Adelsheim

Ausbildungsplatzbörse in Adelsheim Firmen klärten über Berufschancen auf / Schüler informierten sich in persönlichen Gesprächen

In der Pflege gibt es zu wenig Bewerber

In der Martin-von-Adelsheim-Gemeinschaftsschule fand am Dienstagabend für die Klassen sieben bis zehn zum 7. Mal die im Zweijahresrhythmus durchgeführte Ausbildungsbörse statt.

Adelsheim. Die Martin-von-Adelsheim-Schule war vor rund 14 Jahren mit die erste Schule in der Region, die eine Ausbildungsbörse anbot. Vertreter von 25 Firmen aus Handwerk, Industrie, Dienstleistungsgewerbe und sozialpflegerischen Bereich informierten auch in diesem Jahr wieder über ihre Ausbildung.

Offene Lehrstellen

Viele ehemalige Schüler haben durch diese Ausbildungsbörse einen Beruf bei den hier vertretenden Firmen gefunden und gaben an den Informationsständen einen Einblick in die jeweilige Ausbildung.

Das Fazit der Ausbildungsbörse lautet: In der Region sind offene Lehrstellen vorhanden, oft fehle es allerdings an geeigneten Bewerbern, beim Baugewerbe ist der größte Ausbildungsmangel zu verzeichnen.

Rektorin Veronika Köpfle hieß in der Mensa die Vertreter der Firmen, Schüler sowie deren Eltern willkommen. An der Schule spiele die Berufswegeplanung eine wichtige Rolle, so die Rektorin.

Es sei wichtig, dass die Schüler am Ende ihrer Schulzeit ausbildungsfähig seien, dass neben der notwendigen fachlichen Kompetenz auch ihre sozialen Kompetenzen gut ausgeprägt sei, um für den Beruf vorbereitet zu sein. Den Schülern werde hier die Möglichkeit geboten, sich umfassend über verschiedene Berufsfelder, sowie über Praktikums- und Ausbildungsmöglichkeiten, berufliche Voraussetzungen im persönlichen Kontakt und im Gespräch zu informieren.

Sie dankte den Mitgliedern des Fördervereins, die bei der Vorbereitung der Veranstaltung und Durchführung mitwirken und den Vertretern der Firmen für ihr Kommen. „Ich freue mich über viele ehemalige Schüler, die zum Teil bereits den Meistertitel besitzen und hier für neue Auszubildende werben“, betonte die Rektorin.

Fördervereinsvorsitzender Ralf Remmler sagte: „Wir vom Förderverein halten es für wichtig, dass den Schülern die Möglichkeit gegeben wird, sich über Ausbildungsberufe zu informieren. Es erleichtert den teilnehmenden Firmen, ihre Ausbildungsinhalte zu präsentieren. Wir sind stolz, bereits zum 7. Mal diese Ausbildungsbörse präsentieren zu können“, betonte Remmler. Bürgermeister Klaus Gramlich dankte ebenfalls den teilnehmenden Firmen, die sich Zeit genommen hätten, ihre Ausbildungsmöglichkeiten in der Region zu präsentieren.

Beim anschließenden Rundgang führte die FN Gespräche mit Vertretern der verschiedenen Firmen. Tamara Beckmann, Ausbildungsleiterin beim „WLC“ in Adelsheim, sagte, dass im Jahr 2019 alle Ausbildungsplätze belegt seien. WLC biete drei Ausbildungsberufe an: Kaufmann/Kauffrau, Fachkraft für Lager/Logistik und Fachinformatiker. Isolde Socher vom evangelischen Kindergarten Sennfeld teilte mit, dass mehr Erzieherinnen benötigt werden, da bereits seit mehreren Jahren die Kleinkinderbetreuung angeboten werde. Die Tätigkeit einer Erzieherin sei nicht nur das Singen und Basteln, sondern eine familienergänzende Förderung, so die Kindergartenleiterin.

Die Leiterin des AOK Service-Centers Osterburken, Carmen Sennert-Müller, meinte, dass speziell Bewerber mit „Mittlerer-Reife“ für den Ausbildungsberuf Sozialversicherungsangestellte in Betracht kämen. „Wir als AOK Rhein-Neckar-Odenwald sind bestrebt, Auszubildende aus dem hiesigen Raum zu bekommen. Die Bewerberzahl ist ausreichend.“

Petra Eberhard, Inhaberin der Baulandapotheke Adelsheim, stellte die beiden Ausbildungsberufe „Pharmazeutisch-Kaufmännische-Angestellte und Pharmazeutisch-Technische Angestellte“ vor. In ihren Apotheken sei zurzeit kein Ausbildungsplatz vorhanden. „Wir bieten einen wohnortnahen Frauenberuf an, der auch in Teilzeitbeschäftigung möglich ist“, informierte Eberhard.

Anja Weis, Johannes-Diakonie (Wohnzentrum), erklärte, dass sie ebenfalls ständig auf der Suche nach neuen Auszubildenden seien. In der Bildungsakademie der Johannes-Diakonie Mosbach werden Heilerziehungsassistenten und Heilerziehungspfleger ausgebildet. Auf die Frage, warum in den sozialen Berufen der Mangel an Auszubildenden groß sei, erklärte Anja Weis, dass dies nicht nur ein finanzielles Problem sei, sondern auch die fehlende gesellschaftliche Anerkennung, sowie die Dienste an Wochenenden und Feiertagen.

Birgit Heizmann, Firma Heizmann aus Osterburken, bezeichnete es als schwierig, Auszubildende für die Bauwirtschaft zu bekommen, weil das Image in der Öffentlichkeit sehr schlecht sei. Einfacher sei es allerdings, Baugeräteführer zu finden. Bautechniker Thomas Funk ergänzte, dass es vor allem an geeigneten Bewerbern fehle.

Die Firma „Walter + Partner“, beratende Ingenieure, bieten die Ausbildung zum Bauzeichner und Vermessungstechniker an. Wie in der Baubranche üblich, fehle es hier ebenfalls an Nachwuchs, betonte Max Knauth, der den interessierten Schülern erläuterte, dass bei „Walter+Partner“ der Bau von Kanälen, Straßen, und Wasserleitungen geplant werde. Andreas Stössel, Firma Bleichert, weltweiter Systempartner für Fabrikautomaten, Fördertechnik, Logistik- und Lagertechnik, Montage- und Verkettungstechnik, sagte: „Alle Ausbildungsplätze sind belegt.“ Es werden angeboten: Industriekaufmann, technischer Projektdesigner, Elektroniker, Mechatroniker und Industriemechaniker.

Arno Sebert und Lukas Deimel, Firma AZO aus Osterburken, sagten, dass in den letzten Jahren die Ausbildungsplätze noch besetzt werden konnten. Von Jahr zu Jahr werde dies allerdings immer schwieriger. Angeboten wird die Ausbildung für: Industriemechaniker, Elektroniker Betriebstechnik, technischer Produktdesigner und duale Studiengänge im Bereich Elektrotechnik.

Michael Huber, Ausbildungsleiter bei der Firma Schimmel in Adelsheim, stellte ebenfalls die Firma vor, die technisch Filter, Siebe und Drehteile fertigt. Man suche noch Auszubildende zum Industriekaufmann, Zerspanungsmechaniker, Mechatroniker, Industriemechaniker und Werkzeugmacher. jüh

An den einzelnen Informationsständen der Firmen erkundigten sich die Schülerinnen- und Schüler nach den verschiedenen Ausbildungsberufen.