Ahorn

Lernhaus Ab dem neuen Schuljahr gibt es in Ahorn eine Ganztagsgrundschule in offener Form / Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren

Bald wartet die nächste Herausforderung

Das Lernhaus Ahorn schreibt weiter an seiner Erfolgsgeschichte. Ab dem nächsten Schuljahr wird dort nun auch eine Ganztagsgrundschule in offener Form angeboten.

Ahorn. Carmen Stemmler sitzt relativ entspannt im Lehrerzimmer und strahlt. „Wir haben unsererseits alles getan, was man tun kann. Jetzt freuen wir uns, dass es bald losgeht“, so die Rektorin im FN-Gespräch. Dieses „Es“ – die Ganztagsgrundschule in offener Form am Lernhaus Ahorn – ist die Antwort auf den gestiegenen Betreuungsbedarf.

Mensa war brechend voll

Eine Umfrage unter den Eltern hatte bereits signalisiert, dass das Interesse daran sehr groß ist. „Bei unserem Informationsabend zu diesem Thema war die Mensa dann brechend voll. Knapp 70 Leute kamen und fragten uns Löcher in den Bauch“, erzählt sie lachend.

An drei Nachmittagen in der Woche, jeweils montags, dienstags und donnerstags bis 15.30 Uhr, wird dieses offene Ganztagsangebot ab dem neuen Schuljahr für die Lerngruppen 1 bis 4 bestehen.

Und es passt laut Carmen Stemmler perfekt in das pädagogische Konzept der Schule: Die Kinder machen Hausaufgaben, arbeiten weiter mit ihren Wochenplänen und können sich körperlich und kreativ austoben.

Bedarf auch auf dem Land

Momentan geht die Schulleiterin von zwei betreuten Gruppen mit insgesamt 30 Kindern aus. Rund 100 Jungen und Mädchen besuchen die Grundschule. Für Carmen Stemmler der Beweis, dass es auch auf dem Land Bedarf für eine Ganztagsgrundschule gibt. Die Lerngruppen 3 und 4 haben übrigens mit dem Donnerstag einen verpflichtenden Nachmittag, montags und dienstags können sie aus einem Angebot an Sport, Musik und Entspannungstraining wählen.

Die Anträge für den Erweiterungsbau am Lernhaus sind gestellt, die Gemeinde Ahorn hat alles auf den Weg gebracht. Noch fehlt die Rückmeldung vom Regierungspräsidium.

„Wir stemmen das jetzt erst einmal mit multifunktionalen Räumen“, sagt die Rektorin, und macht aber auch klar: „Auf Dauer brauchen wir Rückzugs- und Ruheräume, um alles konsequent und gut umzusetzen.“

Die Bibliothek ist bereits von einem Lernraum in die kleine Mensa umgezogen. Das Mittagessen erfolgt im Vier-Schichten-Betrieb. Raumnot kann ganz schön erfinderisch machen.

Qualifiziertes Personal

Der Ganztagsbetrieb soll jeweils zur Hälfte mit Lehrerstunden und Angeboten von „außen“, etwa einem Qi Gong- oder einem Musiklehrer, gestaltet werden. Dabei legt die Rektorin Wert auf qualifiziertes Personal. Dazu wird das Lernhaus vom Land finanziell unterstützt. Carmen Stemmler nennt in diesem Zusammenhang ihre drei Argumente für die Ganztagsgrundschule: das pädagogisch sinnvolle Konzept für die Kinder, die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf und die Abkopplung des schulischen Erfolgs von der sozialen Herkunft.

Trotz aller Erfahrung ist die neue „offene Grundschule“ auch für sie eine Herausforderung.

Über 300 Menschen – Schüler, Lehrer und weiteres Personal – strömen jeden Tag ins Lernhaus.

„Wir sind hier ein richtiger Arbeitgeber geworden. Ich denke, man kann mit Fug und Recht stolz auf das sein, was man geleistet hat und aufrecht erhält“, sagt sie. Die Gemeinschaftsschule besteht jetzt im sechsten Jahr. „Ich glaube, unser Erfolgsrezept liegt darin, dass wir uns stets weiter entwickelt und immer zur richtigen Zeit etwas Neues angeboten haben. Die Schüler am Lernhaus sollen erfahren, dass in unserer Gesellschaft die unterschiedlichsten Menschen vorkommen. Die Spannweite am Lernhaus reicht von Kindern mit Behinderung bis zu Hochbegabten – bei uns gibt es alles. Und wer damit nicht umgehen kann“, so meint die Rektorin, „hat ein Problem“.

In dieser Vielfalt sieht Carmen Stemmler den „extremen Mehrwert“ ihrer Schule. Auf die neue Herausforderung freut sie sich.

Nach den Sommerferien geht es los.

Sprung ins kalte Wasser

Dann springen Stemmler und ihr Team mal wieder ins kalte Wasser. „Das“, sagt sie und lacht, „sind wir gewöhnt.“

Sie weiß aber auch, dass sie auf das Vertrauen der Eltern angewiesen ist. Es wird Zeit brauchen, bis es richtig rund läuft.

Dass dieser Weg der richtige ist, davon ist Carmen Stemmler jedoch felsenfest überzeugt. „Auf dem Informationsabend sagte jemand zu mir: In Würzburg würden sie euch die Türen einrennen.“

Sie lacht und verabschiedet sich – die nächste Unterrichtsstunde ruft.