Bruhrainer Zeitung

Schloss Bruchsal Im historischen Kleid durch den Marmorsaal schweben / "Komm mit Aschenputtel aus den Maskenball" begeistert kleine Mädchen

Wenn kleine Prinzessinnen tanzen

Bruchsal.Fußball in der Soccerare-na, Vergnügen im Freizeitpark oder etwa wandern mit Lamas - der Nachwuchs will anlässlich seines Wiegenfestes etwas geboten be-kommen. Warum nicht auch bei ei-ner Geburtstagsfeier im Schloss? Im Bruchsaler Schloss kann man die Sonderführung "Komm mit Aschen-puttel auf den Maskenball" auch für einen Kindergeburtstag buchen. Die Bruhrainer Zeitung schaute sich das Angebot an, das auch zum Ferienprogramm gehörte.

"Wer mag eine Prinzessin sein", fragte Dr. Birgit Maul. Die freiberuf-liche Schlossführerin wurde nicht enttäuscht. Denn alle Finger gingen bei den 18 jungen Damen, die den Nachmittag des letzten Sommerferien-Freitags in der einzigen geistlichen Residenz am Oberrhein verbrachten, flugs nach oben. "Prinzessinnen haben ein tolles Schloss und schöne Kleider", wusste eines der Mädchen im Alter zwischen sechs und zehn Jahren zu berichten.

Für jede ein schönes Kleid

Vor die Anprobe der Kleider hatte Birgit Maul aber das Basteln illust-rer, nach individuellen Vorlieben gestalteter Masken gestellt. Ob Stabmaske oder mit Schnur versehener Ausführung, die Verkleidungen sahen mit verschieden farbigen Federn oder kleinen und großen, wie Diamanten anmutenden Steinen einfach nur toll aus. "Adelige schubst man nicht", sagte eine kleine Heidelsheimerin zu ihrer Nachbarin und unterstrich, dass sie schon längst im Element Prinzessin war.

Vom Nebengebäude des Ehrenhofs konnte es nun in die Eingangshalle, die Intrada, des knapp 300 Jahre alten Schlosses gehen. "Wie sahen die Leute damals aus?", wollte Birgit Maul wissen. "Die Männer sahen schön aus. Die Frauen noch schö-ner", bekam sie als Antwort.

Nun denn, es fehlte aber noch das richtige Outfit, um wie zu Zeiten der barocken Feste gekleidet zu sein. Bei der Kleiderausgabe im ersten Stock wurde es alsbald eng vor dem Spiegel. "Meine Hüfte...", meinte eine der Prinzessinnen nur, während sie den Stoff an entsprechender Stelle zurechtzupfte. Spätestens beim Gruppenfoto auf den ersten Stufen des berühmten Treppenhauses von Schloss Bruchsal saßen die histori-schen Kostüme ganz wunderbar.

Auf dem Weg zum Maskenball

Dass der berühmte Baumeister Balthasar Neumann für die architektonische Faszination des Treppenhauses verantwortlich ist, interessierte die "Aschenputtel" nicht. Viel wichtiger war, dass sie sich nun auf dem Weg zum Maskenball befanden. Der konnte nirgendwo anders stattfinden als im Marmorsaal. Hier ertönten nach kurzer Einweisung auch gleich barocke Klänge. Ein Knicks hier, eine Ehrerweisung dort, die Art zu tanzen war zu Zeiten des Fürstbischofs zu Speyer im Bruchsaler Schloss eben eine andere. Und die Art, wie eine Prinzessin Zeit in einem echten Schloss zu verbringen, war für die 18 Mädchen sehr schöne.