Ahorn

Symbolische Leader-Tafel-Übergabe Rund 330 000 Euro für das Dokumentations- und Begegnungszentrum sowie den orientalischen Garten

Große Freude über offiziellen Startschuss

Archivartikel

Die Vision eines Dokumentations- und Begegnungszentrums sowie eines orientalischen Gartens in Schillingstadt nimmt konkrete Formen an.

Schillingstadt. „Wir sind sehr froh, dass nach all den Mühen heute der Tag gekommen ist, an dem der offizielle Startschuss für unser Projekt fällt“, so Daniela und Dr. Steffen Schürle unisono anlässlich der Übergabe der Leader-Förderhinweistafel sowie des Spatenstichs zum Begegnungszentrum.

Von der ersten Idee vor zweieinhalb Jahren nehmen nun trotz hoher bürokratischer Hürden dank großer Beharrlichkeit die Visionen eines Dokumentations- und Begegnungszentrums sowie eines Orientalischen Gartens konkrete Formen an.

„Wir wären nicht so weit gekommen ohne die vielen Menschen, die dahinter stehen“, so Dr. Schürle bewegt und meinte damit insbesondere die Aktiven des Vereins „Refugium – Integrationsprojekt Orientalischer Garten Ahorn“ sowie seine Ehefrau Daniela, die allesamt getrieben von Toleranz, Humanität und Respekt den Menschen im Mittelpunkt sehen.

Bürgermeister Elmar Haas freute sich über den großzügigen Bescheid aus Brüssel für dieses ambitionierte Projekt, das in der Leader-Vorstellung eine hohe Punktzahl erreichte. „Ich bin stolz darauf, dass wir so viel Geld bekommen“, freute sich der Rathauschef.

Außergewöhnliche Projekte

Alfred Beetz, Vorsitzender der Leader-Aktionsgruppe Regionalentwicklung Badisch-Franken, überbrachte mit der symbolischen Tafelübergabe die Förderzusage in Höhe von etwa 330 000 Euro für diese außergewöhnlichen Projekte, in denen sich Bürger für Bürger engagieren, Arbeitsplätze schaffen, den ländlichen Raum, insbesondere den Tourismus stärken sowie in Zeiten des demografischen Wandels für lebenswerte Dörfer sorgen.

Das Dokumentations- und Begegnungszentrum stellt einerseits einen Denkmalort jüngster deutscher Geschichte dar und schafft andererseits mit einem Café ideale Rahmenbedingungen für einen gelingenden Dialog.

„Was passt besser als ein Garten?“

Die Bio-Zertifizierung des Café-Betriebs ist angedacht, durch Verwendung regionaler Bio- und fair gehandelter Produkte und eines eigenen Minzeanbaus soll ein nachhaltiger Beitrag zum Umwelt- und Naturschutz geleistet werden. „Integration pflanzen und wachsen lassen – was passt da besser als ein Garten?!“, so Beetz begeistert.

Brücken bauen zu anderen Kulturen, ein Zeichen setzen gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit, aber auch die Heranführung der Flüchtlinge an den deutschen Wertehorizont sind nur einige beispielhaft genannte Ziele dieses gemeinwohlorientierten Projekts.

Erste Früchte trägt der Garten bereits in der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung des Syrers Azad Schababo, was ein wichtiger Meilenstein zur Integration für seine fünfköpfige Familie darstellt.

Weitere Geflüchtete werden über den Integrations- und Flüchtlingsbeauftragten des Main-Tauber-Kreises, Michael Mohr, vermittelt, die unter der fachlichen Anleitung von Marco Scholz und Daniel Klemm am Bauvorhaben mitarbeiten und so durch eine berufliche Qualifizierung beziehungsweise Annäherung an den Arbeitsmarkt in der Gesellschaft Wurzeln schlagen können.

„Wir sind gespannt“

Als Vertreter der Sparkasse Tauber-Franken freute sich Alexander Trislic als „Steigbügelhalter“ einen wichtigen Beitrag zu diesem sozial wertvollen Projekt zu leisten. „Wir sind gespannt und kommen zur Einweihung wieder her“, so der einhellige Tenor. Der nächste Projektaufruf der Aktionsgruppe Badisch-Franken erfolgt im Frühjahr 2019.