Bruhrainer Zeitung

Stadtwerke: 2 Versorgung mit Ökostrom spart 4000 Tonnen CO / Ausgleich auch durch Zertifikate vom Klimaschutzfond / Investitionen für kommende Gernationen

Wasser aus dem Hahn ist jetzt klimaneutral

karlsruhe.Als erster Wasserversorger in Deutschland liefern die Stadtwerke Karlsruhe ein vollständig klimaneutrales Trinkwasser. Das bedeutet, dass die Wasserversorgung von der Grundwasserförderung bis zu den Wasserhähnen in den Haushalten und Betrieben ganz ohne schädliche Treibhausgasemissionen auskommt, wie die Stadtwerke in einer Pressemitteilung schreiben.

„Wir liefern nicht nur sauberes und gesundes Wasser, sondern bewahren auch Klima und Umwelt, indem wir Karlsruhe mit Trinkwasser ohne negative Klimaauswirkungen versorgen. Und darauf sind wir stolz“, so Professor Dr. Matthias Maier, Leiter der Trinkwassergewinnung bei den Stadtwerken.

Die Klimaneutralstellung haben die Stadtwerke über folgende drei Schritte erreicht: Zum einen durch ihr zertifiziertes Energiemanagementsystem, mit dem der Strombedarf für die Trinkwasserversorgung seit 2013 kontinuierlich gesenkt wurde. Des Weiteren wird der verbleibende Strombedarf seit 2014 komplett mit Ökostrom des anerkannten „ok-power“-Siegels gedeckt. Damit werden jährlich über 4000 Tonnen CO2 vermieden. Drittens: Die verbleibenden fünf Prozent des Gesamtenergieverbrauchs – für Dienstfahrzeuge, Heizungswärme und Notstromaggregate – können die Stadtwerke noch nicht vollständig vermeiden. Daher werden diese vergleichsweise geringen CO2-Mengen über hochwertige Zertifikate des Karlsruher Klimaschutzfonds ausgeglichen. Das erfolgt in lokalen Klimaschutzprojekten und in streng überwachten Aufforstungsprojekten in den Regenwäldern von Ecuador. Dort werden Bäume gepflanzt, die die entsprechenden CO2-Mengen aus der Luft binden.

Keine Emissionen

Wer gesunde Ernährung mit nachhaltiger Lebensweise kombinieren möchte, für den ist das Karlsruher Leitungswasser ein ideales Getränk. Für einen Liter Trinkwasser entstehen auf dem gesamten Weg bis in den Wasserhahn keinerlei Treibhaus-Emissionen.

Zum Vergleich: Der durchschnittliche CO2-Ausstoß für einen Liter Trinkwasser liegt in Deutschland bei 0,82 Gramm. Für einen Liter Mineralwasser fallen sogar rund 201 Gramm an. Dazu kommen große Mengen an Plastikflaschen und die Umweltbelastung durch die Transporte durch Lastwagen.

„In Sachen Klimaschutz kann dem Karlsruher Trinkwasser also niemand das Wasser reichen. Das Schleppen von Wasserkisten kann man sich im wahrsten Sinne des Wortes sparen“, so Professor Maier weiter. Zumal: Trinkwasser direkt aus der Leitung ist das bestüberwachte Lebensmittel, das es gibt. Das Karlsruher Trinkwasser hat eine hervorragende Qualität und ist eines der besten in ganz Deutschland. Es ist praktisch nitratfrei und hat ein sehr gutes Verhältnis von lebenswichtigem Calcium und Magnesium. Damit ist es ein äußerst gesunder Durstlöscher, kalorienfrei, qualitativ hochwertig und vor allem konkurrenzlos günstig: Ein Liter kostet nicht einmal einen viertel Cent.

Damit das Trinkwasser zuverlässig bei den über 450 000 Kunden in Karlsruhe und den Umlandgemeinden ankommt, investiert das Unternehmen in die Infrastruktur. Die Stadtwerke werden ihr Wasserwerk „Mörscher Wald“ bis 2021 nach modernsten technischen Standards komplett neu errichten. Das über 30 Millionen teure Projekt sichert die Trinkwasserversorgung für nachkommende Generationen. zg