Adelsheim

Benefizkonzert in Osterburken Pop- und Poesieband „Jetzt und Hier“ gastierte zum 15-jährigen Bestehen der Hospizgruppe im evangelischen Gemeindezentrum

Gespür für sinnhafte Texte und Authentizität

Mit einem Benefizkonzert mit der Pop- und Poesieband „Jetzt und Hier“ blickte die Ökumenische Hospizgruppe Adelsheim-Osterburken-Seckach mit Ahorn-Boxberg auf 15 Jahre Tätigkeit zurück.

Osterburken. Bei dieser Aufgaben standen Ehrenamtliche schwerkranken Menschen mit viel Einfühlungsvermögen in ihrer letzten Lebensphase bei. Die Besucher im vollbesetzten evangelischen Gemeindezentrum dankten am Freitagabend durch ihr Kommen den Hospizhelfern für ihre segensreiche Tätigkeit.

Themen musikalisch präsentiert

Die vier Musiker der Band, René Gold (Frontman und Gitarre), Sebastian Deuchert (Gitarre, Mundharmonika), Toni Gayer (Schlagzeug) und Steffen Gold (Keyboard) sangen und spielten sich mit ihren selbst komponierten deutschen Liedern in die Herzen der Zuhörer, da es ihnen gelang, alltägliche Situationen, Demenz oder Burnout nachdenklich bis melancholisch musikalisch zu präsentieren.

Die Band, die bereits bei vielen Auftritten ihr Publikum begeistern konnte, unter anderem auch beim Finale des deutschen Rock und Pop-Preises in Speyer, zog vom ersten bis zum letzten Song die Zuhörer in ihren Bann. Ihr mehrstimmiger Gesang und die Freude beim Spiel sprang auch auf die Zuhörer über. Mit ihrem ersten komponierten Song „Spitzenteam“, im prägnanten Vier-Viertel-Rhythmus gespielt, gab die Band den Besuchern mit auf den Weg, dass es wichtig sei, Freundschaft zu erhalten und dass diese trotz Hindernissen nicht zerbrechen dürfe.

Nachdem die Band mit „Bergauf“ die Zuhörer begrüßt hatte, hieß Pfarrer Schnücker die Besucher ebenfalls willkommen. „Genießen Sie einfach diese Band mit ihren Texten“, betonte der Pfarrer. Der Vorsitzende der Ökumenischen Hospizgruppe, Diakon Bernhard Wörner, ging zunächst auf das Gleichnis vom barmherzigen Samariter ein. Einer trage des anderen Last. Tragen könne aber nur der, dessen Hände frei seien, der selbst nicht von Lasten erdrückt werde. Entlasten und unterstützen könne nur der, der selbst getragen sei von einer Gemeinschaft, von Gleichgesinnten und von Menschen, die seine Ziele teilen. Im Glauben dürfe man sich getragen wissen. Dies mache die Hände frei.

„Aus dieser Freiheit und dem Auftrag zum Handeln haben Menschen der christlichen Kirchen sich in unserer Gegend entschlossen, eine Hospizgruppe zu gründen“, führte er aus. Die Hospizgruppe Ahorn-Boxberg wurde bereits vor 20 Jahren gegründet. „In dieser ökumenischen Gemeinschaft haben wir uns zur Aufgabe gemacht, Schwerkranke, Sterbende und ihre Angehörige zu begleiten“, so der Vorsitzende. Man wolle, dass die letzte Lebensphase nach Möglichkeit in der vertrauten Umgebung gelebt werden könne. Die meisten Menschen wünschen sich, zu Hause sterben zu dürfen.

Dies sei nicht immer möglich. Jeder Mensch habe Anspruch auf eine möglichst von Liebe und Verständnis getragene Begleitung, sei es im privaten oder in stationären Bereichen. Der Hospizdienst möchte Sterbende und Angehörige unterstützen und in schwierigen Stunden und Fragen nicht alleinlassen. Ein Hospizverein verstehe sich als Lebenshilfe und Sterbebeistand. Man nehme sich auch den Trauernden an. „Ich wünsche uns allen an diesem Jubiläumsabend, dass wir der Musik und dem Gesang der Band lauschen und freue mich auf eine gute Unterhaltung in der Pause, sowie am Schluss des Konzerts“, erklärte Diakon Wörner.

Die Band setzte das Programm mit „Herz geht voran“ fort. Der Song forderte auf, dem Alltag zu entfliehen und den Alltagsstress am Strand zu vergessen. Es folgten „Spitzenteam“, „Wenn du gehst“, „Sing doch“ und „Diese Nächte“. Bei dem Song erinnerte sich Frontman und Gitarrist René Gold an einen Freund, mit dem er viel erlebt habe. Erinnerungen seien wie Schätze, die man sich behalten müsse. Es folgte „Schneeweißer Raum“. Der Song beschrieb eine an Demenz erkrankte Person und versuchte vorzustellen, wie es sei, wenn man unter dieser Krankheit leidet.

Bürgermeister Jürgen Galm dankte im Anschluss der Hospizgruppe für ihre segensreiche Arbeit. Diese Arbeit geschehe im Verborgenen. Es sei ein Thema, mit dem alle Menschen im Grunde nichts zu tun haben wollten, obwohl man wisse, dass das Sterben unausweichlich sei. Trotzdem wolle man sich nicht mit dem Tod oder Sterben beschäftigen. „Wenn wir es tun, dann nicht freiwillig oder erst dann, wenn wir zum Beispiel in der Familie oder im Freundeskreis betroffen sind“, so das Stadtoberhaupt. Sterbende, deren Lebensweg zu Ende gehe, benötigen neben einer guten medizinischen Versorgung vor allem persönliche Zuwendung. Sie brauchen Begleitung in der schwersten Stunde ihres Lebens. Menschen in ihren letzten Lebenstagen eine Hand zu reichen und sie friedlich gehen zu lassen sei ein Angebot, das viele immer öfter nachfragen und annehmen, weil es Kranken und Sterbenden sowie deren Angehörigen und Freunden schwere Stunden erleichtere und ein würdiges Abschiednehmen ermögliche.

„Große Bescheidenheit“

Daher können man froh und dankbar sein, dass sich im Jahr 2004 Menschen im Bauland zusammengeschlossen haben und die Ökumenische Hospizgruppe Adelsheim-Osterburken-Seckach gründeten. „Sie üben ihre ehrenamtliche Tätigkeit in großer Bescheidenheit, Fachwissen, Kompetenz und der dafür notwendigen eigenen Seelenstärke aus“, so das Stadtoberhaupt.

„Daher ist es mir ein Bedürfnis, ihnen im Namen der Stadt Osterburken, so wie auch ganz persönlich zu danken, dass sie die Menschen begleiten und Zuspruch geben, Mitmenschlichkeit erfahren lassen, Nähe geben und helfen, loslassen zu können und dass Sie sich unabhängig von Konfessionen von christlichen Wertvorstellungen leiten lassen und offen für alle Weltanschauungen sind“, dankte Galm. Danach spielte die Band noch bis zur Pause die Songs, „Fühlst Du, Perfekt, Zu Zweit“, und den im langsamen Jazzrhythmus gespielten Song „Zu Haus“, welches an verschiedenen Örtlichkeiten sein könne und insbesondere da, wo man sich zu Hause fühle.

Nach der Pause setzte die Band das Konzert mit dem schnellen, kräftigen Song „Blind“ fort. Das Lied beschrieb eine Person, die sich in einen „Blinden“ hineinversetzte und wie deshalb andere Sinne mehr geprägt werden. Die Musiker ließen einige weitere Lieder erklingen.

Zum Abschluss dankte die stellvertretende Vorsitzende Doreen Schüller der Band mit den Worten: „Wir sind alle restlos begeistert von Eurem Gespür für die Lebendigkeit der Musik, für die sinnhaften Texte und Eure Authentizität.“ jüh