Bruhrainer Zeitung

Natur Jagdbehörde legt Jahresstatistik vor / Schwarzwild soll weiterhin stark geschossen werden / Gebühr für Proben wird ausgesetzt

Wildschweine im Fadenkreuz

Archivartikel

Kreis Karlsruhe.Die Untere Jagdbehörde im Landratsamt Karlsruhe hat die Jahresstatistik für das Jagdjahr 2017/18 vorgelegt. Demnach kamen in den mehr als 250 Jagdrevieren, einschließlich der Regiejagd des Forstes, insgesamt 4137 Stück Schwarzwild (Wildschweine) zur Strecke. Dies entspricht einer Steigerung um rund 33 Prozent und damit der dritthöchsten Schwarzwildstrecke im Landkreis, heißt es in einer Mitteilung des Landkreises.

„Neben der Verhinderung von Wildschäden ist eine intensive Bejagung des Schwarzwildes auch im Hinblick auf die Afrikanische Schweinepest notwendig“, machte der Leiter des Amtes für Veterinärswesen und Lebensmittelüberwachung, Dr. Joachim Thierer, deutlich: Die Absenkung der Schwarzwildbestände sei eine entscheidende Voraussetzung zur Minimierung der Risiken eines Seucheneintrags der Afrikanischen Schweinepest, heißt es in der Mitteilung. Als eine Maßnahme hierzu wurde die Schonzeit für Schwarzwild im März und April aufgehoben, wodurch eine ganzjährige Bejagung möglich ist.

Ein leichter Rückgang um knapp 10 Prozent auf 4684 Stück ist hingegen bei der Rehwildstrecke zu verzeichnen. In dieser Zahl sind ebenfalls die Abschüsse der Forstreviere enthalten. Durch die gesetzlich verankerte Rehwildbewirtschaftung ohne behördlichen Abschussplan sei die Eigenverantwortung der Verpächter und Pächter gestiegen, so der Landkreis. Diese schließen individuelle Zielvereinbarungen ab, so dass es seitens der Jagdbehörde keine Vorgabe für die Abschusszahlen gibt.

Fasane und Hasen geschützt

Die Fuchsstrecke beläuft sich laut Statistik auf 2031 Stück, wovon 600 Jungfüchse im Bereich der Hegegemeinschaften im Zeitraum 1. Mai bis 31. Juli erlegt wurden. Bei der sogenannten Hegegemeinschaft handelt es sich um einen Zusammenschluss mehrerer Jagdreviere, die gemeinsame Maßnahmen der Bejagung, Hege und des Wildtiermanagements durchführen, schreibt das Landratsamt.

Maßnahmen sind neben der Intensivierung der Jagd durch verstärkte Ansitze auf Jungfüchse oder die Durchführung von Fuchswochen in den Wintermonaten auch die Biotophege durch das Anlegen und Bewirtschaften von Wildäckern. Das Ziel ist dabei der Schutz von Niederwildtierarten, welche Beutetiere für den Fuchs darstellen, wie beispielsweise Fasane, Rebhühner oder Feldhasen. Im Landkreis Karlsruhe wurden von der Jagdbehörde acht Hegegemeinschaften bestätigt.

Rückgänge bei der Strecke gibt es bei der Stockente sowie der Grau-, Kanada- und Nilgans. Bei der Stockente halbierte sich die Strecke auf 382 Stück. In der Jagdzeit der Wildgänse vom 1. September bis 15. Januar wurden 250 Tiere erlegt. Im Vergleich zum Vorjahr ist dies ein Rückgang um rund 20 Prozent. Die Gänse richten vor allem in Ackerflächen entlang der Rheinschiene Schäden an.

Weiterhin auf einem hohen Niveau liegt die Nutriastrecke, obwohl einen leichten Rückgang um 10 Prozent auf 650 Tiere gab. Häufig bereiten Nutria innerhalb der Ortslagen an Bachläufen Probleme, da diese Schäden an den Uferböschungen und Dämmen durch Unterhöhlungen verursachen. Durch die Zusammenarbeit von Gemeinden, Jägern und Jagdbehörde konnten Lösungen und Strategien für die Probleme im Siedlungsraum gefunden werden, heißt es in der Mitteilung. Um einen weiteren Anstieg der Population zu verhindern, weist die Jagdbehörde auf das Fütterungsverbot dieser Tiere hin.

Aktuell hat der Landkreis Karlsruhe entschieden, ab dem 1. Juli 2018 bis auf weiteres auf die Erhebung der sogenannten Trichinenuntersuchungsgebühr bei Proben von erlegtem Schwarzwild, die durch den Jäger entnommen werden, zu verzichten. Im Jagdjahr 2017/18 wurden knapp 90 Prozent der Trichinenproben von Jägern selbst entnommen. Trichinenproben, welche durch den amtlichen Tierarzt entnommen werden oder für die vom Jäger eine Einzeluntersuchung beantragt wird, bleiben bedingt durch die hierfür anfallenden hohen Kosten gebührenpflichtig.

Proben selbst entnehmen

„Alle Trichinenproben von beim Ansitz oder auf der Drückjagd erlegten Stücke können von beauftragten Jägern selbst entnommen und an den benannten Trichinenuntersuchungsstellen zu den festgelegten Untersuchungstagen abgegeben werden“, so Dr. Joachim Thierer.

Für weitere Informationen steht die Untere Jagdbehörde des Landratsamtes Karlsruhe, Telefon 0721/936-83050 oder 0721/936-83410, zur Verfügung. beju/zg