Ahorn

Gemeinderat Neidelsbacher Bürger beschwerte sich über Geräuschkulisse der Windräder auf Gemarkung Gerichtstetten

„An Schlaf war wieder nicht zu denken“

Archivartikel

Bei einer ruhigen Gemeinderatssitzung in Hohenstadt ließ nur die Klage eines Neidelsbachers über die zu starke Geräuschkulisse der vier Windräder auf Gemarkung Gerichtstetten aufhorchen.

Ahorn. „Bei dem Lärm, den die Windräder machen, ist nachts an Schlaf nicht zu denken“, monierte ein Neidelsbacher Bürger am Ende einer 60-minütigen Sitzung des Ahorner Gemeinderats in der Hohenstadter Festhalle. Die Geräuschkulisse der vier Windkraftanlagen auf Gemarkung Gerichtstetten störe die Nachtruhe doch erheblich. „Kann man dagegen nichts machen?“, fragte er ein wenig frustriert.

„Wie bei anderen Windparks auch, wird in den benachbarten Dörfern eine Lärmmessung durchgeführt“, erläuterte Bürgermeister Elmar Haas. „Allerdings sieht man am Beispiel Buch, wie lange das dauer kann. Da haben wir bis jetzt noch kein Ergebnis vorliegen“. Der Rathaus-Chef sieht, wenn überhaupt, keine schnelle Lösung des Problems.

Im Gegenteil, die Geräuschkulisse dürfte in absehbarer Zeit noch zunehmen. „Die vier Anlagen fahren noch nicht aus Volllast“, meinte der Bürgermeister weiter. Wenn sie dies tun, werden sie wohl noch lauter. Zudem kommen an dem Standort noch zwei Windräder hinzu.

Ursprünglich waren die beiden Windkraftanlagen mit einer Nabenhöhe von 135 Metern und einer Gesamthöhe von 205 Metern geplant. Nun soll ein andere Typ aufgestellt werden, der eine Nabenhöhe von 131 Metern und einen Rotordurchmesser von 138 Metern hat. Die Windräder werden also rund fünf Meter kleiner.

„Aber das wird auch nicht viel helfen“, stellte Elmar Haas fest. Die beiden Anlagen haben einen Abstand von 1300 beziehungsweise 1687 Metern zu Neidelsbach.

Die Gemeinde Ahorn wird in dieser Sache als Nachbarkommune angehört. Dies wurde sie bereits beim Bauantrag für den ersten Typ, der dort aufgestellt werden sollte. Damals hatte die Kommune Ahorn wegen Überfrachtung der Landschaft, der Lärmbelästigung und den bereits genehmigten vier Anlagen nicht zugestimmt. Das Landratsamt des Neckar-Odenwald-Kreises hatte dies jedoch nicht als Einwand anerkannt.

„Dieses Mal wird es wieder genauso laufen. Deshalb bin ich dafür, dass wir keine Stellungnahme mehr abgeben“, sagte Elmar Haas. Die Ratsmitglieder sahen dies genauso.

Radweg

Ein Teil des Radwegs zwischen Eubigheim und Uiffingen wird auf Anregung des Landratsamts saniert. Durch die Aufnahme in das RadNetz BW ist eine Förderung möglich. Die Kosten belaufen sich auf rund 70 000 Euro. Die Kommune erhofft sich einen Zuschuss von 75 Prozent, so dass rund 17 500 Euro aus der Gemeindekasse finanziert werden müssen. Die Fahrbahn besteht aus Betonstücken, von denen die schadhaften ausgetauscht werden. Aus deren Anzahl ergeben sich die Kosten, führte Bürgermeister Elmar Haas aus. Der Gemeinderat stimmte einmütig zu.

Den Auftrag für mehrere Gebäude in Schillingstadt erhielt die Firma Eckert aus Königshofen als billigster Bieter zum Angebotspreis von 222 500 Euro. Bei einem Gebäude stehe noch die Genehmigung des Denkmalamts aus, ergänzte Haas.

Der Gemeinderat gab grünes Licht für die Vereinbarung des Landkreises mit den Kommunen für ein Klimaschutzkonzept. „Ohnehin hat die Gemeinde Ahorn bereits durch die Windkraftanlagen, die Solaranlagen und die Hackschnitzelanlagen zum Klimaschutzkonzept beigetragen“, meinte Elmar Haas.

Die Planungsleistungen für den Erweiterungsbau am Lernhaus Ahorn vergab der Gemeinderat an den Architekt Lurz für 30 000 Euro und für die Tragwerksplanung an Architekt Stauch für 17 000 Euro.

Die Ausschreibung für die Sanierung des Gemeindeverbindungswegs von Hohenstadt zum Hof Helmsheim soll noch dieses Jahr erfolgen.