Adelsheim

Landesschulgarten in Adelsheim Neu gestaltetes Kleinbiotop / Solargesteuerter Wasserkreislauf bei künftigen Hitzeperioden besonders wertvoll

Kleines Paradies mit großer Vielfalt

Idyllisch gelegen zwischen Waldrand und Eckenberg-Gymnasium (EBG), findet der Besucher des Schulgeländes ein weithin bekanntes Kleinod, den Landesschulgarten Baden-Württemberg.

Adelsheim. Der Naturschulgarten in Adelsheim lädt ein zum Verweilen, Beobachten, Entdecken und Meditieren. Ein Wohlfühlgarten, der sich in den fast dreißig Jahren seines Bestehens zu einem kleinen Paradies mit großer Vielfalt, mit vielen vernetzten Einzelbiotopen, mit fließenden Übergängen und reichlich bestückt mit ästhetischen Gestaltungselementen entwickelte.

Auf einem Areal von 1042 Quadratmetern bietet dieser Naturgarten einen Ort der Begegnung, einen Erlebnisraum mit vielen Experimentiermöglichkeiten und Angebote für kreatives Handeln. Durch seine Artenvielfalt an Heil-, Duft- und Gewürzkräutern, sowie seltenen Wildsträuchern bietet der Schulgarten am Eckenberg ein großes Potenzial für handlungsorientierten Unterricht auf der Basis der Leitperspektive für nachhaltige Entwicklung. Überdies findet man hier eine ideale Einbindung in den Schulalltag vor.

Schließlich nutzen ihn nicht nur zahlreiche Schülerkurse des Landesschulzentrums für Umwelterziehung (LSZU) und der Lehrerfortbildung, sondern es profitieren auch die Schüler des Internats, des Eckenberg-Gymnasiums und der angrenzenden Martin-von-Adelsheim- Gemeinschaftsschule. Als Klassenzimmer im Freien ist der Schulgarten sehr beliebt und auch in mancher Freistunde zieht es die Schüler zum Vesper oder zur Erledigung Ihrer Hausaufgaben zu den schattigen und überdachten Plätzen des Schulgartens inmitten der Natur.

Auf Anregung von Theo Prestel, dem organisatorisch-pädagogischen Leiter des Landesschulzentrums, wurde im laufenden Jahr nun eine Runderneuerung des gesamten Schulgartens in Angriff genommen. Die attraktiven Ideen und Gestaltungselemente wurden von einem motivierten Team umgesetzt, wobei die für den Landesschulgarten Verantwortlichen viel Engagement und Herzblut einbrachten. Die Organisatoren Anette Roth und Christian Puschner, aber auch die beiden jungen Leute des FÖJ. und vor allem die angestellte Helferin Simone Krähmer sowie das LSZU-Team zeigten vollen Einsatz.

Simone Krähmer hatte darüber hinaus während der Hitzeperiode und während der ganzen Sommerferien vorbildlich viel Zeit geopfert, um die Neupflanzungen vor dem Vertrocknen zu retten.

Sämtliche Beete Einfassungen wurden mit Holz oder Natursteinen neu eingefasst. Echte Hingucker wurden die Hochbeete als Nutz- oder Zierbeete, wobei nunmehr bei Bepflanzung und Pflege der Rücken geschont wird. Alle Gartenwege wurden mit Rindenmulch oder Split auf Vordermann gebracht.

Bedrohten Insekten geholfen

Auch den bedrohten Insekten wurde geholfen durch das Ausbringen von Wildblumen oder durch das Anbringen von Insektenhotels. An die Vogelwelt und die Fledermaus dachte man ebenfalls durch das Anbringen von Vogelnistkästen und Fledermauskästen. Der solargesteuerte Wasserkreislauf, der in diesem Hitzejahr ein Segen für den Garten war, wurde mit einem neuen Wasserfass bestückt.

Die veraltete Kompostanlage erfuhr durch eine neue Anlage eine Aufwertung: Mit einfachen Lattensilos wurde eine Konzeption umgesetzt, die der Nachhaltigkeit Rechnung trägt: „Die Natur kennt keinen Abfall“, betonte Christian Puschner und so würden alle Küchenabfälle der Schulküche, Pflanzenabfälle von Schulgarten und vor allem der Kaffeesatz des Personals in des „Gärtners Gold“, die Komposterde, umgewandelt. Der Boden freue sich über reichlich Nährstoffe, denn künstliche Düngung sei in einem Schulgarten ein „No go“.

Ein weiterer wichtiger Aspekt dieser Runderneuerung ist die Intention, dem rein verkopften Lernen ein Äquivalent zu setzen: Durch sinnhaftes Erfahren, durch Erkunden und Entdecken, durch selbständiges und eigenverantwortliches Lernen, durch Kreaktivität, Fantasie und Innovationen entwickeln sich wichtige soziale Kompetenzen, verbunden mit der Verantwortung für Umwelt und Natur. „Man liebt nur, was man kennt“ betonen die Verantwortlichen des Schulgartens immer wieder.

Gut angekommen ist auch beim Landesschulgarten der Eingangsbereich mit vielen Kräutern und Pflanzen, wobei kleine Tafeln mit Gartenweisheiten zu einem Gartenbesuch einladen. Schließlich steht der Landesschulgarten auch für die Öffentlichkeit und interessierte Besucher aus der Bevölkerung immer offen. „Der Garten will nicht nur Regentropfen, sondern auch Schweißtropfen sehen“, will dem Besucher nahelegen, dass hinter allem Bewundernswerten auch viel Arbeit steckt. „Der Garten ist das einzige Paradies, aus dem wir noch nicht vertrieben wurden“, weist darauf hin, dass neben der Arbeit der Garten auch paradiesisch sein kann.

Viele Preise und Auszeichnungen hat der Landesschulgarten in all den Jahren von höchster Stelle bekommen: In den Schulgarteninitiativen des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz sowie dem Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg. Man hat erkannt, was Schulgärten bei Erziehung und Bildung für Kinder und Jugendliche zu leisten vermögen.

Die Landesarbeitsgemeinschaft Schulgärten Baden-Württemberg hat den Landesschulgarten in Adelsheim mehrfach hervorgehoben: So wurde bei der letzten Preisverleihung die Planung und Umsetzung der Schulgartenarbeit in Adelsheim als hervorragend beurteilt und mit einem Geldpreis, einer Urkunde und einer Plakette ausgezeichnet. Mit dem Titel „Leuchtturm für Schulgartenarbeit“ wurde diese höchste Auszeichnung dem Landesschulgarten in Adelsheim verliehen. jüh