Adelsheim

Gemeinderatswahl am 26. Mai Umfrage bei den antretenden Parteien / Haltung der Fraktionen zur „Querspange Ost“

Finanzierung zurzeit eher unrealistisch

Adelsheim.Im Vorfeld der Gemeinderatswahl am 26. Mai stellten die FN den Parteien Fragen und gaben ihnen Gelegenheit, ihre Position zum Thema innterörtliche Umfahrung „Querspange Ost“ darzustellen.

Die geplante innerörtliche Umfahrung „Querspange Ost“ in Adelsheim wird den Eckenberg und das Schulzentrum mit den Wohngebieten jenseits der Auwiese verbinden. Dadurch soll der vielbefahrene Ortskern entlastet werden. Die „Querspange Ost“ soll im Bereich des Ostbahnhofs beim Bauhof beginnen und über die Auwiese zum Eckenberg führen.

Ralph Gaukel, SPD

Aus Sicht der SPD-Liste ist abzuwarten, wie sich der Verkehr in der Marktstraße nach Fertigstellung der Umgehungsstraße und insbesondere durch entlastende Verkehrsregelungsmaßnahmen entwickelt.

Außerdem ist für die SPD eine Finanzierung in den nächsten fünf Haushaltsjahren unrealistisch. Deshalb sollten vorerst gestalterische Maßnahmen Vorrang haben.

Dringliche Themen der SPD für die nächsten Jahre sind die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum in allen Stadtteilen, die Entwicklung der Innenstadt für ein attraktives Adelsheim, die Förderung der Gastronomie und Hotellerie, die Verbesserung des ÖPNV, insbesondere die bessere Anbindung des S-Bahn Haltepunkts Adelsheim-Nord und die Stärkung des Schulstandorts.

Die Adelsheimer SPD unterstützt die Initiative der Landespartei zur Abschaffung der Kita-Gebühren. Um eine weitere Versiegelung der Landschaft zu verhindern, möchte die SPD sich im neuen Gemeinderat für eine verstärkte Innenentwicklung der Stadtteile stark machen.

Die SPD möchte künftig, wie auch in den letzten Jahren, Ideen und Impulse der Bürger im Gemeinderat zum Wohle der Stadt umsetzen.

So wurden in den letzten Jahren durch die Adelsheimer SPD Initiativen, zum Beispiel der Tafelladen, freies WLAN in der Stadtmitte und im Schwimmbad eingerichtet, der Veit’sche Steg über die Kirnau durch einen Neubau barrierefrei und die kontinuierliche Gemeinderatsarbeit durch Einführung eines digitalen Ratsinformationssytems transparenter und für die Bürger künftig nachvollziehbarer.

Ralph Gaukel, SPD

Harald Steinbach, Bürgerliste

Die Bürgerliste Adelsheim vertritt die Auffassung, dass zunächst abzuwarten ist, wie sich nach der Freigabe der B 292 – Umgehung Adelsheim – der Verkehr verlagert.

Es gilt, auch den Lkw-Verkehr aus Richtung Süden auf die Umgehung B 292 zu leiten und somit die Innenstadt vom Schwerverkehr zu entlasten.

Ob durch die „Querspange Ost“ der Pkw-Verkehr in der Innenstadt mit viel Ziel- und Quellverkehr erheblich reduziert werden kann, ist nach Auffassung der Bürgerliste fraglich.

Mit dem Neubau der Eckenberghalle sind wir für die kommenden Jahre hohe finanzielle Verpflichtungen eingegangen. Weitere zusätzliche Mittel müssen künftig aufgrund gesetzlicher Vorgaben vermehrt in die Kinderbetreuung investiert werden. Bevor neue Straßen mit derzeit geringem Zuschuss gebaut werden, sollten zunächst einmal in allen Ortsteilen vorhandene sanierungsbedürftige Straßen instandgesetzt werden.

Edgar Kraft, CDU

Die „Querspange Ost“ ist ein Element des innerörtlichen Verkehrskonzeptes von Adelsheim und damit ein unverzichtbarer Bestandteil zur Entlastung der „Marktstraße“. Bei der Beschlussfassung im Gemeinderat vor nahezu 30 Jahren wurde als Bedingung für die Umsetzung der „Querspange Ost“ strategisch richtig festgelegt, dass diese erst nach der Fertigstellung der Umgehungsstraße Adelsheim erfolgen darf.

Bevor eine Neugestaltung der „Marktstraße“ mit Aufenthalts-, Kommunikations- und Begegnungsfunktion in Angriff genommen werden kann, muss allerdings die „Querspange Ost“ mit Kreisverkehrsplatz in der „Oberen Austraße“ und Brückenbauwerk über die Kirnau zuvor fertiggestellt sein. Nur mit der Umgehungstraße und dieser Nord-Südverbindung kann das Nadelöhr „Marktstraße“ nachhaltig entlastet und der Schwerlastverkehr über 7,5 Tonnen aus der „Marktstraße“ umgelagert werden. Für die Marktstraßengestaltung bedarf es jedoch noch intensiver planerischer Vorarbeiten unter Einbeziehung aller Beteiligten und der Bürger.

Für Adelsheim hat damit die Umsetzung der in der Schublade befindlichen Pläne der „Querspange Ost“ mittelfristig absolut Priorität. Allerdings muss der Eigenanteil auch für den städtischen Haushalt verträglich finanziert sein.

Dies bedeutet nach der Großbaumaßnahme Sport- und Kulturhalle die nächste gewaltige finanzielle Herausforderung und wird den kommenden Gemeinderat noch intensiv beschäftigen. Die rechtlichen Voraussetzungen für die „Querspange Ost“ liegen bereits alle vor und sind vom Gemeinderat unter zielführender Beteiligung der CDU-Fraktion beschlossen und abgesegnet worden.

Der Bürgerbescheid gegen die Umgehungstraße hat allerdings alles bis dato verzögert, sodass jetzt der finanzielle Eigenanteil der Stadt deutlich (mindestens 30 Prozent) höher ausfällt.

Elisabeth Baier, Freie Wähler

Wir möchten nun abwarten, bis die Umgehungsstraße nach dem Eckenbergtunnel fertig ist. Durch diese Entlasung vom Lkw-Verkehr hoffen wir bereits auf eine deutliche Verringerung des Durchgangsverkehrs.

Es ist ein gewaltiger Eingriff in die Natur beziehungsweise in die Lage von Adelsheim. Wenn wir keinen Verkehr mehr durch Adelsheim haben, ist die Marktstraße dann vollkommen ohne Verkehr und somit die Geschäfte der Innenstadt ohne Kundschaft?

Eine Innenstadt zum Flanieren, ohne auf den Verkehr achten zu müssen, wäre toll. Der neue Gemeinderat sollten auf jeden Fall an dem Konzept lebenswerte Stadt Adelsheim weiter arbeiten, um einen fertigen Plan Vorlegen zu können, wenn diese Querspange Ost umgesetzt werden kann.

Die finanzielle Lage der Stadt Adelsheim ist durch den Neubau der Sport- und Festhalle für einige Zeit gebunden, bevor wieder teure Objekte in Angeirff genommen werden können.