Adelsheim

Am heutigen Freitag Gertraud Jaschek feiert 90. Geburtstag

„Der Sport hat mein Leben sehr positiv beeinflusst“

Archivartikel

Adelsheim.„Der Sport hat mein Leben sehr positiv beeinflusst und hielt mich fit. Viele Kontakte wurden dadurch geschlossen und die Geselligkeit gepflegt“, so Gertraud Jaschek, geborene Schenk, die am heutigen Freitag ihren 90. Geburtstag feiert.

Nach wie vor pflegt sie ihre Kontakte beim „Damenkränzchen“. Der tägliche Spaziergang ins „Städtchen“ gehört zu ihrem Tagesablauf.

Am 5. Oktober 1928 erblickte Gertraud Jaschek in Jogsdorf/Sudetenland/Tschechei das Licht der Welt. Zusammen mit drei Geschwistern wuchs sie in dem kleinen Dorf auf.

Auf den Besuch der Bürgerschule folgte der Besuch einer dreijährigen Frauenberufsfachschule. Im Mai 1945 wurde das Sudetenland von der russischen Armee besetzt. Sie wurde als Magd auf einem großen Bauernhof in Tschechien zwangsverpflichtet. Ende 1946 erfolgte, zusammen mit ihrer Mutter, die Vertreibung nach Deutschland. Ihre erste Anlaufstelle war die damalige „Teufelsklinge“ in Seckach. Ihr Vater und ihr Bruder befanden sich noch in russischer Gefangenschaft.

Danach wohnte Gertraud Jaschek vier Jahre lang in Stürzenhardt. 1948 wurde ihr Freund und späterer Ehemann, Franz Jaschek, aus englischer Gefangenschaft entlassen. 1950 läuteten die Hochzeitsglocken in der kleinen Stürzenhardter Kapelle.

Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor. Zusammen mit ihren Schwiegereltern erbaute sie im Adelsheimer Rosenweg ein neues Haus. Die Stadt wurde zu ihrer neuen Heimat.

„Durch die Leichtathletik und das Turnen war ich hier mit meinem Ehemann, der ebenfalls sehr sportbegeistert war, schnell integriert“, so die Jubilarin.

Im Alter von 50 Jahren begann sie beim Adelsheimer Tennisclub mit dem Tennisspielen. Diesen Sport führte sie bis zum 80. Lebensjahr aus. Das „Schneidern“, welches sie in der Frauenberufsfachschule erlernt hatte, wurde neben der sportlichen Betätigung zum Hobby ihres Lebens. Bereits in Stürzenhardt hatte sie eine Schneiderei angemeldet. Diese führte sie in Adelsheim bis in die 70er Jahre, weiter. Danach arbeitete sie als Verkäuferin im Textilhaus „Friederich“ bis zur Rente.

Gerne denkt die Jubilarin an die Skiurlaube in den Alpen und das Tanzen zurück. Ihr Ehemann starb im März 2009.

Gertraud Jaschek wohnt im eigenen Haus zusammen mit ihrem Sohn Bernd und dessen Ehefrau, die sie rührend umsorgen.

Zum heutigen Ehrentag gratulieren zwei Kinder mit Familie, zwei Enkel, Verwandte und Bekannte. Die Fränkischen Nachrichten wünschen natürlich ebenfalls alles Gute. jüh