Adelsheim

Tag des offenen Denkmals in Sennfeld Reinhart Lochmann informierte über den jüdischen Friedhof

Pflege obliegt der politischen Gemeinde

Adelsheim.Anlässlich des „Tags des offenen Denkmals“ informierte der Leiter der Gedenkstätte „Ehemalige Synagoge Sennfeld“, Reinhart Lochmann, im jüdischen Friedhof in Sennfeld über dessen Geschichte.

Zentraler Begräbnisplatz

Vor der Emanzipation (rechtliche Gleichstellung) der Juden in Baden wurde ihnen von der jeweiligen Herrschaft ein zentraler Begräbnisplatz zugewiesen. Für die Gemeinden in der Region war dies der Verbandsfriedhof in Bödigheim, auf dem zahlreiche Gemeinden von Strümpfelbrunn bis Angeltürn ihre Toten bestatteten, erklärte Lochmann.

Ab 1810 erhielten die Gemeinden mit der beginnenden bürgerlichen Gleichstellung die Erlaubnis, geeignete Grundstücke in ihrer Gemarkung zu kaufen und dort Friedhöfe einzurichten. Der israelische Synagogenrat in Sennfeld beantragte am 6. September 1882 die Errichtung einer Begräbnisstätte (Judenfriedhof) beim Gemeinderat Sennfeld. Die erste Beerdigung fand am 26. Juli 1884 statt, die letzte am 22. August 1939. Trotz Zerstörungen zwischen 1933 und 1945 seien alle 131 Grabsteine erhalten, so Lochmann.

Keine Angehörigen

Nach 1945 gab es an vielen Orten keine jüdischen Gemeinden mehr und meist auch keine Angehörigen, die die Friedhöhe oder Gräber pflegen konnten. Die Pflege obliegt nach einer Vereinbarung zwischen Bund, Ländern und Vertretern jüdischer Organisationen vom 21. Juni 1957 den örtlichen politischen Gemeinden, so Lochmann abschließend.

Neben den Führungen im Schlosspark, im Bauländer Heimatmuseum und in der Jakobskirche gab es auch einen Rundgang in Adelsheim (die FN berichteten).

Die Stadtführung entlang der historischen Gebäude von Adelsheim unter der Leitung von Christel Hiltscher, führte am Oberschloss, Unterschloss, Stadtturm, Heimatmuseum, Altes Rathaus, alte Posthalterei, Adamsches Schlösschen und Jakobskirche vorbei und ermöglichte den Teilnehmern neue Blickwinkel auf Altbekanntes. jüh