Adelsheim

„Soul-Messe“ in der Kirche Konzert zugunsten der Hospiz-Gruppen und des Odenwald-Hospizes

Besonderer Stilmix mit Ausdruckskraft

Rund 80 Sänger der Chorgemeinschaft Sindolsheim, des evangelischen Kirchenchores Osterburken und die Musikschule Bauland begrüßte Pfarrer Dr. Markus Roser in der evangelischen Kirche.

Sennfeld. Sie boten höchsten musikalischen Genuss bei der Aufführung der „Soul-Messe“ von Kai Lünnemann. Das Konzert unter der Gesamtleitung von Dagmar Stief wurde veranstaltet zugunsten der ökumenischen Hospizgruppe Adelsheim-Osterburken-Seckach mit Ahorn-Boxberg und des stationären Odenwald-Hospizes Walldürn.

Hospiz vorgestellt

Bevor jedoch das Konzert begann, stellte sich das Odenwald-Hospiz in Walldürn vor, das zehn Gästen sowie deren Angehörigen Platz bietet. Des Weiteren stellte sich die Hospizgruppe vor, die aus rund 25 fachlich qualifizierte Ehrenamtlichen besteht und Schwerkranke oder Sterbende sowie deren Angehörige unabhängig von ihrer Konfession oder Weltanschauung auf ihrem Weg begleitet. Sie ergänzen durch ihre Arbeit pastorale und medizinische Dienste.

Musikalisch bewegte sich die Soul-Messe für mehrstimmigen Chor und Band in einem Bereich, der sich zwischen Gospel, Soul, Pop und neuem geistlichen Liedgut einpendelte, wobei auch jazzige Einflüsse deutlich zu spüren waren.

Kai Lünnemann aus Osnabrück hat die Kernelemente der traditionellen kirchlichen Liturgie mit fesselnder und eingängiger Chormusik neu vertont und bei der textlichen Ausgestaltung der Stücke mehrere Sprachen geschickt miteinander verknüpft.

Im Zusammenklang mit den beeindruckenden Kompositionen wurden die verschiedenen liturgischen Inhalte dadurch in ihrer Aussage und Wirkkraft weiter zusätzlich verstärkt.

Die Soul-Messe überzeugte mit ihrem außergewöhnlichen Stil-Mix, ihrer enormen Ausdruckskraft und nicht zuletzt mit ihrer hoffnungsvollen Grundaussage berührten die Songs der Soul-Messe auch Menschen weit über die Mauern der Kirche hinaus. Die von Barbara Neubüser und Kai Lünnemann verfassten, gehaltvollen Texte gingen im Zusammenspiel mit der groovigen, eingängigen Musik schlichtweg unter die Haut.

Musikalisch begleitet wurden die Chöre von Istvan Koppanyi am Piano, Alexander Opitz (E-Bass), Gerhard Schäfer (Saxofon, Querflöte), Björn Liebl und Kristian Koppanyi an den Drums.

Den Auftakt der Messe bildete „Come On Over“. Ein eingängiges Klavier-Riff und ein groove-orientierter Song, der vor allem im Refrain einen immensen Wiedererkennungswert hat. „Come on over“ ging schnell ins Ohr und machte dem Hörer als eröffnender Song gleich klar, was ihn bei der Soul-Messe erwartet. Das „Kyrie“ erinnerte am stärksten von allen Stücken an klassisch liturgische Musik.

Besondere Prägnanz

Die dezente Band-Begleitung verlieh der chorischen, teilweise jazzigen Mehrstimmigkeit ihre besondere Prägnanz. Auch beim „Gloria“ waren die wohlklingenden Jazz-Elemente in der Akkordstruktur deutlich zu hören, aber nicht das Hauptelement des Stückes.

Das Gloria bestach durch Groove und eine unverwechselbare Rhythmik. „Ehre sie Dir, o Herr“ bildete als Antwort-Gesang den Nachklang für Texte aus dem Evangelium und eine sehr interessante Abwandlung der herkömmlichen Kanon-Struktur. Es klang durch die Überlagerungen wie ein Kanon, aber jeder Stimme wiederholte lediglich eine einzige Zeile. Dem folgte das „Credo“, eine harmonische Pop-Power-Ballade.

„Herr, erhöre uns“ war als kurzer Song als Antwort- und Aufrufgesang für die Fürbitten gedacht. Die Besonderheit war, dass während der Fürbitten, die in mehreren Sprachen vorgetragen wurden, ein leiser, englischer Teil weitergesungen wurde und mit enormer Wirkung wieder in den Hauptteil mündete.

Das „Vater unser“ war geschickt und neu harmonisiert und rhythmisiert, dass man es nur unbewusst wiedererkannte.

Mit groovigem samba-artigem Rhythmus folgte das „Sanctus“, das seinen Höhepunkt in einem Mittelteil, in dem alle vier Stimmen unterschiedliche Parts in sogar vier verschiedenen Sprachen sangen, die sich rhythmisch immer ein Stück mehr ergänzten und erst zum Schluss ein mehrstimmiges Ganzes erzeugten, ehe lückenlos wieder der Anfangspart anschloss.

Gospel-orientierte Songs

Weiter ging es mit dem „Agnus Dei“ und „Alles, was wir brauchen“, einem kurzen Titel zur Gabenbereitung. Den krönenden Abschluss der Soul-Messe bildete „Halleluja, shout it out loud“. Dieser gospel-orientierte Song mit immenser Power zum Ende strahlte noch einmal den Dank und das Lob Gottes in voller Pracht heraus. Natürlich gab es am Ende des kurzweiligen Konzertes langanhaltenden Applaus und stehende Ovationen für die Akteure, die das Gotteshaus nicht ohne eine Zugabe verlassen durften. jüh