Bruhrainer Zeitung

Benefiz Bei der Aktion „Herz ist Trumpf“ kümmern sich Fasnachter seit 33 Jahren um bedürftige Mitmenschen / Gedenken an Gründer Heinrich Baader

Sie sammeln 15 500 Euro für eine Familie in Not

Kirrlach.„Da hält die ganz Stadt zusammen, das ist das Tolle“ – die Meinung von Sitzungspräsident und Moderator Eric Klemm teilen viele Gäste der Veranstaltung „Herz ist Trumpf“ in Kirrlach am Kreuz. Manfred Schuhmacher, Mitinitiator der Sammel-Aktion für soziale Zwecke erzählt unserer Zeitung die Geschichte: Heinrich Baader, Mitglied der KiKaGe und Kirrlacher Original (verstorben 2017) hatte sich zum 50. Geburtstag eine Drehorgel gewünscht. Er wettete mit Schumacher, er würde mit derselbigen auf dem Platz am Kreuz 1000 Mark für einen guten Zweck sammeln.

Die KiKaGe, deren Präsident Schumacher damals war, hielt dagegen und erklärte sich bereit, aus der Vereinskasse einen Betrag von 1111 Mark dazu zu legen. Zur Überraschung kam bis Mittag ein Betrag von 15 451,28 Mark zusammen. Die Aktion „Herz ist Trumpf“ war geboren. Seit 1985 sind weit über 333 000 Euro zusammen gekommen. Die Kirrlacher Karnevalsgesellschaft (KiKaGe) stellt das Personal zur Bewirtung, die Spenden der Vereine, Geschäftsleute und Privatpersonen werden aufgestockt durch den Verkauf der gespendeten Getränke und angebotenen Speisen. Metzgereien, Bäckereien, Einzelhandel, Gastronomen – alle umgesetzten Waren sind gespendet.

An der Spendenkasse neben der immer noch erhaltenen Drehorgel bedanken sich Peter Christ, Präsident der KiKaGe und das diesjährige Prinzenpaar Petra I und Oliver I bei den mehr als 70 Institutionen, Vereinen, Geschäftsleuten und Privatgruppierungen. Große und kleine Schecks füllen die Leinen quer über den Platz und die grüne Herz-Kasse.

Großzügig aufgerundet

Seit 15 Jahren dabei ist zum Beispiel die „Hexenstraße“. Rosa Müller und ihre Nachbarinnen bauen seit Jahren Hexenrohlinge und geben diese gegen eine Spende ab. So hat es sich auch ergeben, dass dem Namen gerecht jedes Haus mit einer Hexe dekoriert ist. Ganze 888 Euro wandern in den Spendentopf, der dieses Jahr an die Familie Bienwald aus Kirrlach geht. Die siebenfache Mutter ist nach dem tragischen Verlust ihres Mannes im vergangenen Jahr auf sich gestellt. Den sieben Kindern ihr Lachen zurückzugeben und ihnen vergleichbare Möglichkeiten zu ihren Altersgenossen zu bieten, also soziale Integration: das ist Fasnacht, findet KiKaGe-Präsident Christ.

Zustimmung findet er bei allen Beteiligten: Neben vielen ungenannt bleibenden Spendern waren auch die Abordnungen des Kienholzclubs Wiesental (KHC) mit Ehrensenator Heinz Baumann, Kommandant Tobias Kolb, stellvertretenden Kommandanten, Elferrat und Herzdamen und die Kirrlacher Narrenzunft angetreten. Geistigen Beistand gab es obendrein von Dekan Lukas Glocker.

Die Spraddl-Sänger fuhren wie jedes Jahr mit dem Elferratswagen durch Kirrlach und sammelten zusätzlich, und der Lions-Club mit Heinz Heiler, langjähriger Freund von Heinrich Baader, rundete auch in diesem Jahr das Ergebnis auf den nächsten Tausender auf.

Musik darf nicht fehlen

Kleine Geschichten dieser Spendentradition erzählen unserer Zeitung die Damen des Frauenkreises Waghäusel und der Katholischen Frauengemeinschaft (KFG), die beide seit über 30 Jahren durch Gebäckverkauf und Mitgliedsbeiträge ihren Obulus beitragen. Musikalische Beiträge von beispielsweise den Kerrlocher Schalmeien tragen zur fasnachtlich guten Stimmung der beispielhaften Veranstaltung bei.

Besonders bewegend ist die Anwesenheit von Richard Hambsch, er hat letztes Jahr noch zu Lebzeiten von Baader ein großes Foto des Gründers der Aktion auf Holz gespendet und erinnert sich wehmütig an die lebenslange Freundschaft.

Der Dank für den Einsatz der vielen Helfer kann sich sehen lassen: Es wurde das sensationelle Ergebnis von 15 500 Euro erzielt. Laut Präsidium ist dies das zweitbeste Ergebnis, seit es die Aktion „Herz ist Trumpf“ gibt.