Ahorn

Seniorenfeier Vortrag über Hilfsprojekt auf Philippinen

Gute Bildung sichert eigenes Einkommen

Archivartikel

Eubigheim.„Paaralang Pag-Asa – Die Schule der Hoffnung“ stand im Mittelpunkt der Seniorenfeier der ökumenischen Frauengruppe. Gutes tun, Glücksbringer sein, die Welt zu einem besseren Ort machen – dies zog sich wie ein roter Faden durch die Veranstaltung, ob in der Einleitung der Organisatorinnen Esther Dötter und Elke Friedrich, dem Anspiel „Was Hände können“ bis hin zum Vortrag von Tobias Berberich.

Pfarrer Steffen Kolb von der katholischen sowie Dekan Rüdiger Krauth von der evangelischen Pfarrgemeinde rückten die Osterbotschaft in den Fokus ihrer Ausführungen. Einen erfrischenden Kontrast hierzu bildete der Besuch der Kindergartenkinder mit ihren Erzieherinnen Carmen Ihle, Erika Schlesinger und Sabine Leimbach, die lebhaft und enthusiastisch mit Liedern und Fingerspielen die Gäste zum Mitmachen animierten.

Bürgermeister Elmar Haas lobte das ehrenamtliche Engagement der Verantwortlichen und freute sich über den guten Besuch. Ortsvorsteher Roland Englert informierte über die Seniorenwohnanlage sowie die Anschaffung des Bürgerbusses.

Herzstück des Nachmittags war ein Vortrag des gebürtigen Eubigheimers Tobias Berberich über dessen Einsatz auf den Philippinen. Bei „Paaralang Pag- Asa – Die Schule der Hoffnung“ handelt es sich um ein Spendenprojekt mit dem Ziel, Kindern und Jugendlichen aus den Slums von Manila durch fundierte Bildung ein besseres Leben zu ermöglichen. Bevor der junge Familienvater diese Stiftung gründete, lebte er selbst im Rahmen eines freiwilligen, sozialen Jahres dort in den Slums und sah die Notwendigkeit der Hilfe zur Selbsthilfe, um schließlich mit nachhaltiger Förderung die ansonsten chancenlosen jungen Menschen zu einem qualifizierten Schulabschluss zu bringen.

„Gummistiefel kaufen, damit sich die Kinder auf den Müllbergen nicht die Füße zerschneiden, hilft nur vordergründig“, so Berberich, der mit seiner Frau regelmäßig „seine“ Stipendiaten besucht. Nur ein Abschluss gewährleiste ein permanentes Einkommen und ebnet den Weg aus der Armut. Ohne dergleichen sttünden nur Gelegenheitsarbeiten, wie etwa die schwere Arbeit in Manilas Fischereihafen, und ein Leben als Tagelöhner offen.

Erfreulicherweise seien die Geschlechterrollen auf den Philippinen sehr ausgeglichen, sodass auch viele Mädchen und junge Frauen in den Genuss der Förderung kämen. Als Lehrerin, Bankangestellte oder Kassiererin in einem Supermarkt lernten sie die Bedeutung der Bildung zu schätzen, was sich auch positiv auf ihre eigenen Nachkommen auswirke. Unterstützt wird Berberich durch eine ehrenamtliche Mitarbeiterin vor Ort, die sich von der Geburtsurkunde bis zur Mittelverteilung um alles kümmert. Dies garantiere, dass jede Spende ohne Abzug direkt bei den Bedürftigen ankommt.

Seit 2006 wurden über 320 Stipendien gewährt. Aktuell sind 99 Stipendiaten eingeschrieben, die mit etwa 150 Euro pro Semester ihre Studiengebühren, Bücher, Schuluniform etc. begleichen können. Anhand vieler Bilder machte Berberich seine Ausführungen anschaulich und hinterließ Betroffenheit angesichts des Elends, aber auch Überraschung aufgrund der fröhlichenMenschen. „Das wird heute noch in vielen Köpfen nachwirken“, so Esther Dötter beeindruckt, als sie bekannt gab, dass der Erlös der „Schule der Hoffnung“ zu Gute kommt. Somit werden den Worten des Nachmittags auch Taten folgen. een