Adelsheim

In Sennfeld Rituale erfreuen sich wieder steigender Beliebtheit / Bedeutung des Segens herausgestellt

Gutes für die Seele bei der Nacht der offenen Kirche

Bereits zum zehnten Mal wurde am Abend des 31. Oktober zur „Nacht der Offenen Kirche“ in die evangelische Kirche eingeladen.

Sennfeld. Zahlreiche Besucher folgten der Einladung zur „Nacht der offenen Kirche“ und wurden von Roland Schwab, der auch durchs Programm führte, in der mit vielen Kerzen stimmungsvoll ausgeleuchteten Kirchen begrüßt. Rituale – Gutes für die Seele – hatte das Team Ulrike Schwab, Andrea Seitz und Heidi Baumann zum Thema des Abends ausgewählt.

Rituale erfreuten sich in den letzten Jahren wieder einer größeren Aufmerksamkeit und Wertschätzung. Lange Zeit seien sie in Verruf geraten und vor allem die 68-er Generation habe gegen überlieferte Traditionen und Regeln rebelliert, betonte Schwab.

Die wachsende Sehnsucht nach Ritualen hänge sicherlich mit der heutigen Zeit zusammen. In der globalen, von Informationen überfluteten Gesellschaft, beobachte man eine zunehmende Orientierungslosigkeit. „Werte haben an Bedeutung verloren und die Angst vor der Zukunft nimmt zu“, erklärte Schwab. In dieser von Umbrüchen geprägten Zeit biete ein Ritual Struktur und wohltuende Ordnung. „Da wir uns in allen Bereichen unseres Lebens ständig mit Veränderungen arrangieren müssen, brauchen wir Dinge, die sich einfach nicht verändern oder wie Erich Kästner es formulierte: Der Geist will immer etwas Neues, aber die Seele will immer dasselbe“, erklärte Schwab.

Wenn vielen Menschen heute die alten Rituale als unpassend erscheinen, könne man das Altvertraute mit neuen Worten und Bildern verbinden. So könnten vorgefertigte Rituale als Anregung dienen, persönlichen Rituale zu entwickeln, so Schwab.

Gemeinsam gesungene Lieder unterbrachen die einzelnen Texte. Diese befassten sich sowohl mit Alltagsritualen, als auch mit Ritualen, die durch das Natur- und Kalenderjahr, ebenso wie durch das Kirchenjahr geprägt sind.

Bei lebhaften Gesprächen konnten sich die Besucher in der Pause an leckeren Häppchen und Getränke bedienen. Das Thema der Schlussandacht war der Segen aus dem 4. Buch Mose; vertraute Worte, die am Ende eines jeden Gottesdienstes ihren Platz haben.

„Beim Segen gehe es Gott um den Menschen in der ganzen Fülle seiner Möglichkeiten und Bedürfnisse. Wer segnet, räumt keine Unebenheiten aus dem Weg, aber er verschenkt die Zuversicht, dass der Boden unter den Füßen trägt, und dass wir nicht allein auf unserem Weg sind“, verdeutlichte Schwab.

Am Ausgang durfte sich jeder Besucher einen Segensstein mit nach Hause nehmen. Die Begleitung an der Orgel lag in den Händen von Justus Röderer; ihm, sowie allen Helfern gebühre ein großes „Dankeschön“ für ihr Engagement, dankte Roland Schwab zum Abschluss der „Nacht der offenen Kirche“. jüh