Adelsheim

SPD-Veranstaltung Thema „Wohnungswirtschaft trifft Politik“ interessierte viele Zuhörer

Mietwohnungsbau im ländlichen Raum „extrem schwierig“

Adelsheim.Zur Veranstaltung „Wohnungswirtschaft trifft Politik“ hatte der SPD-Ortsverein Bauland ins Tennisheim Adelsheim eingeladen. Der stellvertretende Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Bauland, Ralph Gaukel, begrüßte den Gastredner Dr. Klaus-Dieter Roos, geschäftsführender Vorstand der Wohnbaugenossenschaft Familienheim Mosbach, MdL Georg Nelius (SPD) sowie alle Mitglieder und Gäste.

Brennendes Thema Wohnungsnot

Dr. Roos stellte die Genossenschaft vor und beeindruckte mit dem Zahlenwerk zum 1947 gegründeten Familienheim Mosbach mit über 1800 Mitgliedern und fast 30 Standorten. Zu den brennenden Themen „Wohnungsnot in Deutschland“ und „bezahlbares Wohnen“ stellte er grundsätzlich fest, dass nicht der Markt, sondern die Politik versage – und zwar auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene.

Mietwohnungsumbau im ländlichen Raum sei deshalb extrem schwierig, weil die Mieten nicht die Neubaukosten deckten, das Landeswohnraumförderungsprogramm wegen des Mietnachlasses wegfalle und Gebäudesubstanzverlust nicht gefördert würde.

Darüber hinaus erfolgten die kommunalen Grundstücksvergaben noch immer nicht als „Konzeptvergaben“, spezifische Angebote kämen nicht zum Tragen und Diskussionen über den tatsächlichen Bedarf fänden kaum statt.

Zudem erschwerten Auflagen wie Stellplatzverordnungen und Landesbauordnung den Wohnungsbau. Es gebe wenig zukunftsorientierte Bebauungspläne und die örtlichen Akteure würden bei deren Aufstellung unzureichend beteiligt. Auch die demografische Entwicklung ländlicher Räume werde nicht angemessen berücksichtigt.

Werkswohnungen als Option

Bei der anschließenden Diskussion ging es um mögliche Gründe für die Be- und Verhinderung des Wohnungsbaus in den Kommunen. Die Themen Grundsteuer und Firmenwohnungen wurden ebenso angesprochen wie andere Wohnformen wie Mehrgenerationenhäuser und Senioren-Wohngemeinschaften.

Auch die Eigeninitiative von Unternehmen zum Bau von Werkswohnungen wurde diskutiert; dies sei zusätzlich ein probates Mittel, um Fachkräfte zu gewinnen. Georg Nelius erläuterte, dass bereitgestellte Fördermittel oft nicht abgerufen würden; er verlangte über eine Entwicklungsgesellschaft des Landes mittelfristig 500 000 Wohnungen zu bauen. Laut Roos und Nelius müsse die Initiative von den Mandatsträgern vor Ort ausgehen.

Abschließend bedankte sich der Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Bauland, Michael Deuser, für den informativen und kenntnisreichen Vortrag und übergab Dr. Roos ein Präsent. Den Mitgliedern und Zuhörern dankte Deuser für die aktive Teilnahme.