Adelsheim

Gemeinderat Adelsheim Abschluss eines Netzanschlussvertrags Strom mit der Netze BW für die neue Sporthalle / Vereinbarung für Bodenaushubdeponie

Vergabe der Kanalinspektion sorgte für kontroverse Diskussion

Adelsheim.Kontrovers diskutierte der Adelsheimer Gemeinderat am Montagabend in seiner Sitzung die Vergabe der Kanalinspektion von Hergenstadt und Leibenstadt. Nachdem Stadtrat Marco Rieß bemängelt hatte, dass man hier für einen relativ kleinen Teil des Kanalnetzes rund 85 500 Euro ausgebe, entschied sich der Gemeinderat allerdings trotzdem dafür.

In der Kläranlage Korb, die von der Stadt Möckmühl betreut wird, wird Abwasser von Hergenstadt, Leibenstadt und Korb behandelt. „Seit Jahren besteht das Problem, dass durch zu viel Fremdwasser die Reinigungsleitung der Anlage negativ beeinflusst wird“, erläuterte Bauamtsleiter Stefan Funk. Um diesen Umstand zu beseitigen, habe man gemeinsam mit Möckmühl beschlossen, den Fremdwassereintritt im Zuge einer Kanalinspektion festzustellen und daraus den weiteren Handlungsbedarf abzuleiten.

„Die Reinigungswerte der Kläranlage sind gut. Es gibt nur zu viel Fremdwasser“, stellte das Stadtoberhaupt klar und Stefan Funk informierte, dass bei der Submission nur zwei Angebote vorlagen.

Nach Prüfung durch das Büro Walter und Partner habe die Firma Beyerle aus Eppingen-Kleingartach mit einer Angebotssumme von rund 85 500 Euro das günstigste Angebot abgegeben.

Stadtrat Marco Rieß interessierte sich für die Länge der Strecke und hob hervor, dass es äußerst ungünstig sei, eine Fremdwasser-Untersuchung im Juli oder August durchzuführen. Außerdem gebe es vor der eigentlichen Inspektion noch andere Methoden, Fremdwasser festzustellen. Bauamtsleiter Stefan Funk entgegnete, man habe schon einiges probiert, sei aber so nicht weiter gekommen. Stadtrat Edgar Kraft warf ein, dass man mit diesen Methoden zwar herausfinden könne, dass da Fremdwasser ist, aber nicht, wo es herkommt. Durch die Eigenkontrollverordnung sei die Stadt hier in der Pflicht. Marco Rieß gab zu bedenken, dass es sich nur um einen kleinen Teil des Kanalnetzes handele. Das stehe nicht im Verhältnis zu den 85 500 Euro. Schließlich erteilte der Gemeinderat der Firma Beyerle den Zuschlag.

„Sehr unbefriedigend“

Als „sehr unbefriedigend“ bezeichneten Marion und Roland Röcker in der Bürgerfragestunde die Behandlung ihrer Angelegenheiten durch die Stadtverwaltung auf dem Wemmershof. Dabei geht es um einen öffentlichen Weg, der auf einem privaten Grundstück liegt und von allen Bürgern genutzt wird.

Nach Angaben der Familie Röcker werde der Weg durch die Nachfolgerin des früheren Grundstückseigentümers eingeengt und damit der Radius der Kurve deutlich verkleinert, was mit schweren Maschinen kritisch werde, besonders bei schlechter Sicht.

„Wir fordern nicht mehr als die Einhaltung gegebener Zusagen und Vereinbarungen. Ist das zu viel verlangt?“, so die Landwirte vom Wemmershof in der Fragestunde. Stadtrat Gerhard Zimmermann forderte beide Seiten auf, an einen Tisch zu sitzen und das Gespräch zu suchen. Bürgermeister Klaus Gramlich bot an, sich die Gegebenheiten noch einmal bei einem Vor-Ort-Termin mit Behördenvertretern anzuschauen. „Das kann gelöst werden“, versprach das Stadtoberhaupt.

Für den Neubau der Sport- und Kulturhalle wird ein neuer Stromanschluss mit einer Anschlussleistung von 280 Kilowatt benötigt. „Aufgrund dieser Leistungsgröße muss der Anschluss im Mittelspannungsnetz mit kundeneigenem Trafo erfolgen“, erklärte Klaus Gramlich. Die Netze BW habe den erforderlichen Netzanschlussvertrag vorgelegt.

Synergieeffekte

Neben dem leistungsabhängigen Baukostenzuschuss in Höhe von 28 322 Euro entstehen Netzanschlusskosten in Höhe von voraussichtlich 30 375 Euro. Diese sind abhängig von den tatsächlich anfallenden Tiefbauarbeiten bis zum vorhandenen Mittelspannungsnetz. Außerdem muss ein Stationsgebäude, also ein Trafo, erstellt werden. „Synergieeffekte werden schon dadurch erzielt, dass wir die Technik im Schulgebäude unterbringen“, hob das Stadtoberhaupt hervor. Einstimmig erteilte der Gemeinderat dem Netzanschlussvertrag für insgesamt 58 700 Euro seine Zustimmung.

Die Stadt Adelsheim betreibt für den Kreis im Stadtteil Sennfeld eine Bodenaushubdeponie. Die bisherige „Vereinbarung zum verwaltungsmäßigen und technischen Betrieb der Bodenaushubdeponie“ stammt aus dem Jahr 2001.

„Nachsorge wird kalkuliert“

Inzwischen ist die Kreislaufwirtschaft Neckar-Odenwald AöR für die Entsorgung von Bodenaushub zuständig. Deshalb musste die Vereinbarung neu gefasst werden.

„Die Betriebskosten werden erstattet und auch die Nachsorge wird kalkuliert“, führte das Stadtoberhaupt aus und der Gemeinderat erteilte seine Zustimmung einstimmig.