Ahorn

Kommunalwahl Die Fränkischen Nachrichten befragen die Bürgerliste Ahorn zu Themen der Gemeinde

ÖPNV ist „dauerhafte Herausforderung“

13 Bürger stellen sich in der Gemeinde Ahorn zur Wahl. Als „Bürgerliste“ wollen sie die Kommune weiter nach vorne bringen.

Ahorn. Aus jedem Ortsteil Ahorns – Berolzheim, Buch, Eubigheim, Hohenstadt und Schillingstadt – kommen die Bürger, die um einen Wiedereinzug oder Neueinstieg in den Gemeinderat von Ahorn kämpfen. Hier äußert sich die Bürgerliste zu aktuellen Themen.

Was sind Ihrer Meinung nach die aktuellen Herausforderungen ländlich geprägter Kommunen?

Bürgerliste: Nach unserer Ansicht können kleinere Orte nur bestehen, wenn sich die Bewohner im Dorf wohl fühlen und ein gutes Miteinander ermöglicht wird. Das Vereinsleben muss unterstützt und gefördert werden.

Aber genauso wichtig ist, dass Grundvoraussetzungen, die in der Stadt selbstverständlich sind, auch bei uns gewährleistet sind. Dazu gehört aktuell neben einem schnellen Breitband-Internetzugang zuhause, eine flächendeckende Mobilfunkversorgung mit LTE, die durch öffentliche W-Lan Hotspots ergänzt wird. Außerdem stellt das Thema öffentlicher Personennahverkehr eine dauerhafte Herausforderung dar. So haben wir in Ahorn mit unserem Lernhaus eine überregional erfolgreiche Schule, die Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln lässt aber zu wünschen übrig.

Es müssen kreisübergreifend Lösungen geschaffen werden, die nachhaltig zur Verbesserung der Situation beitragen. Dies muss bei einer deutlich verbesserten Taktung an den kleinen Bahnhöfen in der Region beginnen und zu einer Abstimmung in den Bahn- und Busfahrplänen führen, die auch den Gemeinden an der Kreisgrenze gerecht wird.

Um die Kosten im erträglichen Maß zu halten, muss womöglich auf interkommunale Zusammenarbeit gesetzt werden.

Welche Voraussetzungen sind notwendig, um junge Leute langfristig in kleinen Gemeinden wie Ahorn zu halten?

Bürgerliste: Die Gemeinde muss zuerst dafür Sorge tragen, dass junge Menschen die Möglichkeit haben, in ihrer Heimat zu bleiben. Deshalb ist es wichtig, dass in allen Ortsteilen geeignete und bezahlbare Bauflächen und Wohnungen zur Verfügung stehen. Hierzu ist in allen Ortsteilen eine maßvolle Entwicklung von Neubaugebieten erforderlich. Durch Innenentwicklung sollen die lebenswerten und schönen Dörfer erhalten und entwickelt werden.

In Ahorn haben wir in den letzten Jahren gute Erfahrungen damit gemacht, leerstehende Gebäude durch die Gemeinde zu erwerben, abzubrechen und die Grundstücke anschließend wieder baureif zu machen.

Außerdem gibt die Gemeinde einen freiwilligen Zuschuss zum Abbruch und Neubau in den Ortslagen. Da gerade bei der jungen Generation eine hohe Nachfrage an Wohnungen besteht, muss es gelingen, auch hier Anreize zu schaffen, um das Angebot zu erhöhen.

Darüber hinaus ist es unser Ziel, auch weiterhin in Kleinkindbetreuung, Kindergärten und Schule zu investieren, da eine Betreuung vor Ort ein wichtiger Faktor für die Gemeinde und damit für die Familien, die sich dafür entscheiden, hier zu leben, darstellt.

Wie kann es gelingen, dass die älter werdende Bevölkerung in den Orten so lange wie möglich im eigenen Zuhause wohnen bleiben kann?

Bürgerliste: Für die Lebensbereiche Versorgung, Gesundheit und Pflege, Mobilität und Wohnen sollen Konzepte entwickelt werden, um den Senioren in unseren Ortschaften so lange wie möglich ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. Überlegungen gehen da in Richtung Lieferdienste, die Einkäufe bis vor die Haustüre bringen, oder den Arzt, der wieder verstärkt Hausbesuche macht.

Als Herzstück könnte da ein „virtueller Dorfplatz“ dienen, in dem Hilfeleistungen angeboten und abgefragt werden können. Eine Kombination mit dem bereits eingerichteten Bürgerbus ist hier sicherlich sinnvoll und synergiebringend.

Weiter wird beim Umbau und der Modernisierung von öffentlichen Einrichtungen auf einen barrierefreien Zugang geachtet, damit jedem die Möglichkeit gegeben wird, sich am öffentlichen Leben zu beteiligen.