Adelsheim

Gymnasien in Osterburken und Adelsheim Mo Asumang zeigte „Die Arier“ / Mit Schülern diskutiert

Beeindruckende und interessante Begegnung

Adelsheim.„Herz statt Hetze NOK“, die Initiative für eine offene Gesellschaft im Neckar-Odenwald-Kreis, lud Mo Asumang ein, ihren Film „Die Arier“ im Rahmen einer Schul-Tour durch den Kreis zu zeigen (die FN berichteten). Der Film erforscht die Umdeutung des neutralen Begriffs „Arier“ zur Bezeichnung für eine vermeintliche Herrenrasse und offenbart die Haltlosigkeit dieses Konstruktes.

Das Ganztagsgymnasium Osterburken (GTO) besuchte Mo Asumang im Rahmen der Schul-Filmwoche vom 9. bis 13. April. In ihren Begrüßungsworten stellte Schulleiterin Regina Krudewig-Bartel den Schülern Mo Asumang und die Initiative „Herz statt Hetze“ vor.

Intensive Nachfragen

Dem einführenden 45-minütigen Dokumentarfilm „Die Arier“ von und mit Mo Asumang folgte eine intensive und facettenreiche Diskussion.

Die Filmemacherin antwortete auf zahlreiche, auch sehr ins Persönliche gehende Fragen der Zuschauer. So habe sie vor ihrem ersten Aufeinandertreffen mit Rechten durchaus Angst gehabt, habe diese aber nicht zulassen wollen.

Bei ihren Begegnungen versuche sie auch nicht, die „Rechten“ zu „bekehren“, sondern frage nur nach. Dadurch komme es zu interessanten und aufschlussreichen Gesprächen.

Und dennoch: „Man hat ihnen nicht in die Augen schauen können“, so Asumang. Die Gefahr sei stets real, dessen war sich die Tochter eines deutsch-ghanaischen Paares bewusst. Doch gerade im Angesicht der Gefahr solle man aktiv, neugierig sein und Fragen stellen.

Austausch ist notwendig

Bei Rassisten gehe es nicht nur um die Hautfarbe, sondern auch um andere Themen wie die Bekämpfung der Rechte von Frauen oder Antisemitismus und vieles mehr.

Zur Demokratie gehöre der Austausch. Die Verweigerung beinahe jeglicher Kommunikation sei das eigentliche Rezept der Rechten. Bei Gesprächen mit den „Rechten“ dürfe man sich nicht aus dem Gleichgewicht bringen lassen und wütend werden, so Asumang. Dadurch verliere man den Wert der Nächstenliebe aus den Augen. „Und genau das wollen die Rechten“. Durch die Polarisierung der Gesellschaft solle die Demokratie unterminiert werden.

Markus Dosch von der Initiative „Hetz statt Hetze NOK“ unterstrich schon vor Beginn des Films die Bedeutung einer aktiven Beteiligung an demokratischen Prozessen. Jeder könne und solle sich beteiligen, so Dosch.

Mittel gegen Rassismus

Auch am Eckenberg-Gymnasium (EBG) war Mo Asumang zu Gast, führte ihren Film „Die Arier“ vor und sprach über Mittel gegen Rassismus.

Als schwarze Deutsche könnte sie eigentlich glücklich sein, sagt Mo Asumang über sich, „wenn es da nicht Leute gäbe, die mir schon mein ganzes Leben feindlich entgegentreten.“

Bereits als Kind Anfeindungen ausgesetzt, setzte sie sich als Erwachsene filmisch mit Rassismus auseinander. Mit dem Film „Root Germania“ wurde sie für den Grimme-Preis nominiert

„Schützt eure Demokratie“

Am EBG nahmen die Klassen 9 und 10 sowie die Jahrgangsstufe 1 im Rahmen des Gemeinschaftskunde- und Geschichtsunterrichts an der Veranstaltung teil.

Asumang gab ihre Lehren aus den unterschiedlichen Begegnungen weiter: „Bemängelt nicht, was falsch läuft, macht es selber richtig. Diskutiert nicht mit Verblendeten, zwingt sie durch Fragen zur Reflexion. Schützt eure Demokratie“.

Wenn die couragierte Mo Asumang das sagt, klingt es ganz einfach. Es war eine beeindruckende Begegnung am EBG, waren sich die Teilnehmer nach der Veranstaltung einig. cg/jpw