Ahorn

100 Jahre FC Eubigheim Festakt mit kurzweiligen Ansprachen sowie humorvollen und interessanten Einlagen

Ein Verein mit echtem Sportsgeist

Archivartikel

Sport ist mehr, heißt es. Beim Festbankett in der Turn- und Festhalle wurde deutlich, dass der FC Eubigheim viel mehr ist als ein Sportverein.

Eubigheim. Mit viel Herzblut feierten die „Frankonen“ nun ihren 100. Geburtstag. Als aktive Fastnachter ist Vorsitzender Carsten Kistner gewohnt, mit lockeren Sprüchen zu moderieren. Sein Vorstandskollege Norbert Merkert war genauso gut gelaunt. Gemeinsam präsentierten die zwei eine große Samstagabendgala. Der dritte im FC Triumvirat, Mathias Angermann, durfte den Abend entspannt als Kritiker erleben.

Ein kurzer starker Regen sorgte für Abkühlung beim „Warm up“ mit Sektempfang und Bilderausstellung im Foyer. Manche waren von weit her zur Geburtstagsfeier „ihres“ FC gekommen.

„Auf uns“ war der passende Titel, mit dem der Projektchor unter der Leitung von Theodor Spannagel das offizielle Programm startete.

Die Verantwortlichen der vier Sparten Fußball, Turnen, Tischtennis und Lauftreff kamen auf die Bühne und die Vorsitzenden stellten mit Bildern und Organigrammen den Jubiläumsverein kurz vor. Mit einem Moment der Stille gedachte die Vereinsfamilie ihrer Verstorbenen.

Bürgermeister Elmar Haas würdigte in seinen Grußworten den „echten Sportsgeist“ im Verein mit den Schwerpunkten im Breitensport und der Offenheit für alle Menschen und Kulturen. Der FCE leiste mit seinem Angebot einen wichtigen Beitrag zur Gesundheit, Integration und Lebensqualität.

Wiedersehen nach über 65 Jahren

Heinz Janalik, Ehrenpräsident des Badischen Sportbundes Nord, der in der Nachbargemeinde Rosenberg aufgewachsen ist, erinnerte an seine „bewundernswerte Erstbegegnung mit dem FC Frankonia“ in diesen Jahren und freute sich über das Wiedersehen nach über 65 Jahren. „Locker gespannt“ und humorvoll beeindruckte der Festredner und gratulierte zum Jubiläum auch im Namen des anwesenden Sportkreisvorsitzenden Manfred Jehle aus Buchen.

„Der FCE ist für die Gemeinde ein Diamant, den Menschen mit Fantasie, Kreativität, Hingabe, Herzblut und unerschütterlicher Treue geschliffen haben“, stellte Janalik fest und würdigte alle Funktionäre, die in den zurückliegenden 100 Jahren „mit hoher Sachkompetenz, persönliches Engagement und großem Idealismus dazu beitragen haben, dass der FCE lebt.“ Exemplarisch nannte der er den 1980 früh verstorbenen Vorsitzenden Manfred Geier, unter dessen elfjähriger Führung sich der FCE vom reinen Fußballverein zum Kulturträger entwickelt habe, und verwies auf die Chronik: „Diese großartige Jubiläumsschrift – ein großes Kompliment an die Macher) enthält alles, was diesen Verein bis heute auszeichnet und einzigartig erscheinen lässt.

Beim intensiven Lesen zwischen Nachtgebet und Einschlafen wird deutlich, dass die 100-jährige Geschichte des FC Eubigheim eine wechselvolle, ereignisreiche Geschichte von Menschen ist. Leben pur!“

Die Bilanz von Heinz Janalik für den FC Eubigheim nach 100 Jahren: ein gut funktionierender Mehrspartenvereinen. Um die zukünftigen Herausforderungen zu bewältigen, seien die Bündelung der Kräfte, Zusammenarbeit in Netzwerken und verstärkte Erziehungs- und Bildungsarbeit zu praktizieren. Allen Sportlern wünschte Janalik erfolgreiche Jahre, „wobei Siege nicht selten gerade im Rahmen von Niederlagen errungen werden können.“

Besonderer Geschichtsunterricht

Eine schöne Idee von Norbert und Maximiliane Merkert waren „100 Jahre in 25 Minuten live“ als Geschichtsunterricht im Lernhaus Ahorn. Katharina Merkert als Lehrerin und Barbara Englert, Emil Rotter und Matteo Simonides als Schüler unternahmen eine historische Reise von 1919 bis 2019. Die Gäste hatten ihren Spaß an der temperamentvollen Konversation und waren fasziniert von den Bildern, die in fünf Blöcken mit den Hits jeder Epoche und Original-Tondokumenten zu sehen waren.

Die Glückwünsche des Badischen Fußballverbandes überbrachte Vizepräsident Jürgen Galm. Scherzhaft bemerkte er in seinem Beitrag den größten Erfolg der Eubigheimer Fußballmannschaft, den Kreispokalsieg im Jahr 1984. Damals war der heutige Bürgermeister von Osterburken Spieler beim gegnerischen SV Großeicholzheim. Bei der Übergabe der obligatorischen Jubiläumsgaben des BFV assistierte Fußballkreisvorsitzender Klaus Zimmermann.

Vom Badischen Turnerbund gab es zum Jubiläum außer der Ehrenurkunde ein Fahnenband und einen Bildungsgutschein. Viel Applaus gab es für das kurze, prägnante Grußwort von Dagmar Hufnagel aus Sennfeld, die für den verhinderten Turngauvorsitzenden Werner Wißmann gekommen war.

Peter Scheurich gratulierte im Namen des Badischen Tischtennisverbandes und schilderte ausführlich die 30-jährige Erfolgsgeschichte der Eubigheimer Tischtennisabteilung, wobei er den Gästen zeitlich einiges abverlangte. Die konnten sich beim anschließenden „Dinner for FC“ des „Eibemer Boachscheißer wieder entspannen.

Katharina Hilscher mimte die 100-jährige Miss Frankonia, Jörg Zink überzeugte als Butler, Carsten Kistner gab den Tiger James und Karl-Heinz Panzer blickte standhaft als „Picture“ auf die Szene. Die nicht anwesenden Gäste waren die Herren Soccer, Table Tennis, Gymnastics und Athletics.

Das Publikum war begeistert und wie am Rosenmontag schallte lautstark „Boschscheißer Helau“ durch die festlich geschmückte Halle, und die Darsteller wurden mit der Stimmungskanone belohnt.

Der Projektchor setzte den furiosen Schlusspunkt: „Ich lass Konfetti für dich regnen, ich schütt’ dich damit zu…“. Theodor Spannnagel hatte den Song von Mark Forster glänzend arrangiert.

15 Minuten dauerte die Jubiläumsversion. Die Chormitglieder strahlten, als beim Schlussrefrain der ganze Saal stand und begeistert den Takt mitklatschte. Die Unermüdlichen wurden dann von der Big Band des Musikvereins Umpfertal in die Nacht begleitet.