Bruhrainer Zeitung

Umfrage Landrat Christoph Schnaudigel fordert mehr Wohnraum / 98 Prozent von 6000 befragten Haushalten sind zufrieden

„Wer hier wohnt, will bleiben“

Kreis.Mehr als 98 Prozent von 6000 befragten Haushalten am Mittleren Oberrhein sind „sehr zufrieden“ oder „zufrieden“ mit der eigenen Wohnsituation. Das ist die Bilanz einer im Sommer 2017 durchgeführten Umfrage, welche zum Beispiel Wohnform, Ausstattung und Modernisierungsstand, die umliegende Infrastruktur sowie mögliche Umzugsabsichten der Befragten thematisierte. Das schreibt die Stadt Karlsruhe in einer Pressemitteilung.

„Wer hier wohnt, möchte bleiben. Das spricht für die Attraktivität unserer Region“, freute sich der Vorsitzende des Regionalverbands Mittlerer Oberrhein, Dr. Christoph Schnaudigel, bei der Ergebnispräsentation. Der Karlsruher Landrat betonte aber auch, dass weiterhin viel Bedarf nach neuem Wohnraum bestehe. Die steigende Nachfrage auf einem angespannten Wohnungsmarkt, vor allem in Karlsruhe, war schließlich auch ein Hauptgrund für die durchgeführte Befragung. Die Ergebnisse der Studie sollen Kommunen nun als Leitfaden bei der Wohnraumentwicklung und der Erschließung neuer Siedlungsflächen dienen.

Kurze Wege sind wichtig

„Attraktive Wohn- und Lebensräume zur Verfügung zu stellen“, sei zentrale Aufgabe der Politik, machte diesbezüglich auch Staatssekretärin Katrin Schütz klar. Was diese Attraktivität für die Bewohner ausmacht, darüber gibt wiederum die Studie Auskunft.

Bei der Beurteilung der Qualität des Wohnumfelds spielen die „kurzen Wege“ zu Nahversorgung, ärztlichen Dienstleistungen, Gastronomie oder Freizeiteinrichtungen eine wichtige Rolle. Auch ein guter Anschluss an den öffentlichen Personennahverkehr zählt zu den zentralen Standortkriterien. Speziell bei Familien punktet zudem die Nähe zu Betreuungs- und Bildungseinrichtungen. Diese Kriterien bestimmten bei einem geplanten Umzug auch die Wahl des neuen Wohnortes.

Im Regionsdurchschnitt wollen jedoch nur drei Prozent der Befragten in den kommenden Jahren umziehen. Dahinter stehen zumeist der Wunsch nach Wohneigentum, zu verkürzende Pendelstrecken oder die Änderung der Haushaltsgröße. In Karlsruhe und den großen Kreisstädten ist die Umzugsbereitschaft indes höher, in den anderen Kommunen aufgrund der hohen Eigentümerquoten und einem höheren Altersdurchschnitt geringer. Prägnantes Merkmal dabei ist die Standorttreue.

Viele bevorzugen Stadt

Im Oberzentrum Karlsruhe gaben mehr als achtzig Prozent der umzugswilligen Haushalte an, in der Stadt bleiben zu wollen. Da weiterhin gerade junge Menschen hinzukämen, werde „die Anspannung des Wohnungsmarktes in und um das Oberzentrum“ deutlich, konstatierte Karlsruhes Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup.

Die Stadt werde sich weiterhin „sehr anstrengen“, die Bedürfnisse zu befriedigen. Aber es sei „gut und sinnvoll“, die Wohnraumplanung als „regionale Aufgabe“ zu verstehen, so das Stadtoberhaupt abschließend. Die komplette Studie ist beim Regionalverband Mittlerer Oberrhein und beim Amt für Stadtentwicklung als Broschüre erhältlich. zg