Adelsheim

Abschlussball des Ganztagsgymnasiums GTO-BigBand umrahmte die beeindruckende Feier in der Baulandhalle

88 Abiturienten in neue „Freiheit“ entlassen

Archivartikel

Bei der Abschlussfeier in der Baulandhalle nahmen die 88 Abiturientinnen und Abiturienten des GTO ihre Reifezeugnisse entgegen.

Osterburken. Nach einem „Trailer“ in Erinnerung an die achtjährige Schulzeit am Ganztagsgymnasium zogen die Abiturienten des Jahrgangs 2018 voll Stolz und Freude unter dem Beifall der Gäste in die vollbesetzte Baulandhalle ein. Bei der Abschlussfeier wurden sie mit vielen guten Wünschen in einen neuen Lebensabschnitt verabschiedet.

Das mehr als dreistündige, kurzweilige Programm wurde von der GTO-Bigband unter Leitung von Patrick Penndorf umrahmt. Los ging es mit „Persuasion Suite“ von Tobias Wember. Schulleiterin Oberstudiendirektorin Regina Krudewig-Bartel begrüßte eine Vielzahl von Ehrengästen aus Politik, Bildung, Kultur und Wirtschaft. Besondere Grußworte seitens des Schulträgers, des Neckar-Odenwald-Kreises, galten Osterburkens Bürgermeister Jürgen Galm sowie Dr. Bruno Völker als Vertreter der benachbarten Realschule.

Nicht vergessen wurden die Eltern und Freunde der Abiturienten. Das von den Abiturienten gewählte Motto „FSK 18 - AB(I) jetzt freigegeben“ gab Regina Krudewig-Bartel Gelegenheiten zu einigen Ausführungen. Sich endlich aus der Schule verabschieden und etwas Neues, Eigenes beginnen, zu neuen Ufern aufbrechen, auf eigenen Füßen stehen und die neu gewonnene Freiheit genießen. Beim Wort „Freigegeben“ stelle sich die Frage, wer gibt denn nun frei? Das richte sich einmal an die Eltern, denn sie seien jetzt aufgefordert, ihre Kinder loszulassen.

Auf eigene Stärke vertrauen

„Vielleicht werden nicht alle gleich in die große, weite Welt aufbrechen, aber wer ein Studium oder ein Auslandsjahr plant, wird gehen. Und dann wird es wichtig sein, das mitzugeben, was sie brauchen, um auf eigenen Füßen stehen zu können“, so die Schulleiterin. Vertrauen in die eigene Stärke sei ebenso wichtig wie Hilfe bei kleineren und größeren Problemen.

Die Schulleiterin war sich sicher, dass das Band, das Eltern und Kind bisher verbunden habe, nicht abreißen werde. Freigegeben, das richte sich, so Krudewig-Bartel, auch an die Schule und an die Kollegen, welche die Abiturienten bereits als kleine „Fünfer“ kennenlernten und dabei halfen, dass sie die erste Schulzeit am GTO mit den so langen Tagen gut bestehen.

„Freiheit“ werde in der Regel als die Möglichkeit verstanden, ohne Zwang zwischen unterschiedlichen Möglichkeiten zu wählen und entscheiden zu können. Es bedeute aber auch, Verantwortung zu übernehmen für eigenes Reden und Handeln. Die Schulleiterin, deren Ansprache mehrfach durch Beifall unterbrochen wurde, wünschte allen viel Mut, um ins Neue, oft auch Unbekannte aufzubrechen und dass dabei auch die „freiwillige“ Selbstkontrolle gelinge. Sie wünschte den Absolventen alles Gute und viel Erfolg für ihre „Freiheit“.

Nach „Spain“ (Chick Corea) folgten die Dankesworte des Stufensprechers Jakob Sherif. Er blickte auf die Einschulung im Jahr 2010 zurück. Am ersten Schultag habe ihnen ihr Klassenlehrer Sonnenblumenkerne überlassen, die sie in kleinen Säckchen aufbewahrten. „Heute, am Tage der Entlassung, steht hier statt der Tüte mit Samen eine voll ausgewachsene, strahlende Sonnenblume, die nicht in einem Tag und auch nicht ohne fürsorgliche Pflege wächst.“ Es habe während der Schulzeit mal mehr, mal weniger Sonnenschein gegeben.

Dank an die „Gärtner“

„Und gelegentlich brauchen manche Blumen länger“, sagte Sherif. Trotz allem stehe diese Blume heute in vollem Glanz da, wofür er allen „Gärtnerinnen und Gärtnern“ am GTO dankte, auch der Leitung der „Gärtnerschaft“, Regina Krudewig-Bartel, sowie den Eltern und den Freunden. Einen beeindruckenden musikalischen Beitrag zur Feier leisteten die Abiturienten des Neigungsfachs Musik mit „Brünnhildes Schlussgesang – Der Rede erster Teil“, einer Konzerttranskription von Tim Winkelhöfer.

Die Chance nutzen

Nach der Übergabe der Zeugnisse durch Regina Krudewig-Bartel, Uwe Rossa und die Tutoren gratulierte Landrat Dr. Achim Brötel seitens des Schulträgers. Auf diesen besonderen Tag hätten die Schüler lange hingearbeitet. Mit dem Abitur sei ein erstes wichtiges Etappenziel im Leben erreicht. Alle würden sich nun auf den Weg machen, der sie ins Studium oder in eine Ausbildung führe, denn sie könnten aus einer Vielzahl von Möglichkeiten wählen.

„Sie haben viele Chancen“, sagte der Landrat, mit der Bitte, sie zu nutzen und auch Verantwortung für das eigene Leben wie auch im Beruf zu übernehmen – aber auch „für die Gesellschaft und die Welt, in der wir leben“. Dabei solle die Heimat nicht vergessen werden.

Nach dem tänzerischen Beitrag „Step up – GTO“ folgte die Preisverleihung sowie eine ungewöhnliche Rede von Scheffelpreisträger Tim Winkelhöfer. In der Schulzeit am GTO sei viel Wissen über Dürrenmatts Literatur oder Matheformeln vermittelt worden, allerdings nichts Alltägliches wie zum Beispiel, wie man Nudeln koche. „Manchmal fragte man sich schon nach dem Sinn des Gelernten“, so Winkelhöfer. Allgemeinbildung solle auch Begeisterung an den zu vermittelten Fächern auslösen. Man könne Menschen mit Dingen konfrontieren; was sie daraus machten, sei ihre eigene Sache. Den ehemaligen Abiturienten wünschte er viel Glück und alles Gute.

Gemeinsam präsentierten sich die Absolventen dem Publikum danach mit einem einstudierten Song über den Schulalltag.

Die Stufensprecher Tessa Herold, Hanna Schmid und Lilly Jost bedankten sich bei der Schulleitung sowie dem Lehrerteam für die schöne Zeit am GTO. Verlassen wird die Schule auch der langjährige, von allen geschätzte Schülersprecher Jakob Sherif. Er erhielt für seine Arbeit einen großen Dank und ein Präsent. Ein großes Dankeschön galt der Schulleitung für viele herzliche Gespräche, die stets hilfreiche Art rund ums Abitur sowie den Lehrern für ihre große Unterstützung.

Mit dem Liedbeitrag „Hall of Fame“ von The Script neigte sich die Feier dem Ende entgegen und die Akteure verabschiedeten sich von der „Borkemer Baulandbühne“. Oberstudiendirektorin Regina Krudewig-Bartel bedankte sich bei allen Beteiligten, die zum guten Gelingen der Feier beitrugen. In der anschließenden Bewirtung gab es viel Zeit für Gespräche sowie Beiträge der Abiturientinnen und Abiturienten.