Adelsheim

Fastnachtsumzug in Osterburken Knapp 40 Gruppen zogen gestern durch die Römerstadt und sorgten für Stimmung / Borkemer Traditionsfiguren mit von der Partie

Narren hatten einen Platz an der Sonne

Die Sonne gab gestern Nachmittag alles: Eine Steilvorlage für die Narren, die zum Feiern beim Faschenachtsumzug in Osterburken waren. Entsprechend ungetrübt war denn auch die Stimmung.

Osterburken. Knapp 40 Gruppen zogen ab dem Feuerwehrgerätehaus durch die Borkemer Innenstadt. Endstation war nach annähernd zwei Stunden die Baulandhalle.

Dabei versorgten sie die eng aneinander gereihten Besucher entlang der Strecke mit allem, was ein Jeck so braucht: mit dröhnenden Beats aus den Boxen und handgemachter Musik, originellen Kostümierungen oder Wagenmotiven mit und ohne Hintersinn nebst jeder Menge an Schlachtrufen aller Art und Herkunft. Unabdingbar waren natürlich auch die jahreszeitlich passenden Nahrungsergänzungsmittel in fester und flüssiger Form.

Einen Platz an der Sonne hatten auch diejenigen erwischt, die keinen Platz in der Sonne ergattern konnten: Die Umzugsteilnehmer, die von den Osterburkener Stadtteilen über Nachbargemeinden bis zu kreisgrenzenüberschreitenden Anreisenden „reichten“, legten sich nämlich ordentlich ins Zeug.

Borkemer Block mittendrin

Und mittendrin natürlich der Borkemer Block mit Elferratsgruppen, Fanfarenzug, Ranzengarde, Bauernballett, Kirnausträndlern und Musikverein. Mit vielen originellen Aufbauten, bei denen das Thema Politik allerdings nur an wenigen Stellen, sprich Wagen, eine Rolle spielte, dafür aber in teils dreistelliger Mann- und Fraustärke, zog der närrische Tross an den zurückwinkenden und einsammelnden Faschenachtern vorbei.

Die „Aschhäuser Nachtwächter“ vollzogen eine unablässige Wachablösung vor ihrer Towerbridge/London, aus Bieringen wurde im Schlepptau ein China-Tempel mitgeführt, während sich die FG Schlierstadt aufs Fallschirmspringen verlegt hatte. Hingucker, die sich nahtlos an- und einpassten in das Gefüge der heimischen Traditionsgruppen.

Bunte Fahnen

Der Fanfarenzug ließ die bunten Fahnen wehen und gab gleich zu Beginn den Trommel-Takt vor. Mit Spaß an der Freud’ ging das Borkemer Bauernballett zur Sache, dem sich die direkt folgenden Kirnausträndler atmosphärisch nahtlos anschlossen.

Dass es bei „Herrle und Fräle“ gesittet zugeht, dürfte ja bekannt sein, und das war auch gestern so. Einerseits imposant, andererseits zahm und zugänglich präsentierten sich die Strohbären, die nur selten zum Sprung in die Menge ansetzten, sich dafür aber von den ganz jungen Schaulustigen bereitwillig kraulen ließen.

Krönender Abschluss

Den krönenden Abschluss des Umzugs übernahm dann wie gewohnt eine einheimische Breitseite: Zunächst die Boftschemer Rauchschwalben, dann Pferdefreunde, Musikverein, Hexen, Wüschele, Tanzgruppe und Elferrat (inklusive Vertreter der Stadt). Die Endspurter gaben stimmungs- und kamellenmäßig nochmals alles und führten das närrische Volk nahtlos zum Weiterfeiern, entweder an und unter die Brücke oder aber in die beheizte Baulandhalle. Anders als im Vorjahr, als es noch eher „Singing in the rain“ hieß, hörte man am Dienstag mehr ein „Faschingsend und Sonnenschein“ heraus.

Info: Weitere Fotos zum farbenfrohen Umzug durch die Römerstadt gibt es unter www.fnweb.de in einer Galerie.