Adelsheim

Im Gemeinderat Leistungsentgelt wird 2017 noch einmal pauschal an alle Beschäftigten gezahlt

Weiter "Gießkannen"-Prinzip

Adelsheim.Für das noch laufende Jahr werden die Mitarbeiter der Stadtverwaltung Adelsheim keine individuellen Leistungsprämien erhalten. Das hat der Gemeinderat am Montagabend beschlossen. Stattdessen wird das vereinbarte Leistungsgeld wie gewohnt pauschal per "Gießkanne" verteilt. Es geht um zwei Prozent des ständigen Monatsgehalts oder insgesamt 17 900 Euro, die nun am Jahresende an die Beschäftigten gezahlt werden.

Hintergrund ist, dass der Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) ein Leistungsentgelt vorsieht, das als motivierende Erfolgsprämie oder Zulage gewährt werden soll.

Personal war dagegen

Bisher wurde in Adelsheim auf Wunsch der Beschäftigten - geäußert in einer Personalversammlung im November 2013 - auf die Einführung einer Leistungsbemessung verzichtet. Stattdessen hat jeder tariflich Beschäftigte das Leistungsentgelt zum gleichen Prozentsatz erhalten. Eigentlich hat der Gemeindetag klargestellt, dass eine pauschale Auszahlung künftig nicht mehr möglich sein soll. Auch der Adelsheimer Gemeinderat hatte sich in früheren Jahren bereits dafür ausgesprochen, die Zulage individuell zu zahlen, beziehungsweise das Personal noch einmal nach seinen Wünschen zu fragen.

Dessen war sich Bürgermeister Klaus Gramlich bewusst. Es habe aber im zurückliegenden Jahr viele Veränderungen und Umorganisationen in der Verwaltung gegeben, weswegen es personell nicht möglich gewesen sei, die für eine Zulagenzahlung nötige Stellenbeschreibung und Bewertungsmethode aufzubauen.

Gramlich schlug deshalb vor, für 2017 noch einmal bei der bisherigen Methode zu bleiben, zumal die Stadt Adelsheim nicht Mitglied im Kommunalen Arbeitgeberverband ist und daher einzelne Bestimmungen des TVöD ausklammern kann.

Meinungsbild einholen

Die Stadträte akzeptierten diese Vorgehensweise, wollen die Sache aber für die Zukunft angehen, so der Tenor. Stadträtin Heide Lochmann regte an, baldmöglichst ein neues Stimmungsbild der Beschäftigten einzuholen. Dem schloss sich Harald Steinbach an, und auch Elisabeth Baier sagte: "Wir sollten es so machen, wie es die Mitarbeiter wollen". Ralph Gaukel erinnerte daran, dass man schon bei der letzten Diskussion zum Thema die Schaffung eines Personalrats angeregt habe. "Dafür sind wir offen", erklärte Bürgermeister Gramlich. Man wäre froh, einen Ansprechpartner in der Belegschaft zu haben.

Stadtrat Dieter Röcker sprach von einem "verlorenen Jahr". Edgar Kraft monierte, dass bei der Methode "Gießkanne" die höhergestellten und damit besser bezahlten Mitarbeiter automatisch mehr Geld bekämen.

Zulage wird begrüßt

Er würde eine Belohnung durch eine Leistungszulage begrüßen, auch wenn die Bewertung für die Verwaltung Aufwand bedeute.

Er hoffte, dass "die Mitarbeiter dass wollen". Die pauschale Auszahlung wurde bei einer Enthaltung beschlossen. sab