Adelsheim

Tag der Wiederbelebung Aktion an der Martin-von-Adelsheim-Schule / Durchweg positive Resonanz aller Beteiligten

„Schüler waren mit großer Begeisterung dabei“

Archivartikel

Adelsheim.Die Martin-von-Adelsheim-Schule führte anlässlich der „Woche der Wiederbelebung“ vom 17. bis 21. September einen Aktionstag unter dem Motto „Ein Leben retten. 100 Pro Reanimation“ durch.

Rund 200 Schüler (Klassenstufe 7 bis 10) wurden in Wiederbelebungsmaßnahmen ausgebildet. „Die Resonanz der teilnehmenden Schüler war sehr gut. Alle waren mit großer Begeisterung dabei“, berichten die durchführenden Lehrkräfte, Sigrid Albrecht, Christina Höhne und Dennis Orf.

Im Ernstfall vorbereitet

Sie ziehen ein durchweg positives Fazit: „Wir freuen uns, dass das Reanimationstraining ein fester Bestandteil in unserem Schulcurriculum ist.“ Der erfolgreiche Aktionstag habe gezeigt, dass das Interesse der Schüler an diesem äußerst wichtigen Thema sehr hoch sei.

Dabei berichtete ein Schüler aus der 9. Klasse dankbar darüber, dass er durch diese Aktionstage auf den Ernstfall gut vorbereitet war. Bei einem Notfall in der Familie habe er keine Minute gezögert und das Erlernte angewendet.

Lebensrettende Erste Hilfe Maßnahmen sollten nicht erst beim Führerschein ins Bewusstsein rücken oder zum Thema werden, wenn die Notsituation da ist oder war. „Das Thema lässt sich sehr gut in unseren Lehrplan integrieren“, so Schulleiterin Veronika Köpfle. Im Biologie-Unterricht haben die Schüler die Funktionsweise von Herz und Lunge kennengelernt. Anschließend wurden sie durch das Reanimationstraining begleitet. Dank der Initiative „Löwen retten Leben“, die 2015 in Baden-Württemberg ins Leben gerufen wurde, und dank der Unterstützung durch das DRK konnte jeder Schüler an einer eigenen Übungspuppe die Reanimation trainieren. Untersuchungen haben gezeigt, dass Schüler ab der 7. Klasse problemlos Erwachsene wiederbeleben können. Wichtig ist, Kindern und Jugendlichen schon in der Schule das Thema Reanimation näher zu bringen und sie frühzeitig als kompetente Ersthelfer auszubilden. „Jeder kann in die Situation geraten, Ersthelfer zu sein. Denn: Ein plötzlicher Herzstillstand kann jeden treffen“, betont Sigrid Albrecht, Lehrerin und Erste-Hilfe-Ausbilderin beim DRK.

Die wenigsten helfen

Obwohl jeder helfen könnte, tun es die wenigsten. Zwar sei die Zahl der Fälle, in denen einfache, aber lebensrettende Maßnahmen ergriffen werden, seit Einführung der „Woche der Wiederbelebung“ von 17 Prozent auf 31 Prozent angestiegen. Dennoch sei die Helferquote in Deutschland im internationalen Vergleich gering.

Druck-Massage ist wichtig

Die Mund-zu-Mund-Beatmung, vor der sich viele ekeln, sei bei der Wiederbelebung zweitrangig: Mit einer Herz-Druck-Massage werden Gehirn und Organe bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Die lebensrettende Devise lautet „Prüfen. Rufen. Drücken“ – prüfen, ob die Person noch atmet. Unter der europaweit gültigen Notrufnummer 112 den Rettungsdienst rufen. Fest und mindestens 100 Mal pro Minute in der Mitte des Brustkorbs drücken und nicht aufhören, bis Hilfe eintrifft. Mit der Erhöhung der Wiederbelebungsrate durch Laienhelfer könnten in Deutschland jährlich etwa 5000 Menschenleben gerettet werden.

So werden Hemmschwellen in der Bevölkerung vor der Ersten Hilfe abgebaut und die Wiederbelebungsrate in Deutschland gesteigert.

Ganz wichtig war den Verantwortlichen die Botschaft: Man kann beim Helfen nichts falsch machen – außer nicht zu helfen. jüh