Ahorn

Forstwirtschaft Strukturreform bei Revierdienst und Holzverkauf beschäftigte Ahorner Gemeinderat

Arbeit mit dem Kreisforstamt soll fortgesetzt werden

Ahorn.Die Forststrukturreform wird auch für die Kommune Ahorn negative Folgen haben. Dies mussten die Gemeinderatsmitglieder in der Sitzung am Dienstag in Hohenstadt schmerzlich feststellen. Während die Forstwirtschaft die Kommune sozusagen „ernährt“ hat, weil immer ein ordentlicher Überschuss aus dem Holzverkauf in die Gemeindekasse gespült wurde, werden die Einnahmen, wenn überhaupt, nur noch tröpfeln.

Die Betreuung der kommunalen Wälder sowie der Holzverkauf dürfen laut Beschluss des Kartellamts in der bisherigen Form nicht mehr fortgesetzt werden (wir berichteten). Allerdings können diese Dienstleistungen in bewährter Form angeboten werden. Allerdings nicht zu den bisherigen Konditionen. Es wird teurer für die Kommunen. Im Falle Ahorns bedeutet dies eine Kostensteigerung um 48 Prozent.

Als Alternative können wir einen eigenen Revierförster anstellen oder mit anderen Kommunen mehrere“, gab Bürgermeister Elmar Haas zu Protokoll. „Allerdings wird das auch nicht billiger. Sollten wir einen Alleingang machen, sind die Kosten für Urlaubs- und Krankenvertretung noch nicht berücksichtigt“, so Haas weiter. „Die reinen Personalkosten für einen Revierförster liegen pro Jahr bei rund 75 000 Euro. Bei einer weiteren Kooperation mit dem Landkreis belaufen sich die Kosten für Betreuung und Holzverkauf auf 78 800 Euro.

Der Gemeinderat beauftragte die Verwaltung, die Weiterführung der forstlichen Betreuung durch das Kreisforstamt sowie den Verkauf des Holzes durch die Holzverkaufsstelle des Landratsamts weiterzuverfolgen. Eventuelle Verträge sind vom Gemeinderat abzusegnen. Die Strukturen hätten sich bewährt, argumentierten die Ratsmitglieder.

„Sie werden in den nächsten Jahren keinen Gewinn im Kommunalwald erzielen“, sagte die Leiterin des Kreisforstamts Dagmar Wulfes. „Aufgrund des hohen Anfalls an Käferholz werden die Preise mindestens die nächsten zwei Jahre im Keller sein.“ Es gebe keine Chance, die gestiegenen Kosten durch die Strukturreform auf den Preis umzuschlagen. „Das ist sicherlich bitter für Sie, da Sie hier hohe Einnahmen gewohnt waren.“ Den einzigen Ertrag würden in naher Zukunft die Windräder liefern. Der Wald war oft einer der größten Einnahmeposten.

„Für mich ist nicht nachvollziehbar, wie der Anteil an Erholungswald festgelegt wurde“, monierte Ulrich Kempf den geringen Anteil im Ahornwald. „Ist da jemand rumgelaufen und hat nachgeschaut?“

„So ganz erschließt sich mir das auch nicht“, pflichtete Dagmar Wulfes ihm bei. hut