Adelsheim

Fastnachtseröffnung in Adelsheim Wecken des Balzele-Schreiners mit Fraa un Kinner / Zeremoniell im idyllischen Museumshof

Gäässwärmer läuteten fünfte Jahreszeit ein

Traditionell läuteten die Allezer Gäässwärmer mit dem "Wecken des Balzele-Schreiners mit Fraa un Kinner" am Elften Elften die fünfte Jahreszeit ein.

Adelsheim. Fortan regieren nun bis Aschermittwoch Humor und Lebensfreude im Baulandstädtchen. Wie jedes Jahr fand das Weckzeremoniell im idyllischen Museumshof statt, wo die Gäässen, Hexen, Trachten und Elferräte trotz des nasskalten und regnerischen Wetters von vielen Fastnachtshungrigen erwartet wurden. Zuvor schlängelte sich der bunte Gaudiwurm unter den Klängen der Feuerwehr- und Stadtkapelle von der Jakobskirche durch die Marktstraße zum Museumshof.

Sitzungspräsident Torsten Blum hieß die illustre Narrenschar mit viel Wortwitz willkommen. Dann forderte er den "Balzele-Schreiner" auf, sich dem närrischen Volk zu zeigen. Er freute sich, dass die Balzele-Familie Haorca die Traditionsfiguren mit so viel Engagement und Begeisterung verkörpern.

Anschließend gab Blum die Höhepunkte der kommenden Kampagne bekannt: Prunksitzung (3. Februar), Kinderprunksitzung (4. Februar), Straßenfastnacht (8. Februar), Gäässwärmerball (10. Februar). Als Motto haben sich die Gäässwärmer in diesem Jahr was ganz Besonderes ausgedacht. Sie sind dankbar, dass sie seit vier Jahren wieder einen Fahnenträger haben und seit dieser Zeit ist auch die traditionelle Fahne wieder bei vielen Anlässen präsent. So lautet das diesjährige Motto, in dessen Anlehnung auch der Jahrespin gestaltet wurde: "Dreimal Ahoi ist unser Ruf - Drum Giesskann her un Wasser druff".

Schließlich forderten die Gäässen und Hexen mit Unterstützung der vielen Schaulustigen die "Balzele"-Familie lautstark auf, sich dem närrischen Volk zu zeigen: "Balzele, wach uff, kumm raus, mit dem Schloofe is jetzt aus, wälz dich endlich aus de Kisse, wersch noch uff de Haffe müsse." Nach vehementem Hämmern an die Tür des Bauländer Heimatmuseums erschien der Balzele mit Fraa, un Kinner (Sebastian und Cristina Haorca mit Kindern) schlaftrunken im Museumshof, leerte den "Nachthaffen" aus und eröffnete mit dem Losungswort die neue Kampagne: "Ich ruf Euch zu, des wär gelacht, Alleze un kee Fasenacht - hört sich do net alles uff, die Gießkann her un Wasser druff."

Nach dem "Balzele-Wecken" eröffnete Fastnachtssuche Marius Zetzmannden Narren, dass er die Fastnacht bereits im Wahlkampf zur Bundestagswahl getroffen habe. Er hörte durch die Polizei "von abgerissenen Plakate, und Mensche, die uff Antwort von irgendwelche Gerichte warte".

Mittlerweile haben sich die Gemüter wieder beruhigt und der Wahlkampf ist auch vorbei. Fastnachtssucherin Elli Pittner machte sich Gedanken über das Telefon im Zunftheim, das eines schönen Tages einfach nicht mehr da war. Schnell war der Übeltäter ausgemacht, der das defekte Telefon auf die Mülldeponie gebracht.

Dann schritten die Balzeles zur Tat und kleideten die Elferräte ein, die von Torsten Blum vorgestellt wurden. In der neuen Kampagne sorgen für Stimmung und gute Laune: Thorsten Weissensel, Robin Arns, Michael Nied, Denis Drischel, Thomas Drischel, Christian Häußler, Sebastian Fuchs, Frank Bopp, Willi Gniosdorz, Kevin Zetzmann, Ralf Ulrich (Elfersprecher), Roland Deutsch, Severin Neubeck (Fahnenträger), Sebastian Haorca (Balzele), Michael Sauter (Zermoniemeister), Wolfgang Spohrer und Torsten Blum (Siprä).

Narreneid abgelegt

Nach der Vorstellung der Elfer stellte Sitzungspräsident noch den neuen Gäässwärmer-Becher vor, eine Tasse für heiße und kalte Getränke in der kalten und heißen Jahreszeit. Schließlich legten die Elferräte ihren Narreneid in Gäässemilch ab. Sie gelobten "Treu und Freundschaft zu halten, den närrischen Befehlsgewalten, selbst dann, wenn manchmal Weib und Kind darüber andrer Meinung sind."

Gespannt warteten die vielen Zuschauer auf die traditionelle "Seestadtpfanne", die natürlich an keinem Elften Elften fehlen darf. Torsten Blum überreichte dem Stadtoberhaupt die Seestadtpfanne, wobei er noch einmal an das Volksfest erinnerte, bei dem der Bürgermeister beim Bieranstich versehentlich fast drei donnernde "Ahoi" gerufen hätte, anstatt "Prost". Klaus Gramlich konterte: "Fastnacht und Volksfest gehören zur Tradition in der Stadt und für beides schlägt des Allezer Bürgers Herz, im Sommer beim Volksfest er Stimmung und Freude hat, im Winter liebt er der Fastnacht fröhlichen Scherz." Dann verspeiste das Stadtoberhaupt, nachdem er den Obolus in Höhe von elf Euro elf beglichen hatte, genüsslich die "Seestadtpfanne". Schließlich stimmte die Narrenschar ein in das "Badner Lied" und trotzte dem kalten Novemberabend, an dem es noch heiß herging. Bis in die späten Abendstunden schallten aus dem Zunftheim die altbekannten Fastnachtslieder.