Adelsheim

Konzertreise Fränkischer Madrigalchor Adelsheim gestaltete Konzert in der Elisabethenkirche in Versailles

Wunderbaren Klang gezaubert

Adelsheim/Paris.„Musik ist die Sprache der Welt: Sie braucht nicht übersetzt zu werden; in ihr spricht Seele zu Seele.“ Diese Weisheit bestätigte sich am Wochenende einmal mehr auf beeindruckende Weise. Der Fränkische Madrigalchor Adelsheim war auf Einladung des „Ensemble Vocal de Chesnay“ nach Frankreich gereist, um gemeinsam einen Konzertabend in der Elisabethenkirche in Versailles zu gestalten. Lieselotte Tursi, eine aus Rosenberg stammende und in Chesnay lebende Sängerin, hatte bei Konzertbesuchen des Fränkischen Madrigalchors eine gewisse Seelenverwandtschaft der beiden Chöre wahrgenommen und durch persönliche Bekanntschaft zu einem Chormitglied eine Zusammenarbeit initiiert.

Die Mitglieder des Madrigalchors ließen sich für solch eine Unternehmung schnell begeistern, lockte doch auch die französische Hauptstadt mit ihren Reizen. Mit Bernhard Heinzmann und Maria Stolz-Günther organisierte ein bei vergangenen Chorfahrten bewährtes Team eine Reise, die allen Mitgliedern große Freude bereitete. In Reims besuchten die Chormitglieder die Kathedrale und durch ein spontan dargebotenes Kyrie aus der Feder Orlando di Lassos zogen sie nicht nur das Interesse der Kirchenbesucher, sondern auch das des Sicherheitsdienstes auf sich.

Entspannte Atmosphäre

Das kulturelle, kulinarische und konsumverführende Angebot der französischen Metropole ließen die Chormitglieder nicht ungenutzt, bildete dieses doch einen starken Kontrast zur eher beschaulichen Heimat der Sänger. Nach der Besichtigung des Palais Garnier waren schließlich alle für musikalische Höchstleistungen motiviert und voll angespannter Vorfreude sah man dem Zusammentreffen mit dem gastgebenden Chor entgegen. Die französische Gastfreundschaft, die der Madrigalchor erleben durfte, trug sofort zu einer entspannten Probenatmosphäre bei, und schnell war zu spüren, dass ein wunderbares Konzerterlebnis bevorstand. Die beiden Dirigenten Dieter Kaiser und Silvio Segantini hatten ein anspruchsvolles Repertoire vorbereitet, wobei dem Fränkischen Madrigalchor die Ehre zuteil wurde, das Konzert eröffnen zu dürfen.

Unter dem Motto „Jubilate Deo durch die Jahrhunderte“ erklangen geistliche Chorsätze unterschiedlichster Epochen und Stile, die sich durch das sichere Dirigat Kaisers zu einem echten Gotteslob erhoben. Die Akustik der Elisabethenkirche unterstütze den nuancenreichen A-capella-Klang des Fränkischen Madrigalchors hervorragend.

Viel Applaus als Dank

Das „Ensemble Vocal du Chesnay“ erfreute die zahlreichen Zuhörer zunächst mit „Durantes Magnificat“ und schließlich mit dem „Confitebor tibi Domine“ von Pergolesi. Silvio Segantini zauberte mit seinem Ensemble einen wunderbaren Klang in das Gotteshaus und als Dank erhielten beide Chöre langanhaltenden Applaus.

Im abschließenden gemeinsamen Teil des Konzertabends sollte das eingangs erwähnte Sprichwort schließlich seine ganze Wahrheit bezeugen. Bei Bachs „Wohl mir, dass ich Jesum habe“ verschmolzen beide Chöre zu einer Einheit, die nicht glauben lassen wollte, dass die Sänger erst wenige Stunden zuvor zum ersten mal gemeinsam geprobt hatten. Silvio Segantitni genoss es sichtlich, einen solchen Chor zu leiten. Bevor er Mozarts „Ave Verum“ dirigieren sollte, überließ er das Pult aber Dieter Kaiser, der mit „Laudate Dominum“ aus der Feder Ad Voestens den Chor und Organisten rhythmisch ebenso herausforderte wie mit dem „Halleluja“ Händels.

Stolz und glücklich nahm die neu entstandene Chorgemeinschaft den Applaus des Publikums entgegen, das voll lobender Anerkennung auf die Zugabe nicht verzichten wollte.

Abschließende Gruß- und Dankesworte umrahmten den Abend, und alle Beteiligten konnten sich des Eindrucks nicht erwehren, einen kleinen Beitrag zur deutsch-französischen Freundschaft geleistet zu haben, aus dem Wurzeln für eine wunderbare Chorbeziehung entstehen können.