Adelsheim

Skulpturen-Radweg (Teil 5) Fahrstuhlschacht von Markus Gehrig

Surreales Objekt auf dem freien Feld

Adelsheim.Markus Gehrig entwirft mit „Underground“ einen Fahrstuhlschacht auf freiem Feld. Die solitäre Lage des Fahrstuhls und die Tatsache, dass er sich nicht bedienen lässt, machen ihn zu einem surrealen Objekt in der Landschaft. Sinn und Zweck des Fahrstuhls sind vollkommen unklar, er steht für sich allein „im Nirgendwo“.

Raum für Assoziationen

Die Funktion beziehungsweise Dysfunktion des Fahrstuhls lässt Raum für vielerlei Assoziationen: Die meisten zwischenmenschlichen Beziehungen verweilen nur an der Oberfläche, das Unterbewusste, die wirkliche Gefühlswelt – Ängste und Probleme – bleiben im Verborgenen.

So leuchten viele Menschen vermeintlich frei und offen nach außen hin – was sich in ihrem Inneren „unter der Oberfläche“ verbirgt, bleibt verborgen. Nach einer Ausbildung zum Bauzeichner studierte Markus Gehrig von 1999 bis 2003 Architektur in Berlin und Karlsruhe. Nach seinem Diplomabschluss 2003 arbeitete er als freier Mitarbeiter in Architekturbüros in Stuttgart und Wien.

Seit 2004 entstanden eigene künstlerische Arbeiten aus Metall, denen architektonische Grundzeichnungen zugrunde liegen, die aus einem minimalistischen Ausdruck gebauter Architekturen übertragen und neu interpretiert wurden. Diese wurden bei Messeauftritten u.a. in Stuttgart, Köln, Wien, Zürich, Venedig, Paris, London, Miami und New York präsentiert. Seit 2016 studiert Markus Gehrig an der Akademie der bildenden Künste Stuttgart bei Professor Udo Koch. Mit seinen aktuellen Arbeiten distanziert sich der Künstler von funktionalen und formal- ästhetischen Anwendungsbegriffen seiner früheren Arbeiten und findet zu einer Auseinandersetzung mit rein künstlerischen Inhalten. Dabei legt er sich weder auf ein bestimmtes Material, noch auf eine technische Arbeitsweise fest. Die meist konzeptuellen Arbeiten von Markus Gehrig sind manchmal sehr leise in der Wahrnehmung, zeigen einen subtilen Eingriff in das Gewohnte, eine unterschwellige Veränderung im alltäglichen Bild. Eine Art Fehler im System, den es zu entdecken gilt.

Weitere Arbeiten sind situativ-konfrontative Rauminterventionen, die als begehbare Raumskulptur oder Installation häufig die Besonderheit eines Gebäudes oder die Topografie eines Ortes zum Ausgangspunkt nehmen – wie „Underground“. Markus Gehrig lebt und arbeitet in Stuttgart und Dossenheim.