Ahorn

Förderverein Schwimmbad Ahorn Jubiläumsfeier zum 20-jährigen Bestehen / Ehrennadeln des Landes verliehen

Feste Größe im Leben der Gemeinde

„Das Schwimmbad war und ist der Stolz von Buch“, so Peter Kernwein in seinem Vortrag. Dieser Stolz war bei der Jubiläumsfeier des „Fördervereins Schwimmbad Ahorn“ spürbar.

Buch. Vorsitzender Werner Frank, neben Jochen Hetzler und Manfred Schretzmann einer der drei gleichberechtigten Vorstände, unterstrich in seiner Begrüßung die Besonderheit des Vereinszwecks, das Betreiben eines Schwimmbads. Von den etwa 6700 Hallen- und Freibädern in Deutschland werde nur ein verschwindend geringer Prozentsatz von Vereinen geführt, so dass nach 20 Jahren erfolgreichen Wirkens durchaus Grund zum Feiern bestehe.

Ungebrochenes Engagement

Ortsvorsteher Harald Honeck überbrachte die Glückwünsche des Ortschaftsrats sowie sämtlicher Vereine und lobte das ungebrochen große Engagement. Zugleich appellierte er an die Jüngeren, dass dieses „Aushängeschild“ Buchs ihrer Hilfe benötige, wenngleich momentan alles in guten Bahnen laufe.

Pfarrerin Julia Ehret thematisierte die Macht der Worte. Mit skeptischen Unkenrufen ließen sich keine Türme erklimmen, aufbauende Worte, indessen, die gut tun, können Berge versetzen beziehungsweise Schwimmbäder betreiben.

Mit einer gelungenen Kurzfassung zurück ins Jahr 1935, beleuchtete Peter Kernwein die wechselhafte Historie dieses schmucken Kleinods. Mit einer amtlichen Aufforderung an die „Herrn Bürgermeister des Bezirks“ zu berichten, „ob in der dortigen Gemeinde eine Wasserversorgungsanlage und ein Brandweiher vorhanden sind“ nahm die Erfolgsgeschichte ihren Lauf.

Mit Bauernschläue und Schlitzohrigkeit agierte man vorteilhaft für die eigene Gemeinde, denn man bat, den geforderten Feuerlöschteich als Badeanstalt ausbauen zu dürfen. Dies bezeichnete man als durchaus „wünschenswert“ und empfahl „die Grabarbeiten und etwaige Fuhrleistungen durch unentgeltliche Zusammenarbeit der Ortseinwohner ausführen zu lassen“.

Nach dem Krieg wurde das ehemals von Hand ausgehobene zerstörte Bad renoviert, bot es doch weit und breit die einzige Bademöglichkeit.

Eine Sanierung Anfang der 1970er Jahre verschlang knapp über 200 000 Mark. „Das war viel Geld, wenn man bedenkt, dass eine Tasse Kaffee in einem guten Kaffeehaus in der Stadt 90 Pfennige kostete“, erklärte Kernwein zur besseren Vorstellung der Relationen.

Ende der 90er ließ die Wasserqualität zu wünschen übrig, und die Kommune wollte das Bad aus Kostengründen schließen. Um diese beim Betrieb zu unterstützen und das Bad vor dem Aus zu retten, gründete man den Förderverein.

Die Anforderungen an Wasserqualität, die damit verbundene Technik oder ans Aufsichtspersonal waren in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. Da mutete die Suche nach einem Bademeister nahezu anachronistisch an: „Für das Schwimmbad wird ein Bademeister gesucht. Bedingung: Er sollte schwimmen können“, schmunzelte Kernwein zum Ende seiner Ausführungen.

Die Geschichte des Fördervereins ließ Werner Frank, seit dessen Gründung unterbrochen als Vorsitzender in der Verantwortung, Revue passieren. Die einstimmige Übernahme des Bads stellte ein großes Wagnis dar, doch konnte nur zwei Jahre und über 5000 Arbeitsstunden später im Jahre 2002 das renovierte Bad eröffnet werden. Die stetige Weiterentwicklung ist ein Garant für die Attraktivität bei Alt und Jung. Ob neue Umkleiden, Sanitäranlagen, Spielgeräte und vieles mehr, die Mitglieder schufen peu à peu ein „harmonisch anzusehendes Familienbad“ und einen geselligen Treffpunkt.

Große Verbundenheit

Die Vertragsverlängerung der Schwimmbadübernahme im Jahr 2012 um weitere zehn Jahre „zeigt die hohe Verbundenheit und die große Bereitschaft, sich für das Bad einzusetzen“, freute sich Frank. Dennoch sei allen klar, dass ein Bad am Laufen zu halten, fast genauso schwierig sei wie ein neues zu bauen. Doch sei es rückblickend stets gelungen, einen geordneten sicheren Badebetrieb zu ermöglichen.

Bürgermeister Elmar Haas bezeichnete das Schwimmbad als feste Größe im Leben der Gemeinde, das die Lebensqualität im ländlichen Raum erhöhe, und lobte die über 10 000 geleisteten ehrenamtlichen Arbeitsstunden.

Letzteres nahm er zum Anlass, um drei außergewöhnlich engagierte Mitglieder mit der Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg für ihre besonderen Verdienste im Ehrenamt auszuzeichnen. Ruth Wolz, seit Vereinsgründung Kassiererin, nahm sichtlich überrascht und gerührt die Ehrennadel aus den Händen des Gemeindeoberhaupts sowie die stehenden Ovationen der Mitglieder entgegen. Alfred Wüst, bereits seit Vorvereinszeiten versierter Mann der Technik, sorgt für die stimmige Chemie. Zwar sind die Arbeiten durch modernste zeitgemäße Technik leichter, aber nach wie vor zeitaufwendig. Durch Kurse gewährleistet er eine zuverlässige und reibungslose Funktion.

Aller guten Dinge sind drei – Werner Frank lenkt seit 20 Jahren ununterbrochen als Vorstand in einem gleichberechtigten Dreierteam die Geschicke des Vereins, kümmert sich um die Organisation und ist Bindeglied zu Vereinen und der Gemeinde. „Ich freue mich über die fröhlichen Kinderstimmen im Sommer und muss dafür sorgen, dass das so bleibt“, so Frank bescheiden zu seiner Auszeichnung.

Eine Fotoschau führte den Anwesenden das zuvor Gehörte noch einmal bildlich vor Augen und ließ erkennen, dass sich das Ehrenamt wie ein roter Faden durch die Geschichte des Familienbads zieht. Mit viel Herzblut wurde so ein idyllisches Paradies mit sattgrüner Liegewiese und türkis glitzerndem, klarem Wasser geschaffen und erhalten.

Der Posaunenchor unter der Leitung von Kurt Meyer, Edel und Manfred Schretzmann mit Gesang und Gitarre sowie der Gesangverein mit eigens für dieses Jubiläum von Johanna Kernwein komponierten Liedern gestalteten diese rundum gelungene Feier mit und zeugen vom guten Miteinander der Vereine.