Adelsheim

Frühlingskonzert in Adelsheim Das berühmte „Halleluja“ aus Händels „Messias“ erfreute die Zuhörer schon beim Konzert zum Muttertag in Adelsheim

Mit diesem Repertoire geht es nach Versailles

Archivartikel

Adelsheim.Jubilate Deo – Geistliche Musik aus verschiedenen Epochen. Der Fränkische Madrigalchor wird auf seiner Studienreise Anfang Juni nach Versailles diese Chormusik zu Gehör bringen.

Im schon traditionellen Frühlingskonzert des Chores am Muttertag in der evangelischen Stadtkirche erklang diese geistliche Musik vor einer großen Hörergemeinde.

Sängerische Beweglichkeit

Die Auswahl der vorgetragenen Stücke, eine facettenreiche Aufgliederung des Programms verlangte sängerische Beweglichkeit, und stilsichere Präsentation der unterschiedlichen geistlichen Chorwerke. Dank gründlicher Schulung und intensiver Probenarbeit wurden die einzelnen Stücke mit großer Sorgfalt, Ernst und Schwung vorgetragen.

Krönender Abschluss des Konzerts war das berühmte „Halleluja“ aus Händels „Messias“. Händel schrieb seinen Messias in einer ausgesprochenen Hochstimmung. Im Mittelpunkt des „Hallelujas“ steht der Satz aus der Johannesoffenbarung: „Das Königreich der Welt ist fortan das Königreich des Herrn und seines Christ“, wobei dieser Satz im piano anhebt und am Ende eine beinahe orgiastische Steigerung erfährt.

Zweifellos imponiert das „Halleluja“ durch den orchestralen Glanz mit Pauken und Trompeten. Die vierstimmige Begleitung auf der Orgel durch Beatrix Huber-Lose und Werner Künzel war nicht minder beeindruckend. Gleichzeitig zeigte sich aber aufgrund des fehlenden Orchesterapparats eine bessere Durchhörbarkeit des chorischen Gewebes, die dem Chor in eindringlicher Weise und schwungvoll gelang.

Die oben angesprochene Johannesoffenbarung reflektiert die Auseinandersetzung der Christen am Ende des ersten Jahrhunderts mit dem Römischen Staat und seinem Kaiser, der sich selbst zur Gottheit erhob. In einer vergleichbaren Situation entstand der schlichte Chorsatz von W. Kraft aus dem Jahre 1938, eine Vertonung des 118. Psalms. Hier wird gegen die braunen Machthaber der Satz gesetzt: „Die Rechte des Herrn behält den Sieg.“ Zwei Musikstücke, die als Hoffnungssignal klingen, in einer Zeit, in der Autokraten, Diktatoren und demokratiefeindliche Despoten fröhliche Urstände feiern.

Wirkung nicht verfehlt

Die von W. Kraft verlangte schwungvolle und rasche Darbietung verfehlte nicht ihre Wirkung.

Mit der Anzahl der vorgetragenen Chorsätze entsprach der Dirigent Dieter Kaiser dem immer wieder geäußerten Wunsch nach mehr chorischer Beteiligung am Konzert.

Dennoch sollte auf die Darbietung von Einzelstimmen nicht verzichtet werden, was ja auch zur Tradition gehört.

Glücklicherweise verfügt der Chor nicht nur über unverbrauchte, sondern auch geschulte und ausgebildete Stimmen, die im Gesamtchorklang nicht herausklingen sollen, aber im Rahmen eines Frühlingskonzerts auf jeden Fall erklingen dürfen.

Originelles Duett

So erklangen schöne Soli, ein originelles Duett und ein wohlklingendes, romantisches Septett, einstudiert von Georg Fischer. Die beiden Instrumentalisten, Beatrix Huber-Lohse und Werner Künzel erfreuten fernab von jeglicher Routine mit wunderbarem und ambitioniertem Spiel. Gesamtleiter Dieter Kaiser hatte das Konzert wieder einmal mit Sorgfalt, Ernst und Elan vorbereitet und dargeboten. Das Publikum darf sich freuen, wenn im November unter seiner Leitung Werke von Mozart zur Aufführung kommen.