Ahorn

Erzählcafé Märchenerzählerin Caroline Semma aus Buchen entführte ihr Publikum in eine wunderbare Fantasiewelt

Fasziniert vom Raben und dem Fuchs

Archivartikel

Märchenerzählerin Caroline Semma verzauberte in Eubigheim ihr junges Publikum. Erstmals fand diese Veranstaltung im Erzählcafé statt.

Eubigheim. Es war einmal ein zauberhaftes Märchenbuch, das in tiefem Schlummer lag und geweckt werden wollte. Glücklicherweise fand Caroline Semma aus Buchen dieses Kleinod und entdeckte hierdurch ihre besondere Passion als Märchenerzählerin. Und so fanden zahlreiche Eltern und Großeltern mit ihren Kindern und Enkeln den Weg ins Eubigheimer Erzählcafé, um der Märchenerzählerin zu lauschen und sich von ihr verzaubern zu lassen. Die Kinder hingen an den Lippen der Erzählerin und wurden bei der Premiere des Märchennachmittags in Eubigheim von ihr immer wieder ins Geschehen eingebunden. Alle ließen sich von „Frau Holle“ und „Der Rabe und der Fuchs“ faszinieren und genossen die heimelige Atmosphäre.

Ob Märchen für Kinder in kuschliger Kissenlandschaft oder „Dunkelstunden“ für Erwachsene im dämmrigen Wald – ihr Repertoire reicht von den allseits bekannten Grimm´schen Märchen über nordische, orientalische bis hin zu den gängigen Volksmärchen aus aller Welt.

Ihre Liebe zum Geschichtenerzählen entdeckte sie zu ihrer aktiven Zeit im Hasenwald in Hettingen. Dort führte sie ihre jungen Besucher in die Fantasiewelt der Feen, Hexen und Zwerge. Inzwischen ist sie als selbstständige Märchenerzählerin auf Kindergeburtstagen, Betriebsfeiern und dergleichen anzutreffen und bietet des Weiteren Wildpflanzenkunde an oder kombiniert beides und lädt zur märchenhaften Kräuterführung ein.

Ein weiteres Hobby sind die Höhlenführungen in der Eberstadter Tropfsteinhöhle, wobei ihr insbesondere die Kinderführungen besonders am Herzen liegen. „Ich kann mir Texte sehr gut merken und im Erzählen kommt die Improvisation durch die Interaktion mit dem Publikum“, so Semma. Das bedeutet, ein und dasselbe Märchen kann stetig variieren, bleibt abwechslungsreich und spannend, auch für die Erzählerin. Wert legt sie außerdem auf ein kindgerechtes Ende. Szenen, in denen verwünscht, getötet oder vergiftet wird, werden frei interpretiert. „Warum soll Schneewittchen der bösen Königin nicht verzeihen?“, so Semma, um die Antwort gleich hinterherzuschieben. „Ich möchte positive Werte vermitteln und Moral weitergeben, Versöhnen gehört für mich dazu.“

Auch in ein festes zeitliches Korsett lässt sich der sympathische Märchenfan nicht pressen, sie lässt sich ganz auf ihre Gäste ein. Und darin liegt auch der Unterschied zum Märchenerzählen auf dem heimischen Sofa. Denn „die Gemeinschaft macht den Unterhaltungswert aus, es ist viel lebendiger“, so Semma.

Jung und Alt kommen zusammen, tauchen ein in eine Fantasiewelt und tauschen sich aus. Dies hält die Erzählerin in der heutigen Zeit, in der die Großfamilie kaum noch anzutreffen ist, für immens bereichernd. „Ich bin das erste Mal hier und find’s so gemütlich“, strahlte ein begeisterter Papa. Die „Eubemer Früchtchen“ sorgten mit der Bewirtung für einen schönen Nachmittag – bestimmt nicht der letzte dieser Art. Und wenn sie nicht gestorben sind, erzählen sie noch heute. een