Adelsheim

Heimat- und Kulturverein Kabarettabend mit Klaus Scholl aus Schloßau im Rathaussaal

Geschichten „midde aus em Lebe“ erzählt

Archivartikel

Rosenberg.Mit dem Kabarettabend, den der Heimat - und Kulturverein mit Klaus Scholl aus Schloßau im Saal des Rathauses veranstaltet hat, betrat der Verein Neuland im Reigen seiner bisherigen kulturellen Veranstaltungen. Das erklärte Vorsitzender Martin Scheffel in seiner Begrüßung.

Mit einem Weizenbier in greifbarer Nähe trat Scholl vor das Rosenberger Publikum, um seine vielen Stories „Midde aus em Lebe“ zu erzählen.

„Um do her zu kumme“ musste der Schloßauer Hobby-Kabarettist gleich mehrere Umleitungen fahren. In seinem ausgeprägten Dialekt und stets passender Mimik plauderte er in seinem neuen Programm über alle möglichen und unmöglichen Themen – und sorgte so für wahre Lachsalven bei den begeisterten Besuchern.

Er erzählte von den früheren Sportfestbesuchen und den Nachwirkungen. In der Apothekenumschau, auch „Rentnerbravo“ genannt, habe er gelesen, wie schädlich Alkohol für die Gesundheit sei – seither liest er diese Zeitung nicht mehr.

Dann lästerte er über seine Schwägerin und erzählte die Geschichte vom Turmfalken, der im Kirchturm wohnt und ihn bei seiner Hochzeit mit seiner „früheren“ Verlobten in Schwierigkeiten brachte, weil er ihm vor dem Kirchgang „auf’s Jackett kackte“. Vom Pfarrer seien beide „für Mann und Frau“ erklärt worden – mit dem Hinweis, sie könnten jetzt ihren „Facebook-Status“ aktualisieren. Seine Feuerwehrkameraden ließen für seine Frau fünf weiße Tauben fliegen. Und was sagte der Wanderfalke im Kirchturm: „Mahlzeit“ – Und scho „senn die Feddern gfloche“. Er selbst habe eine Lieblingsszene aus seinem Hochzeitsvideo, das er am liebsten zurücklaufen lasse: Ehering runter, raus aus der Kirche und Junggesellenabschied feiern.

Mitleid hatte der Dauernörgler mit den Pfarrern: „Ob mir des noch erlebe, dass die heiern dürfe? Ich glaub net, vielleicht aber ihre Kinder“.

Die vielen Lebensmittelskandale waren für ihn auch ein Thema. Pferdefleisch kommt in die Lasagne, Schlachtabfälle werden gegessen. Kurz überlegte er – und verzog wieder einmal, wie so oft an diesem Abend, sein Gesicht: „Schlachtabfälle kennt man doch von der früheren Hausschlachtung – und des is Lebberworscht“. Und schon lachte das Publikum wieder.

Man züchtet heute schon Steaks im Labor, und dann ist es aus mit der alten Bauernregel: „Der Bauer macht aus Ferkeln Säue – das nennt man Bauernschläue. Bald heest’s dann: gebt bald acht im Labor werd Worscht gemacht.“

Überwältigende Themenwahl

Die Themenwahl des Kabarettisten an diesem Abend war überwältigend. Irgendwie schaffte er es, einen nahtlosen Übergang zum Klimawandel zu finden, zum Weltuntergang nach dem Maja-Kalender.

Auch der „Thermomix“ beschäftigte ihn, der aber nichts mit „Asterix und Obelix“ zu tun hätte. Die Besucher hatten nach diesen vielen Lachsalven zunächst eine Pause verdient.

Scholl war überrascht, dass auch im zweiten Teil seines kurzweilen Vortrages „noch alle do“ waren und „keiner gange ist“.

Er erzählte von seiner Frau, der er einen Wunsch erfüllt habe, indem er ihr bei einem schwedischen Möbelhaus einen neuen Wohnzimmerschrank und eine neue Wohnzimmerlampe gekauft habe. Bei der Heimfahrt freute er sich schon auf eine Flasche Bier und die Sportschau. Nix wars, denn er sollte die Lampe auch aufhängen. Schließlich war keine Birne drin. „Wir können doch nicht im Dunklen sitzen.“ Dann stand auch noch die Schwägerin in der Tür und sagte: „Mach doch Licht“. Das war für ihn zu viel, und er ging zum Stammtisch.

Noch nicht genug mit den „Lachtränen“, denn es ging munter weiter. So berichtete Scholl von einem Einkauf in einem großen Buchener Ein-kaufsmarkt, wo man den Eindruck bekäme, dass die die Mitarbeiter „schnell in den nächsten Gang huschen“, wenn man sie finden will. Und deshalb ist ihr Logo ein Wappentier, wahrscheinlich ein Eichhörnchen.

Zum Schluss half er seinem Nachbarn noch beim Renovieren von dessen Wohnzimmer und berichtete, wie man mit einer Stichsäge die Beine eines Wohnzimmertisches absägt.

Publikum begeistert

Der Humor des „Bruddelkönigs“ aus dem Odenwald kam bestens im Bauland an. Nach einer Zugabe als Parodist des Literaturkritikers Marcel Reich-Ranicki durfte er vom Rednerpult abtreten – und danach gab es donnerndern Applaus von einem durchweg begeisterten Publikum.

Vorsitzender Martin Scheffel bedankte sich bei Klaus Scholl für den kurzweiligen Abend – eins auch in flüssiger Form – aus dem Bauland. F