Adelsheim

Prunksitzung in der Römerstadt Die Akteure aus Borke und von den befreundeten Vereinen liefen bei der über fünfstündigen „Super-Show“ zur Hochform auf

„Wenn’s Wüschele schreit, ist Faschenachtszeit“

Die altehrwürdige Baulandhalle stand bei der großen Prunksitzung des Elferrates der Stadt Osterburken am Sonntagabend „Kopf“.

Osterburken. Die Akteure aus Borke und von den befreundeten Vereinen aus dem Narrenring liefen bei dieser über fünfstündigen „Super-Show“ zur Hochform auf und präsentierten eine Sitzung der „Superlative“. Glanzvolle und akrobatische Tänze und „krachende“ Büttenreden lösten sich ab.

Präsident Rossi (Andreas Geiger) und sein Präsidentenlehrling Dominik Waltz führten gemeinsam gekonnt und witzig durch das närrische Programm. Die Stadt- und Feuerwehrkapelle Osterburken spielte unter Leitung ihres Dirigenten Eberhard Dörr unermüdlich auf und heizte die Stimmung mit „Ohrwürmern“ so richtig an.

Nach den obligatorischen elf Paukenschlägen folgte unter den Klängen des „Narrhalla“-Marsches der Einzug der Ranzengarde, der Gruppierungen, des Elferrats und der Garden, die von Präsident „Rossi“ begrüßt wurden.

Er stellte fest: „Wenn’s Wüschele schreit, ist Faschenachtszeit“ und wünschte einen kurzweiligen Abend, nachdem er das Motto der Kampagne vorgestellt hatte: „Fescht und Kultur, des wär scho do, in Borke geht bloß keener noh!“.

Am Sonntagabend traf das Motto allerdings nicht zu – und so freute sich „Rossi“, dass die Baulandhalle voll besetzt und damit das Interesse der Borkemer an der Faschenacht riesengroß war.

Ein glänzender Einstieg in das närrische Programm gelang den kleinen Mini-Fünkchen, die als „Schmetterlinge“ erstmals die Borkemer Bühne betraten und das Publikum mit ihrem Auftritt begeisterten. Da wurde schon die erste Rakete in der Halle abgeschossen.

Ein herzlicher Willkommensgruß galt auch der Prominenz, darunter Bürgermeister Jürgen Galm, MdL Georg Nelius und viele Abordnungen, von Walldürn bis Krautheim, von Großheubach bis nach Alleze, deren Grüße der Präsident der „Höhgöiker“ Glashofen, Dieter Schmitt, überbrachte.

Präsidentenlehrling Walz sagte dann den nächsten Programmpunkt, den Auftritt der beiden Borkemer Tanzmariechen Hanna Niklas und Aliyah Heck, an.

Mit viel Applaus bedachten die Narren das Büttenass Andreas Poser aus Großheubach, der als Nachtwächter auftrat und mit seinen „halben Versen“ glänzte, die vom Publikum vervollständigt wurden.

Tänzerische „Ausrufezeichen“ setzten sowohl die „Blauen Funken“ mit ihrem Schautanz wie auch die „Roten Funken“ mit ihrem Marschtanz.

Für seine politische Rede, mit geschliffenem Wort, erhielt Peter Bienert von den FG „Hordemer Wölf“ als „Isegrim vom Untergeschoss“ viel Beifall. Seine Themen waren unter anderem die „Witzfigur“ Trump, die gescheiterten „Jamaika“-Koalitionsverhandlungen und die jetzige „Groko“ sowie die Bruchlandung von Air-Berlin.

„Willkommen im Wilden Westen“ hieß es dann bei der gemischten Schautanzgruppe der FG „Höhgöiker Glashofen“, die als „Cowboys und Indianer“ unterwegs waren.

Das Borkemer Fastnachtsurgestein Tamara Belz rief mit ihrer Bütt als „Frau Vogel“ bei den Besuchern wahre Lachsalven hervor. Falk Griebaum lag ihr während ihres gekonnten Vortrages zu Füßen, um den defekten Notenständer zu halten.

Eine weitere tänzerische Glanzleistung lieferten die „Roten Funken“ mit ihrem Schautanz zum Thema „Nachts im Kaufhaus – Wenn die Puppen zum Leben erwachen“ ab. Eine Rakete war ihr Lohn.

Mit einer „Musik-Bütt“ betrat der Allezer Präsident Torsten Blum mit seinen beiden „dorschtigen Buben“ die Bühne und zog kräftig über die Borkemer her. Besonders mit ihrem gesungenen „Seniorenmedley“ glänzten die drei Allezer, die sicherlich im kommenden Jahr wieder nach Borke kommen dürfen.

Begeisternd war auch der Auftritt der „Schlotfeger Garde“ aus Seggi, die sich von gruseligen Spinnen in zauberhafte Schmetterlinge verwandelten.

Nach dem Auftritt der Elferratsgarde versammelte Präsident „Rossi“ alle Trainerinnen, die in der Borkemer Faschenacht aktiv sind, auf der Bühne, um ihnen mit einem Präsent für ihren Einsatz zu danken.

Einen Jahresorden gab es für die Prominenz. Bürgermeister Galm freute sich in seinem närrischen Grußwort, dass der Elferrat für die Kampagne ein so treffendes Motto gewählt hatte, das zum Nachdenken anregt.

Das Zwerchfell zu strapazieren wusste auch „Zack“ Zang von den „Schneeberger Krabbe“. In seinem „fernsehreifen“ Jahresrückblick für 2017 hatte er so manche närrische Überraschung parat.

Eine „Super-Vorführung“ war auch der „Gracy Krox“-Auftritt der Kirnausträndler aus Borke, die sich in grasgrüne Frösche verwandelten.

Mit ihrer „Bunten Nummer“ („was das genau ist, weiß ich auch nicht“, so Rossi) strapazierten die vier „Borkemer Originale“ Erwin und Sebastian Ehrenfried, Rolf Niklas und Michael „Bama“ Noe die Lachmuskeln strapaziert. Mit verklebtem Mund, aber mit viel Mimik und Parodie prüften sie die Geschmeidigkeit der Ehrengäste.

Als „Flight Crew“ schwebte das Männerballett der „Rauchschwalben Boftsche“ über Borke zu einem geplanten Flug mit vielen Überraschungen und närrischen Turbulenzen nach Düsseldorf. Nach einer kurzen Zugabe landeten die Boftschemer wieder sicher auf der Borkemer Bühne.

Das fastnachtliche Urgestein der Höpfinger Schnapsbrenner, Wolfgang König, ist auch aus der Borkermer Fastnacht nicht wegzudenken. Er produzierte mit seinem närrischen Beitrag als „Jubilar“ eine Lachsalve nach der anderen.

Nach dem Auftritt der „Borkemer Ranzengarde“ zum Thema „Santa Maria and the Glory Homes“ folgte der letzte tänzerischen Glanzpunkt der „Sitzungsparty“, den eine Stunde nach Mitternacht mehr als 30 stolze Pfauen der Elferratsgarde um-setzten. Nach einer Zugabe, einer Rakete und einem dreifach-kräftigen „Borke Ahoi“ folgte das große Finale.

Präsident „Rossi“ verabschiedete sich vom großartigen Publikum, den Helfern vor und hinter der Bühne, die zum prächtigen Erfolg dieser glanzvollen Sitzung beigetragen haben.

Nach der gemeinsamen Polonaise durch die Halle spielte die Stadt-und Feuerwehrkapelle noch lange zur Unterhaltung auf. Die Sitzung war erneut eine Glanzleistung der „Wüscheli“ – und bleibt sicher unvergesslich.