Bruhrainer Zeitung

Kultur Wiesentaler Künstlerin Svenja Ritter stellt in Karlsruhe aus / Werke zu gefiederten Tieren

Vögel überraschen Besucher

Archivartikel

Waghäusel/Karlsruhe.Erneut sorgt sie für eine Überraschung. Und für Überraschungen ist die Künstlerin Svenja Ritter (kleines Bild) aus Wiesental bekannt. Bis Sonntag, 20. Mai, stellt sie auf Einladung von Kurator Jens Andres zusammen mit elf weiteren Koryphäen aus ganz Deutschland und anderen Ländern, etwa Kuba, im „Kunstraum Neureut“ in Karlsruhe aus. Für große Aufmerksamkeit sorgte bereits das Thema der Präsentation: „Federn gelassen – der Vogel in der aktuellen Kunst.“ Svenja Ritter hat sich dabei für die Verwendung des besonderen Materials Polystyrol entschieden.

Gerade perfekte Überraschungsmomente, was Motive und Materialien anbelangt, zeichnen sie aus. So sind un- und außergewöhnliche Kreationen als Unikate jetzt in Karlsuhe-Neureut in der Kirchfeldstraße 12 zu sehen und zu bewundern.

Ein Dutzend renommierte Künstler

Mit allerlei Vögeln beschäftigt sich ein Dutzend renommierter Künstler auf recht individuelle Weise. Die Ausstellung untersuche, wie und mit welcher Motivation Künstler in den verschiedenen Medien das mit vielen Konnotationen besetzte Motiv des Vogels darstellen, ließ die Wiesentalerin wissen.

„Groß ist die Bandbreite der künstlerischen Positionen. Der Vogel findet sich bei einigen Künstlern in narrativem Kontext des Bildgeschehens, andere Künstler verwenden das Vogel-Motiv als Ausgangspunkt für die unterschiedlichsten Bearbeitungen und Gestaltungen“, informierte Svenja Ritter. Von Malerei und Zeichnung bis Plastik und Neue Medien reicht das Spektrum der Techniken.

Was bietet die Frau aus der Stadt Waghäusel? Auf einem blattlosen, weißen und gespenstisch wirkenden Baum sitzt eine Schar verschieden großer Vögel. Damit werden Assoziationen mit Alfred Hitchcocks „Die Vögel“ geweckt. Was haben die schwarzen Gesellen vor? Liegen sie auf der Lauer, um plötzlich Menschen zu attackieren?

Außergewöhnliche Kreationen

Svenja Ritter zählt seit vielen Jahren zu den Topkünstlern des Landes und agiert inzwischen deutschland- und europaweit. Ihre Ausstellungen sind zu Publikumsmagneten geworden. Von der Fachpresse wird die Ästhetik ihrer stets außergewöhnlichen Kreationen als „hochexplosiv feminin, intuitiv und hochkonzeptionell“ beschreiben. Was sie biete, sei eine Mischung von Elementen, die in einer Zeit denkwürdiger Lücken und Defizite in so mancher Kunst das Prädikat „besonders wertvoll“ verdiene.

„Die Werke stammen nicht nur aus der Tiefe des Bewusstseins, auch Unbewusstseins der Künstlerin selbst, sondern treffen kollektive Inhalte und holen tabuisierte Wahrheiten an die Oberfläche, ohne kopiert, zitiert oder trendmäßig zu wirken“, heißt es in einer Charakterisierung.

Studiert hat die 46-jährige Frau an der Kunstakademie Saarbrücken, war 2004 Dozentin an der Fine Art Faculty Kabul, Afghanistan sowie 2005 Co-Kuratorin des Afghanischen Pavillons auf der Biennale Venedig. Einige ihrer Arbeiten sind aus einem sehr seltenen Material: Aus Polystyrol (PS), einem thermoplastischen Kunststoff, auch unter Polystyren bekannt. wr