Adelsheim

Aus dem Adelsheimer Gemeinderat Bedarfsplanung für das Kindergartenjahr 2018/19 / Bebauungsplan geändert

Arbeit mit den „jüngsten Bürgern“ rückt immer mehr in den Fokus

Adelsheim.„Der Trend ist eindeutig, dass wieder mehr Kinder geboren werden.“ Mit diesen Worten brachte Kämmerer Rainer Schöll auf den Punkt, was auch die Flexibilität der Städte und Gemeinden fordert.

Die Engpässe und die Problematik der Kindergarten-Bedarfsplanung werden in Adelsheim in der Arbeitsgruppe Kindergarten thematisiert. Für die diesjährigen Anmeldungen habe man die Erziehungsberechtigten direkt angeschrieben. Für die Aufnahme selbst seien die kirchlichen Kindergärten zuständig.

„Hierbei ist in letzter Zeit eine deutlich höhere Nachfrage an Betreuung unter drei Jahre festzustellen“, hob Rainer Schöll hervor. Dadurch komme es insgesamt zu Engpässen, weil für ein Kind unter drei in der altersgemischten Betreuung zwei Plätze als besetzt gelten.

Die evangelische Kirchengemeinde Adelsheim sei bereit, zur kurzfristigen Lösung eine ursprünglich vorhandene dritte Kindergartengruppe ab dem Jahr 2019 wieder mit 25 Plätzen anzubieten. Für das Jahr 2018 soll zunächst eine Kleingruppe mit zwölf Plätzen weitergeführt werden, ab dem Jahr 2019 würde diese Gruppe dann wieder 25 Plätze umfassen. „Hierdurch wird eine Planung ermöglicht, wie die Betreuung von Kindern unter drei Jahren in der Gesamtstadt grundsätzlich erfolgen soll“, verdeutlichte der Kämmerer.

Finanziell sei die Kirchengemeinde allerdings darauf angewiesen, dass die Stadt das Defizit der Kleinkindgruppe zu 100 Prozent trägt. Ab dem Jahr 2019 solle dann eine andere Defizitbeteiligung gelten, was noch in einer späteren Sitzung zu beschließen sei.

Allerdings könnten in den altersgemischten Gruppen erst Kinder ab zwei Jahren aufgenommen werden. Daher wird mittelfristig in der Gesamtstadt die Einrichtung von weiteren Krippengruppen erforderlich. „Deshalb müssen wir die Zeit jetzt nutzen und uns Gedanken machen, wie wir die Kleinkindbetreuung weiter ausbauen“, unterstrich Schöll.

Insgesamt stehen in den drei kirchlichen Kindergärten 163 Plätze für Kinder unter drei Jahren zur Verfügung. Benötigt werden laut Schöll 131 Plätze. Die freien Plätze könnten für eine altersgemischte Betreuung ab zwei Jahre durchgehend besetzt werden. Hierfür werden zwei Plätze je Kind unter drei Jahren angerechnet.

Insgesamt können 15 Kinder in altersgemischten Gruppen aufgenommen werden. Daneben stehen für die Betreuung von Kleinkindern ab einem Jahr zwei Kleinkindgruppen mit 20 Plätzen zur Verfügung.

„Bei aktuell 119 Kindern unter drei Jahren haben wir im Kleinkindbereich eine Betreuungsquote von bis zu 29 Prozent“, rechnete Schöll vor. Der Gemeinderat erteilte der Weiterführung der Kleinkindgruppe bei 100 Prozent Defizitbeteiligung grünes Licht.

Einstimmig endete auch die Entscheidung zur praxisintegrierten Erzieherausbildung (PIA). Da der Bedarf an pädagogischem Fachpersonal stark gestiegen ist, wurden auf diese Weise zusätzliche Ausbildungsplätze in diesem Bereich geschaffen. Die Auszubildenden erhalten dabei eine Vergütung.

Für die Träger bestehe der Vorteil darin, dass die „Fachkräfte in Ausbildung“ auf den Stellenschlüssel angerechnet würden, so Rainer Schöll. Durch diese Anrechnung relativiere sich der Arbeitgeberaufwand nach drei Jahren wieder und sei dann nahezu kostenneutral im Vergleich zu einer pädagogischen Fachkraft.

Eine Absage erteilte der Gemeinderat zusätzlichem, hauswirtschaftlichem Personal im Kindergarten. „Hierfür gibt es momentan keinen finanziellen Spielraum“, verdeutlichte Rainer Schöll und ergänzte: „Der Kindergarten wurde gebeten, mit Eltern, beziehungsweise Förderverein, eine ehrenamtliche Lösung zu suchen.“

„Natürlich können wir nicht Kapazitäten ohne Bedarf vorhalten. Aber wir werden in der Zukunft in der Kleinkindbetreuung neue Wege gehen und Kooperationen suchen“, meinte das Stadtoberhaupt. Stadträtin Heide Lochmann berichtete aus dem Kindergarten-Ausschuss, dass sämtliche Adelsheimer Kindergärten prima miteinander zusammenarbeiten.

Das sei nicht immer so gewesen. Auch sie verwies auf den gestiegenen Bedarf bei den unter Dreijährigen und die Aufgabe für die Zukunft, ähnlich wie Stadträtin Elisabeth Baier. dani