald’s. „Ich kannte dort bisher nur die Arbeitskräfte an der Theke“, wunderte sich ein Achtklässler und zeigte sich erstaunt über die vielfältigen kaufmännischen und logistischen Berufschancen. Beim Frage-und-Antwort-Spiel mit den Referenten rückte natürlich immer wieder die Frage nach den Verdienstmöglichkeiten in den Vordergrund.

Die Gemeinschaftsschule Oberhausen ist in der Region ein Leuchtturmprojekt. Seit sechs Jahren gibt es die Einrichtung. „Wir sind eine der wenigen Schulen, die hinsichtlich der Schülerzahlen die Voraussetzungen für eine gymnasiale Oberstufe erfüllen“, sagte Rektor Karsten Ex. Im laufenden Schuljahr stehen die Zehntklässler in Oberhausen erstmals vor der Mittleren Reife. Diesbezüglich räumte der Schulleiter auch mit einer weithin verbreiteten falschen Ansicht auf. „Die Prüfung an der Gemeinschaftsschule ist identisch mit der an den Realschulen“, machte Ex deutlich.

In Oberhausen können die Schüler nach Englisch und Französisch ab der achten Klasse als dritte Fremdsprache auch noch Spanisch lernen. „Ideal wäre es natürlich, wenn unsere Schülerinnen und Schüler in Oberhausen das Abitur machen könnten“, bedauerte der Rektor die noch ausstehende Entscheidung und empfahl den Pennälern aufgrund der fehlenden zweiten Sekundarstufe den Weg zu einem beruflichen Gymnasium. Davon scheinen auch viele Gebrauch zu machen, wie am Rande des Ausbildungsforums bekannt wurde.

Wiederholung geplant

„Diese erstmals erprobte Form der Berufsorientierung durch direkten Kontakt mit Unternehmen aus Industrie, Dienstleistung und Verwaltung soll künftig in jedem Schuljahr stattfinden“, teilte Susanne Gabat-Rothardt mit. Sie organisiert an der Schule auch themenorientierte Betriebserkundungen oder Praxisparcours. Außerdem hilft sie den Schülern bei der Stellensuche für ein Praktikum in einem Betrieb. „Ausgehend von ihren Interessen und Fähigkeiten werden unsere Schülerinnen und Schüler in einem langfristig angelegten Prozess dazu befähigt, sich reflektiert und verantwortungsbewusst als mündiger Wirtschaftsbürger in unserer Gesellschaft zu behaupten“, ist eine Maxime der Gemeinschaftsschule Oberhausen.