Bruhrainer Zeitung

Schwetzinger Festspiele Unter dem Motto „Übergänge“ gibt es vom 27. April bis 26. Mai 57 Konzerte und Opernaufführungen / Vorverkauf startet am 13. Dezember

Wie der Klang das Theater ins Schwanken bringt

Schwetzingen/Speyer.Wenn am Freitag, 27. April, die Schwetzinger Festspiele mit der Uraufführung der Musiktheaterproduktion „ARGO“ in ihre 67. Saison starten, dann erwartet die Besucher bis zum 26. Mai unter dem Motto „Übergänge“ ein vielfältiges musikalisches Programm. Insgesamt sind 57 Veranstaltungen mit internationalen Weltklassemusikern und hochkarätigen jungen Künstlern zu erleben, die das Festivalthema mit spannenden Ideen auf unterschiedlichste Weise ausleuchten.

Und wie immer bei den Schwetzinger Festspielen, die ja durch die geringe Größe des Rokokotheaters im Schloss auf 500 PLätze eingeschränkt sind, lohnt es sich, den Vorverkaufsstart am 13. Dezember schnell zu nutzen, bevor die ersten Höhepunkte dann schon ausverkauft sind. Das detaillierte Festspielprogramm ist jetzt online unter schwetzinger-swr-festspiele.de.

Die Uraufführung des Musiktheaters „ARGO“ des spanischen Komponisten José Maria Sánchez-Verdú und des Texters Gerhard Falkner in der Regie von Sabrina Hölzer bringt den Mythos des Argonauten Butes auf die Bühne, der den Gesängen der Sirenen nicht widerstehen kann. Sein Sprung ins Meer ist ebenso Metapher für die Suche nach dem Unbekannten wie für den Übergang vom Leben zum Tod. Unter der musikalischen Leitung des Komponisten sind Jonathan de la Paz Zaens (Butes), Alin Deleanu (Orpheus), Brett Carter (Odysseus), Stefan Bootz (Jason) und Maren Schwier (Aphrodite), das SWR-Symphonieorchester und der Chor des Staatstheaters Mainz zu erleben. Wesentlicher Bestandteil des musikalischen und szenischen Konzepts ist zudem die Live-Elektronik, die vom SWR Experimentalstudio gestaltet den Raum klanglich erweitern und die Hörer als auditive Schiffsreisende in Bewegung halten wird.

Einzigartige Konzertabende

Weitere „Übergänge“ werden im Liederabend von Christoph Prégardien „Zwischen Leben und Tod“ ebenso thematisiert wie im Konzert „Krieg und Frieden“ der Sopranistin Sarah Wegener, das Werke aus vier Jahrhunderten umfasst. Die Geigerin Antje Weithaas und ihr Orchester Camerata Bern bewegen sich mit der Musik von Bartók und Kodály zwischen Volks- und Kunstmusik. Und das kanadische Ensemble „Constantinople“ führt Werke der italienischen Renaissance und des osmanischen Hofes auf, die Albert Bobowski, alias Ali Ufki im 17. Jahrhundert zusammengestellt hat. Den Epochenübergang von Johann Sebastian Bach zu seinen Söhnen spiegelt das Programm des Ensembles „Les Passions de l’Ame“ mit Kristian Bezuidenhout am Cembalo wider. Sechs Streichquartett-Matineen werden vom Minguet Quartett, dem Rolston String Quartet, dem Apollon Musagète Quartett, dem Belcea Quartet, dem Pavel Haas Quartett und dem Pacifica Quartet gestaltet. Die Residenzkünstlerinnen sind Geigerin Antje Weithaas und Cellistin Tanja Tetzlaff, die sich in mehreren Konzerten in unterschiedlichen Konstellationen präsentieren. In der Reihe „Grenzgänge“ sind in der Orangerie in vier Konzerten Musiker zu erleben, die sich souverän und kreativ in unterschiedlichen musikalischen Welten bewegen. Auf den Spuren der berühmten Mannheimer Hofkapelle gibt es einen historischen Stadtspaziergang mit anschließendem Kammerkonzert im Palais Hirsch und die „Musik im Garten“ erkundet bei freiem Eintritt den Bereich um den Apollo-Tempel im Schlossgarten (es muss eine Karte für den Garten gelöst werden!)

Als neue Konzertspielorte sind neben dem Dom und der St. Joseph Kirche zu Speyer diesmal auch die zwei Schwetzinger Kirchen St. Maria und St. Pankratius mit dabei. An diesen vier Orten, allesamt mit besonders für Vokalensembles geeigneter Akustik, finden die Konzerte mit dem SWR Vokalensemble, den legendären „King’s Singers“, dem belgischen Ensemble „Graindelavoix“ und dem britischen „Tenebrae Choir“ statt.

Wie in den vergangenen Jahren gibt es auch dieses Jahr die Orchesterakademie mit dem SWR Symphonieorchester, die Schwetzinger Hofmusik-Akademie und diesmal sogar zwei ARD-Preisträgerkonzerte.

Darüber hinaus sind zahlreiche Kammerkonzerte, Klavier- und Liederabende auf dem Programm – mit hochkarätigen Ensembles und Künstlern wie Dezso Ránki, Dénes Várjon, dem Grau-Schumacher Piano-Duo oder Gil Shaham. Ebenso mit zahlreichen vielversprechenden Künstlern der jüngeren Generation, wie Bertrand Chamayou, Kiveli Dörken oder Tobias Feldmann.

Ein richtiges Opernfest

Eine reizvolle Wiederentdeckung erwartet uns mit Antonio Salieris Dramma giocoso „La Fiera di Venezia“ mit dem Ensemble „L’arte del mondo“ und einer hochkarätigen Solistenriege. Den Abschluss der Festspiele 2018 bildet Henry Purcells Semi-Opera »The Fairy Queen« mit der Akademie für Alte Musik und dem Rias-Kammerchor unter der Leitung von Rinaldo Alessandrini.

Sämtliche Veranstaltungen werden aufgezeichnet und in SWR 2 ausgestrahlt, 13 davon voraussichtlich live. Drei Konzerte sowie die Eröffnungsproduktion sind zudem im Live-Videostream auf SWRClassic.de und ARTE zu erleben.