Bruhrainer Zeitung

Immobilien Bankkosten werden bei Preiserhöhung nicht ersetzt

Wenn’s teurer wird, hat der Käufer Pech

Karlsruhe.Erst mit der Unterschrift unter einen Vertrag gilt auch der Preis für eine Immobilie. Bis dahin können beide Seiten pokern. Für Käufer kann das teuer werden. Wird die Wohnung am Ende zu einem höheren Preis verkauft als geplant, kann die Finanzierung platzen.

Erhöht ein Immobilienverkäufer kurzfristig den Preis, macht er damit Interessenten schnell einen Strich durch die Rechnung. Pech für sie: Schadenersatz rechtfertigt ein solches Verhalten des Verkäufers nicht, wie ein Urteil des Bundesgerichtshofes (BGH) zeigt (Az.: V ZR 11/17). Darüber berichtet die Zeitschrift „Das Grundeigentum“ des Eigentümerverbandes Haus & Grund Berlin. Das gilt auch, wenn der Käufer im Vertrauen darauf, dass ein Vertrag zustande kommt, bereits eine Finanzierung abgeschlossen hat.

Plötzlich 100 000 Euro mehr

In dem verhandelten Fall wollte der Kläger eine Wohnung von einem Großinvestor kaufen. Der Preis für das Dachgeschossappartement sollte bei 376 000 Euro liegen. Der Interessent schloss einen Finanzierungsvertrag über 300 000 Euro zum 1. Oktober ab. Dieser Vertrag beinhaltete ein Widerrufsrecht von 14 Tagen. Mit dem beauftragten Makler wurde ein Notartermin zum Vertragsschluss für den 30. Oktober vereinbart.

Wenige Tage vor der Vertragsunterzeichnung, am 22. Oktober, erhielt der Käufer dann die Nachricht, dass die Wohnung nur zu einem Preis von 472 400 Euro verkauft werde. Daraufhin nahm der Kläger vom Kauf Abstand. Die Rückabwicklung des Finanzierungsvertrags kostete ihn allerdings 9000 Euro, die er vom Verkäufer erstattet haben wollte.

Ohne Erfolg: Im Zuge der Privatautonomie habe jede Partei das Recht, bis zum Vertragsschluss Abstand zu nehmen. Alle Aufwendungen, die in Erwartung des Vertragsabschlusses gemacht werden, erfolgten grundsätzlich auf eigene Gefahr. Die Treuepflicht werde nicht verletzt, wenn ein Verkäufer einem Kaufinteressenten nicht offenbare, dass er sich eine Preiserhöhung vorbehält.

Im konkreten Fall habe der Verkäufer den Interessenten zeitnah über den neuen Preis informiert. Dass dieser schon einen Darlehensvertrag abgeschlossen hatte, spiele keine Rolle. dpa