Ahorn

Lernhaus Ahorn Eine Selbsterfahrung ohne Kopfschmerzen am nächsten Tag

Alkoholprävention mal anders

Ahorn.Die Schülerinnen und Schüler des Lernhauses Ahorn waren schockiert, als sie erfuhren, dass im Main-Tauber-Kreis die Anzahl der alkoholbedingten Krankenhausaufenthalte von Jugendlichen seit Jahren sehr hoch im Vergleich zu den anderen Stadt- und Landkreisen in ganz Baden-Württemberg ist – ein Zustand, dem man im Lernhaus den Kampf ansagen wollte.

Gefahren kennengelernt

Fünf Wochen lang beschäftigte sich die Lerngruppe 7 aus diesem Grund intensiv mit dem Thema Alkohol und Sucht. Neben einer Einführung und Begriffsklärung wurde mit Unterstützung von Sigrid Mündlein, der Kommunalen Suchtbeauftragten des Landratsamtes, vor allem der Umgang mit und die Gefahren von Alkohol beleuchtet.

Gemeinsam mit Sigrid Mündlein tauschten sich die Schüler über Kenntnisse im Umgang mit Alkohol aus und konnte zahlreichen Fragen stellen. Ab wann darf wer welchen Alkohol trinken? Wie wirken die Promille im Körper? Und welche Unterschiede zeigen sich bei „hartem“ und „leichtem“ Alkohol?

Spannend wurde es beim Parcours mit der Rauschbrille. Mit Hilfe einer speziell gestalteten Linse wird so die Wirkung von Alkohol auf den Körper simuliert. Plötzlich war es gar nicht mehr so einfach, Bohnensäckchen in einen Ring zu werfen oder auch nur im Slalom um Hütchen herum zu gehen.

Neben der Selbsterfahrung war es wichtig, dass auch der Bereich der Ersten Hilfe thematisiert wurde. Für die LG 7 war sofort klar, dass ein betrunkener Freund nicht einfach am Straßenrand zurückgelassen werden darf. Gemeinsam mit den Schulsanitäter wurden die Notrufnummer sowie die Versorgung von alkoholbedingten Verletzungen, insbesondere der lebensrettenden stabilen Seitenlage trainiert.

Reflektierter Umgang

Ziel war es, den Schülerinnen und Schülern einen reflektierten Umgang näherzubringen und sie für Menge, Art und Verhalten mit Alkohol zu sensibilisieren – es ging nicht darum, Alkohol konsequent zu verbieten. Vielmehr war es allen Beteiligten ein großes Anliegen, den richtigen Umgang an die Jugendlichen weiterzugeben und verantwortungsbewussten Konsum anzuregen.

Erschreckende Statistik

„Für uns war es total spannend zu sehen, was Alkohol mit unserem Körper machen kann. Außerdem ist es Wahnsinn, wie hoch die Zahlen im Main-Tauber-Kreis sind – auch im Vergleich zu Stuttgart, Karlsruhe oder anderen Städten. Hier müssen wir Jugendliche unseren Beitrag dagegen leisten!“, resümierten die Schülerinnen Zita und Tabea. lra