Adelsheim

Im Kulturzentrum Adelsheim Informationsveranstaltung zu geplanter Lärmsanierung an Bahnstrecke durch die DB / Stadt und Bürger zu Entscheidung gefordert

Adelsheim und Sennfeld sind am Zug

Adelsheim.Zum Abschluss der Reihe an Informationsveranstaltungen über das Thema „Lärmsanierung an Schienenwegen des Bundes“ war am Donnerstagabend der Teilabschnitt Adelsheim/Sennfeld an der Reihe.

Wie schon in der vorherigen Veranstaltungen in der Region hierzu (die FN berichteten), waren auch an diesem Abend die Reihen der Zuhörer im Kulturzentrum gut gefüllt. Vor rund 60 Interessierten, darunter auch Mitglieder des Gemeinderats, begrüßte Bürgermeister Klaus Gramlich als Referentin der Deutschen Bahn AG Sabine Weiler, die durch Chrstian Krenz vom Ing-Büro A.I.T. aus Rimpar unterstützt wurde.

Schallschutzmaßnahmen

Neben den theoretischen Grundlagen und gesetzgeberischen Hintergründen wurden insbesondere die verschiedenen Arten der Schallschutzmaßnahmen erläutert.

Nämlich als aktive Form, also Schallschutzwände entlang der Bahnstrecke, oder passive Maßnahmen in den jeweils betroffenen Privathäusern, abhängig vom dortigen Lärmpegel.

Insgesamt waren für die Erstellung des Lärmschutzgutachten, dessen Ergebnisse von Krenz im Detail präsentiert wurden, 349 Gebäude in Adelsheim und 242 Gebäude in Sennfeld in einem Entfernungskorridor von 300 bis 400 Meter zur Bahnlinie untersucht worden.

Aus diesen Gruppen hätten sich 158 (Adelsheim) und 94 (Sennfeld) als förderfähig gemäß der zuvor präsentierten Richtlinien erwiesen.

Die Schallschutzwände sollen sich in Adelsheim über 2, 6 Kilometer Länge erstrecken und eine Höhe von drei Meter erreichen. Die meisten von einer Überschreitung der Lärmschutzgrenze – Wohngebiete nachts maximal 57 Dezibel (dB) – betroffenen Häuser stehen in der Unteren Au-, Beethoven-, Bahnhof- und Wemmershöferstraße sowie Panoramaweg und Essigklinge. Für Sennfeld sind 1,3 Kilometer Länge geplant, die Höhe beträgt dort nur 2, 5 Meter. Hier stehen Bahnhof-, Haupt-, und Korberstraße im Mittelpunkt der Lärmbelastung.

Krenz wies darauf hin, dass man die topographische Situation der Stadt beachten müsse. „Bei den Hanglagen in der Korberstraße Sennfeld etwa ist ein Schutz nur passiv möglich, denn selbst die maximale Höhe der Schallschutzwände wäre immer noch viel zu niedrig für einen Effekt“, so der Gutachter.

Insgesamt seien die Pegelminderungen wie folgt anzusetzen: Adelsheim je nach Straße/Gebiet durchschnittlich zwischen 6, 7 und 11, 5 dB, maximal bis zu 16, 8 dB.

Durch die aktiven Maßnahmen wären beispielsweise in der Unteren Austraße 83 Häuser geschützt, 13 Gebäude erforderten passive Maßnahmen. Für Sennfeld gelte entsprechend 8 dB im Durchschnitt und 14 dB im Maximum bei Häusern in der ersten Reihe. Insgesamt kämen bei 23 Gebäuden ergänzende passive Maßnahmen in Frage. Die Kosten für die Wände übernimmt die DB. Bei den passiven Maßnahmen ist eine Aufteilung von 75 Prozent DB und 25 Prozent privater Eigenanteil vorgesehen.

Unter Passivmaßnahmen fällt etwa der Austausch von Fenstern und die Dämmung von Rollladenkästen und Dächern. Die DB werde demnächst die betroffenen Hauseigentümer anschreiben, ob sie ein objektbezogenes Gutachten haben möchten, so Weiler.

Dabei werde in allen Schlafräumen, in Wohn- und Esszimmern sowie in Wohnküchen überprüft, ob der Grenzwert in Höhe von 57 dB überschritten wird.

„Wir befinden uns in einem frühen Stadium der Planung und wollen dafür die Meinung der Bürger einholen“, verdeutlichte Weiler. „Es ist noch nichts entschieden, und wir wollen auch überhaupt nichts aufzwingen“.

Im Optimalfall wäre, nach etwa vier Jahren Vorlaufzeit, ein Abschluss der Arbeiten ohnehin erst für 2023 zu erwarten. Bürgermeister Gramlich stellte zum Ende hin heraus, dass es nun gelte, eine Abwägungsentscheidung zwischen Lärmschutz und Veränderungen im Ortsbild zu treffen.

Stadt und Bevölkerung, sprich der Gemeinderat, müssen also in der nächsten Zeit entscheiden, ob die vorgestellten Überlegungen auch umgesetzt werden sollen. chha