Ahorn

Seniorennachmittag Hobby-Imker Gregor Englert steckte Besucher mit Bienen-Begeisterung an

Honig in einem ganz neuen Licht

Archivartikel

Eubigheim.Ganz im Zeichen der unscheinbaren, kleinen, aber immens fleißigen und wichtigen Honigbiene stand der Seniorennachmittag der ökumenischen Frauengruppe in Eubigheim.

Zur Einstimmung erzählten die beiden Organisatorinnen Esther Dötter und Elke Friedrich zusammen mit Angelika Berger die nachdenkliche Geschichte „Die kleine Biene“, die – wie in der Realität – unter der Gedankenlosigkeit der Menschen zu leiden hatte. Auch falsche Vorstellungen oder schlichtweg Unwissenheit stellen eine Bedrohung dar, denn „der Honig auf dem Frühstücksbrot kommt natürlich aus dem Supermarkt.“

Dekan Rüdiger Krauth an der Gitarre griff mit seinen Liedern die zeitliche Nähe zum Osterfest auf und mahnte zur Wahrung der Schöpfung. Auch Pfarrer Steffen Kolb nahm Bezug auf Gottes Schöpfung, auf die Schutzpatrone der Imker und Wachszieher, berichtete über die mehr als 50 Erwähnungen des Honigs in der Bibel und beleuchtete die Symbolik des Honigs, der Biene und des Bienenkorbs für das Christentum.

Bürgermeister Elmar Haas ging auf die geplante Seniorenwohnanlage ein und freute sich, „mit diesem Zwischenschritt zwischen dem eigenen Wohnhaus und der Rundumbetreuung eine attraktive Alternative bieten zu können.“

Gelebte Ökumene

Ortsvorsteher Roland Englert bezeichnete diesen n Nachmittag als eine nicht mehr wegzudenkende Veranstaltung im Ort sowie als ein Paradebeispiel „gelebter Ökumene.“

Herzstück des Nachmittags war die Präsentation „Von der Biene zum Honig“ von Gregor Englert. Ob der Rückgang der Artenvielfalt der Insekten, ob Bienensterben oder der Verlust der Lebensräume, Politiker jeglicher Couleur haben sich den Einsatz für die bedrohte Flora und Fauna mittlerweile auf die Fahnen geschrieben, und so boten die Organisatorinnen mit dieser Auswahl ein hochaktuelles Thema.

Mit 14 erwachte Liebe zur Imkerei

Der Eubigheimer Gregor Englert, dessen Interesse an der Imkerei als 14-jähriger Schüler von seinem Geschichtslehrer geweckt wurde, berichtete locker und souverän über die Bedeutung und Funktion der Honigbiene für Mensch und Natur.

Unterstützt von seiner Mutter Elisabeth, die er inzwischen mit seinem Hobby angesteckt hat, gewährte er mit anschaulichen Bildern Einblicke in den Bienenstock, erläuterte die Wichtigkeit der Nahrungsgrundlage, betonte insbesondere die Bedeutung des sogenannten Trachtfließbandes und veranschaulichte, mit welch einfachsten Mitteln jeder Einzelne seinen Beitrag zum Schutz dieser fleißigen Helfer leisten kann.

Die Honiggewinnung, dessen Zusammensetzung und Verwendung wurden ebenso thematisiert wie der volkswirtschaftliche Nutzen durch die Bestäubungsleistung oder die außergewöhnliche Biologie dieses Insekts.

Für großes Erstaunen sorgte bei den vielen Besuchern die Tatsache, dass eine Biene zirka drei Millionen Blüten besuchen muss, um den Nektar für ein einziges Glas Honig zu sammeln. Dies entspricht einer zweimaligen Äquatorumrundung.

„Ich werde in Zukunft bewusster Honig essen“, so eine Zuhörerin. Den Vortragenden gelang es, auch anhand vieler persönlicher Anekdoten, die Faszination für diese kleinen, aber bedeutsamen Tierchen verständlich und nachvollziehend zu vermitteln und das aufmerksame Publikum zu sensibilisieren.