Adelsheim

Lebensrettendes Jubiläum im Bauland Fünf Jahre Notarztstandort Osterburken / „Schlagkraft für alle Bauland-Gemeinden“

Nahe und daher schnelle Hilfe der Notfallmediziner

Archivartikel

Osterburken.Ein unter Umständen lebensrettendes Jubiläum können die Neckar-Odenwald-Kliniken zusammen mit dem Deutschen Roten Kreuz am 1. Juli in Osterburken feiern. Denn seit genau fünf Jahren ist in der Römerstadt ein Notarzt stationiert.

Mussten die Notärzte zuvor noch aus Buchen oder gar aus benachbarten Kreisen anfahren, wurde die nahe und daher schnelle Hilfe der Notfallmediziner in diesen fünf Jahren bereits rund 2000 Mal in Anspruch genommen.

Überzeugungsarbeit

„Für viele Osterburkener gehört der ausrückende Notarzt inzwischen zum Alltagsbild, aber es muss anlässlich unseres kleinen Jubiläums daran erinnert werden, dass dahinter jede Menge Organisationsaufwand und Überzeugungsarbeit steckt. Und über 250 Einsätze allein in diesem Jahr zeigen, wie dringend dieser Standort gebraucht wird, der nun glücklicherweise 24 Stunden am Tag besetzt ist“, betont der Ärztliche Direktor der Neckar-Odenwald-Kliniken und Notfallmediziner Priv.-Doz. Dr. Harald Genzwürker, der für die Organisation des Notarztdienstes in Asbach, Buchen, Mosbach und Osterburken verantwortlich ist.

Auch die Geschäftsführer der DRK-Kreisverbände Mosbach und Buchen, Steffen Blaschek und Joachim Herrmann, die die Rettungsassistenten und Notfallsanitäter sowie die Notarzteinsatzfahrzeuge und Rettungswagen stellen, freuen sich über dieses Plus an Sicherheit: „Der Rettungsdienst stellt die Verantwortlichen derzeit vor große Herausforderungen – aber wir setzen alles daran, die gesetzlichen Vorgaben einzuhalten, damit auch im ländlichen Raum die schnelle Hilfe im Notfall gewährleistet ist.“

Plus an Sicherheit

Dass diese gute Versorgung nicht selbstverständlich ist, zeigt die kurze, aber durchaus wechselvolle Geschichte des Standorts. Denn in der ersten Phase musste der von den Neckar-Odenwald-Kliniken gestellte Notarzt noch selbst fahren, was ein zusätzliches Maß an Ortskenntnis und Konzentration erforderte.

Nach zwei Jahren wurde dann ein Rettungsassistent beziehungsweise Notfallsanitäter eingesetzt, so dass der Arzt als Beifahrer sich schon während der Fahrt über den Notfall umfassend informieren konnte.

Da es aber nicht immer leicht war, auch ausreichend Personal zu finden, rückte der Notarzt später zum Teil auch im Rettungswagen mit aus. Auch war der Arzt lange Zeit nur tagsüber direkt in Osterburken stationiert.

„Und erst seit März diesen Jahres können wir das Modell fahren, das zur Versorgung der Bevölkerung und Sicherstellung der Hilfsfristen am besten geeignet ist: Ein in der Regel 24 Stunden am Tag verfügbarer Notarzt, der von einem Rettungsassistenten oder Notfallsanitäter im eigenen, schnellen Notarzteinsatzfahrzeug gefahren wird.

Dafür hat sich das stete Dringen auf diese Lösung gelohnt“, betont Dr. Genzwürker. Seitdem rücken die Notärzte auch nicht mehr von der Rettungswache in der Boschstraße aus, sondern starten in der Industriestraße. Beschlossen wurden die Erweiterungen der Einsatzbereitschaft jeweils durch den zuständigen Bereichsausschuss, finanziert wird die Mehrleistung wie auch grundsätzlich die Notarztbereitschaft durch die Krankenkassen.

Ebenfalls gelohnt hat es sich für die Patienten und deren Angehörige, die über die 112 und damit die Integrierte Leitstelle in Mosbach das Ausrücken der Notfallmediziner auslösen.

In erster Linie werden dann binnen weniger Minuten Erkrankungen des Herzens wie Herzinfarkt, Rhythmusstörungen und Blutdruckentgleisungen bis hin zum Herz-Kreislaufstillstand versorgt. Aber auch neurologische Probleme wie Schlaganfall, Hirnblutungen und Krampfanfälle sind häufig, dazu kommen Atemstörungen wie beispielsweise Asthmaanfälle. Die Versorgung von Verletzten nach Verkehrs-, Arbeits-, Sport- und Schulunfällen verursacht weniger als ein Fünftel aller Alarmierungen.

„Die Versorgung an der Einsatzstelle funktioniert immer in hervorragender Zusammenarbeit mit den Rettungsassistenten und Notfallsanitätern der Rettungswagen, die gemeinsam mit dem Notarzt am Notfallort eintreffen“, unterstreichen Dr. Genzwürker, Blaschek und Herrmann.

Dies sei eine Schlagkraft für alle Bauland-Gemeinden und darüber hinaus, die man gar nicht hoch genug einzuschätzen könne.