Ahorn

Lernhaus Ahorn Offene Ganztagsgrundschule mit Erfolg gestartet

„Bedürfnisse anders als in Stuttgart“

Ahorn.„Eigentlich wollten wir unser Kind gar nicht zur Ganztagsschule anmelden. Es ist immer jemand zuhause, und die Hausaufgaben erledigt unsere Tochter sowieso alleine.“ So das Statement einer Mutter der Lerngruppe 2 zum Start der offenen Ganztagsschule im Lernhaus Ahorn. Die Familie entschied sich nun aber doch für eine Anmeldung.

Ob es die Gartenzwerge, die Holzwürmer, der Ballsport, das Blaulicht oder die Musik ist – das „Clubangebot“, wie die Gemeinschaftsschule ihr freiwilliges Angebot nennt, fand auf Anhieb bei vielen großen Zuspruch.

Gut die Hälfte der 100 Grundschüler arbeitet und spielt an drei Tagen in der Woche von 7.30 bis 15.30 Uhr im Lernhaus. Bereits der Vormittag ist strukturiert und rhythmisiert. Er wurde an die Bedürfnisse der Sechs- bis Neunjährigen ausgerichtet, um so auch den „Halbtagskindern“ gerecht zu werden. Dieses gehen zwischen 12.15 und 13 Uhr nach Hause.

In Lerngruppe 3 und 4 sieht die Konzeption an einem Nachmittag Pflichtunterricht für alle vor. Nach einem Mittagessen und der anschließenden Spiel- oder Ruhezeit schließt sich die sogenannte Lernzeit an. Hier unterstützen Lehrer der Grundschule die Kinder bei ihren Wochenaufgaben und haben Zeit, Fragen oder Probleme des Vormittages noch einmal aufzugreifen.

Zum Abschluss des Schultages nehmen die Kinder an unterschiedlichen Clubs teil. Sie können aus einem vielfältigen Angebot für die drei Nachmittage das Passende auswählen: Flöten- oder Gitarrenclub, Gartenarbeit, Arbeiten mit einem Schreiner, Forscherclub, soziale Ziele im Blaulichtclub oder der, vor allem bei den Jungs beliebte, Ballclub. „Wir denken, dass der Fokus auf die pädagogische Zielsetzung und die Qualität unterschiedlichen Phasen des Schultages der Schlüssel zum Erfolg des Ganztagsbetriebes in Ahorn ist.“ Durch die Gemeinschaftsschule hat man in Ahorn mittlerweile viele Jahre gute Erfahrung im verpflichtenden Ganztagesbetrieb der Lerngruppen 5-10 gesammelt. Die Schulleiterin Carmen Stemmler hat sich deshalb, gemeinsam mit Lehrerin Heike Müller, Schulsozialarbeiterin Lea Molzer und Konrektor Matthias Fischer intensiv mit den Vor- und Nachteilen von Grundschul-Ganztagsschulen auseinandergesetzt und ein stimmiges Gesamtkonzept entwickelt.

„In Ahorn sind die Bedürfnisse anders als in Stuttgart“, weiß die Rektorin und betont, dass sowohl die Vereinbarkeit von Familie und Beruf als auch Bildungsgerechtigkeit wichtig sind. Die Eltern in Ahorn schätzen aber vor allem die Qualität der Bildung für ihre Kinder – im schulischen und im sozialen Bereich.