Bruhrainer Zeitung

Nachhaltiges Wirtschaften Beim Verein Unternehmensgrün erste Kontakte knüpfen

Von den ökologischen Ideen der Junioren profitieren

Karlsruhe."Wir hatten in diesem Jahr mehr Interessenten, als wir Plätze vergeben konnten", freut sich Projektleiterin Sabine Reichert vom Verein Unternehmensgrün. "Das zeigt, dass das Interesse an nachhaltiger Wirtschaft und außerschulischem Lernen ungemein hoch ist." In dem Verein haben sich bundesweit 220 Firmen zusammengeschlossen, um junge Leute zum nachhaltigen und ökologischen Wirtschaften anzuregen. Die Unternehmen stammen aus den unterschiedlichsten Branchen: Das reicht vom Bio-Catering bis zur Abfallwirtschaft. In diesem Jahr erstmals mit dabei: Auszubildende aus dem Hotelgewerbe.

Die teilnehmenden Schüler kommen aus Stuttgart, Tübingen, Ravensburg, Karlsruhe, Kornwestheim und Freiburg. Die Schulen bieten das Projekt meist als Seminarkurs an - die Projekte werden von den Schülern eigenständig durchgeführt und abiturrelevant geprüft. "Das Projekt ist eine sehr gute Chance für die Schülerinnen und Schüler, sich konkret in hoch aktuelle, gesellschaftliche Themen wie Klimawandel, Energiewende oder den Schutz von endlichen Ressourcen einzuarbeiten. Sie sehen an praktischen Beispielen, wie mit diesen Herausforderungen in Unternehmen umgegangen wird, können sich selbst ausprobieren und mitgestalten", erklärt Sabine Reichert weiter. Etwa drei Stunden pro Woche verbringen die Teilnehmer in den Unternehmen, um ihre Ideen voranzutreiben.

Dazu werden die die teilnehmenden Schüler in den kommenden Monaten projektbegleitende Workshops besuchen, um sich das nötige Grundlagenwissen rund ums nachhaltige Wirtschaften anzueignen. Ziel ist es, die Zusammenhänge zwischen ökologischem, ökonomischem und sozialem Handeln für Schüler auch in der Praxis erlebbar zu machen.

Auch Gaststätten mit einbeziehen

Bei der einjährigen Zusammenarbeit mit einem Unternehmen können die Jugendlichen nachhaltiges Wirtschaften an konkreten eigenen Projekten praktisch ausprobieren. Die beteiligten Firmen erhalten gleichzeitig Kontakt zu geeigneten Nachwuchskräften und profitieren von den neuen Ideen der Junioren.

In diesem Jahr startet im Großraum Stuttgart parallel das Pilotprojekt "Nachhaltigkeit und ökologisches Wirtschaften im Gastgewerbe". Dort sollen Auszubildende in Hotellerie und Gastgewerbe lernen, mit lokalen und globalen ökologischen und sozialen Veränderungen und Herausforderungen umzugehen. Es werden neun Auszubildende aus dem Bereich Hotellerie teilnehmen und kleine, innovative und nachhaltigkeitsrelevante Projekte in den einzelnen Fachbereichen ihrer Betriebe umsetzen. Im Laufe des Jahres nehmen sie an verschiedenen Fachworkshops teil.

Alle Teilnehmer werden nach erfolgreicher Beendigung der Projektlaufzeit mit einer Urkunde ausgezeichnet, die die gewonnenen Erfahrungen testiert und für künftige Bewerbungen eine Profilierung im Bereich Nachhaltiges Wirtschaften bietet. Das Juniorenfirmen-Projekt gibt es seit 2008, Träger ist der Verein Unternehmensgrün, der Bundesverband der grünen Wirtschaft. Gefördert wird das Projekt vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg.