Bruhrainer Zeitung

Kriminalität Seniorin in Oberhausen-Rheinhausen um Schmuck und Bargeld geprellt / Unfall von Angehörigen vorgetäuscht / Beamte geben Tipps zum Schutz

Trickbetrüger mit täuschend echter Polizeiuniform bestehlen 84-Jährige

Archivartikel

Oberhausen-Rheinhausen.Die Behörden warnen vor einer neuen Masche von Trickbetrügern: In einer echt aussehenden Polizeiuniform hat eine etwa 25 Jahre alte Frau am späten Donnerstagabend in Oberhausen Schmuck und Bargeld von einer 84-Jährigen erbeutet. Angebahnt habe sich alles wie in einer Vielzahl von Fällen beim Auftreten falscher Polizeibeamter, heißt es in einer Pressemitteilung. Neu sei aber die Masche, in einer Uniform bei einem potenziellen Opfer aufzutauchen.

Laut Ermittlern wurde die 84-jährige Seniorin am Donnerstag gegen 22.30 Uhr von einem angeblichen Polizeibeamten angerufen, der mitteilte, ihre Tochter wie auch der Schwiegersohn befänden sich schwer verletzt im Krankenhaus. Daher komme eine Kollegin des Anrufers vorbei und fahre die Betroffene zu ihren Angehörigen.

Allerdings sei es in jüngster Zeit zu häufigen Wohnungseinbrüchen gekommen, weshalb die Angerufene ihre Wertsachen zusammentragen und der Polizeibeamtin übergeben solle, teilte der Betrüger weiter mit. Diese würden sicher verwahrt, während die 84-Jährige sich im Krankenhaus aufhalte.

Kurz darauf erschien auch schon die junge Uniformierte und nahm die Wertsachen in Verwahrung, kehrte allerdings nicht mehr zurück. Laut Polizei war die Frau etwa 25 Jahre alt, 1,75 Meter groß, hatte blondes Haar und Zopf, eine normale Figur. Hinweise nimmt das Polizeirevier Philippsburg, Telefon 07256/9 32 90, entgegen.

Niemals unter Druck setzen lassen

Um sich vor der Betrugsmasche „falscher Polizeibeamter“ zu schützen, geben das Landeskriminalamt Baden-Württemberg und das Polizeipräsidium Karlsruhe zahlreiche Tipps. So rufe die Polizei niemals Bürger unter der Polizeinotrufnummer 110 an. Gerade Senioren sollten sich am Telefon niemals unter Druck setzen lassen, sondern im Zweifelsfall lieber den Hörer auflegen. Bei jeglichen Forderungen nach schnellen Entscheidungen, Schocknachrichten, die den engsten Familienkreis betreffen, der Kontaktaufnahme mit Fremden sowie der Herausgabe von persönlichen Daten, Bargeld, Schmuck oder Wertgegenständen sollten Bürger immer sehr misstrauisch werden. Bei einem Verdacht, dass sich ein Betrüger gemeldet hat, solle immer sofort der Polizeinotruf 110 gewählt und der Sachverhalt mitgeteilt werden. Dabei sollen Bürger jedoch niemals die Rückruftaste nutzen – schließlich war der vorherige Anruf manipuliert und man landet wieder bei den Betrügern.

Ganz grundsätzlich sollten gerade ältere Bürger niemals am Telefon über persönliche oder finanzielle Verhältnisse reden. Stattdessen sollten sie sich vorher immer mit ihrer Familie oder Personen, denen sie vertrauen, beraten. beju/pol

Info: Weitere Tipps gibt die Polizei unter www.polizei-beratung.de