Ahorn

Freundeskreis Ahorn-Plesder Viertägiger Besuch der französischen Freunde im Main-Tauber-Kreis / Feierlicher Empfang in Berolzheim

„Leuchttürme für europäischen Gedanken“

Archivartikel

Berolzheim.In den Farben der französischen Flagge war das Dorfgemeinschaftshaus Berolzheim am Samstagabend feierlich geschmückt. Ein offizieller Festakt sollte für die 54 Gäste aus dem bretonischen Städtchen Plesder vom Freundeskreis Ahorn-Plesder veranstaltet werden.

Unter dem Vorsitz von Christa Lutz führte das zwölfköpfige Partnerschaftskomitée das umfangreiche viertägige Programm durch. Es standen unter anderem der Besuch des Heidelberger Schlosses sowie eine Führung durch das Römermuseum in Osterburken an. Für die jüngeren Teilnehmer boten die drei Komitée-Mitglieder Anna Spießbürger, Christian Morgenbrot und Michael Häffner einen Spielenachmittag auf dem Sportplatz an.

Bei Gastfamilien untergebracht

Die Gäste waren in Gastfamilien über die Gemeindegrenzen hinaus untergebracht. Von sieben bis 77 Jahren war das Alter der Gäste aus Plesder bunt gemischt. Unter den angereisten Gästen aus Plesder waren der Vorsitzende auf französischer Seite, Alain Clossais, die Bürgermeisterin der Stadt, Evelyne Glory, und André Lefeuvre, der die Partnerschaft durch seinen Einfluss in der Politik der Bretagne seit über 20 Jahren unterstützt.

„Wir haben vier Jugendliche und den Busfahrer bei uns aufgenommen“, erzählt Ortsvorsteher Klaus Häffner begeistert. „Unsere Familie nimmt an den gegenseitigen Besuchen stets teil und es macht Spaß, die Entwicklungen in den Gemeinden über die Jahre hinweg zu verfolgen.“

Am Donnerstagnachmittag, der für die Gastfamilien reserviert war, besuchte Familie Häffner zusammen mit ihren französischen Gästen den Maimarkt in Boxberg. „Die Festzeltstimmung, das deutsche Bier und die Musik haben den Franzosen super gefallen“, so Häffner.

„Für die Arbeit im Freundeskreis braucht man viel Enthusiasmus“, sagte Christa Lutz im Gespräch mit den Fränkischen Nachrichten. Dennoch bereite ihr die Arbeit im Partnerschaftskomitée viel Spaß. In ihrer Festrede beschwor die Vorsitzende die Gemeindemitglieder und französischen Besucher, die internationale Freundschaft immer wieder neu zu beleben.

„Bonjour mes amis, (guten Tag meine Freunde)“, begrüßte der französische Vorsitzende Clossais das Publikum. Er appellierte in seiner Ansprache, an Frieden und Freundschaft festzuhalten. „Lasst uns die Freundschaft weiter an die neue Generation vererben. Sie sind die Hoffnungsträger der Völkerverständigung“, forderte Clossais.

Gute Beziehungen wichtig

Ahorns Bürgermeister Elmar Haas, der ebenfalls Mitglied im Komitée ist, sagte: „Es geht nichts über eine gute nachbarschaftliche Beziehung.“ Dies werde ihm im täglichen Alltag, aber auch bei der Freundschaft mit Plesder immer wieder bewusst. Trotz der räumlichen Distanz sei die Gemeinde ohne die Kontakte zu den französischen Freunden um vieles ärmer. Umso mehr freue er sich über die gegenseitigen Besuche. Weiterhin sprach sich Haas für ein starkes Europa aus. Die Kommunen, die international lebendige Partnerschaften aufrechterhielten, seien Leuchttürme für den europäischen Gedanken.

Auch die Bürgermeisterin von Plesder, Evelyne Glory, griff das Thema Europa auf. „Wir können stolz auf unsere Partnerschaft sein. Sie macht es unseren Kindern leichter, sich als europäische Bürger zu identifizieren“, betonte Glory.

Im weiteren Verlauf tauschten die Partner viele Geschenke untereinander aus. Die Gemeinde Ahorn erhielt als Symbol der Freundschaft eine große Pflanze und verschiedene Weinpräsente. Die französischen Freunde bekamen regionale Spezialitäten wie Grünkern, Wein und Bier mit auf den Weg.

Im Anschluss hatten alle die Möglichkeit, sich in das goldene Buch der Städtepartnerschaft einzutragen. Zum gemeinsamen Abendessen mit gemütlichem Beisammensein rief der Freundeskreis auf. Für die deutschen und französischen Jugendlichen begann dann ihr Highlight – eine Party im „Rothausch“. Viele von ihnen gingen bis zur Abreise der Franzosen am nächsten Morgen nicht ins Bett. „Wir können ja im Bus schlafen“, sagten die jungen Franzosen.

Am Platz der Freundschaft in Berolzheim war es dann am Sonntagmorgen Zeit, sich auf Wiedersehen zu sagen und „Nehmt Abschied Brüder“ zu singen.

Im nächsten Mai steht für die Ahorner Bürger der Besuch in Plesder an. Dann wird das offiziell 20. Geburtstag der Verbindung gefeiert. Alle freuen sich schon auf das Wiedersehen.

Die Gemeinde Plesder liegt in der nordöstlichen Bretagne zwischen Rennes und St. Malo. Die selbstständige Ortschaft hat circa 750 Einwohner und eine Gesamtfläche von 1103 Hektar (Vergleich Ahorn: 5521 Hektar Fläche und circa 2220 Einwohner). Vor allem die Landwirtschaft prägt das Bild der Landschaft. Die Häuser sind meist aus grauem Granitstein mit Schieferdeckung. Das Meer liegt in etwa zwölf Kilometer Entfernung. Die Gemeinde wächst seit den 1980er Jahren stetig durch den wachenden Tourismus in der Gegend.